Steven Kostanski ist nicht nur der Regisseur von THE VOID, PSYCHO GOREMAN und jetzt FRANKIE FREAKO, sondern vor allem ein talentierter Maskenbildner, der u.a. auch an ES, CLOWN, CRIMSON PEAK oder IN A VIOLENT NATURE mitwirkte.
Dieses Können ist auch seinen „eigenen Filmen“ stets anzumerken, die mit viel Handarbeit und realen Puppen aufwarten. Das gilt auch für FRANKIE FREAKO.
Wovon handelt FRANKIE FREAKO?
Conor ist ein Langweiler. Im Job sucht der Yuppie zwar den Aufstieg, seine Präsentationen sind aber öde.
Daheim will er mit Gattin Kristina nur Händchen halten, obwohl die anderes plant.
Doch dann sieht er die Werbung einer Aufregung versprechenden Hotline von Frankie Freako und als er ein Wochenende alleine ist, kann er nicht widerstehen, ruft dort an und erhält mehr Aufregung, Party und Entertainment als ihm lieb ist.

Wer den Trailer gesehen hat, ahnt schon, dass FRANKIE FREAKO näher bei PSYCHO GOREMAN als an THE VOID liegt. Zumindest optisch und thematisch, denn Kostanski setzt wieder auf Humor und lässt die Puppen tanzen.
Eine Parallele zu THE VOID gibt es dennoch, denn dem fehlte bei allen Qualitäten ein gutes Drehbuch und während schöne Effekte, dunkle Bilder und eine Welt, die zwischen John Carpenter und HP Lovecraft aufgemacht wurde, das schwache Skript wettmachten, hat FRANKIE FREAKO weniger zur Kompensation anzubieten.
Sicher, die Figuren um Frankie und seine beiden Kollegen sehen knuffig aus und Kostanski muss nicht erwähnen, dass er die 80er mag oder seine Filme dort spielen sollen, um es an jeder Stelle zu beweisen. So fühlt man sich an Werke wie GHOULIES, GATE – DIE UNTERIRDISCHEN, HOBGOBLINS, CRITTERS und -auch aufgrund der Weihnachtszeit- an GREMLINS erinnert.
Eine 80er-Hommage, die leider auch all das beinhaltet, was wir gerne verdrängen

Auch die Freakos lassen keinen Stein auf dem anderen, können aber schon aufgrund des witzigen Äußeren kaum ernstgenommen werden und eignen sich daher auch für jüngere Horrorfans, die gerade erst loslegen.
Denen wird womöglich auch nicht auffallen, dass sich der Film reichlich bei Vorbildern bedient (was man gerne als Hommage verstehen darf), aber wenige sprühende Ideen mitbringt und leider auch humoristisch versagt. Das liegt an Gags, die schon vor 40 Jahren nicht lustig waren / gewesen wären oder Kalauern, die vielleicht mal kultig wirkten, es aber nicht mehr sind.
„Zeit etwas durchzufreaken“ oder das häufige verwendete „Schabadu“ sind daher mit „Null Problemo“ (ALF) oder „Cowabunga“ (TEENAGE MUTANT HERO TURTLES) zu vergleichen und hatten ihre Zeit….im alten Jahrtausend.
„Schabadu“

Ansonsten wirft uns FRANKIE FREAKO alles entgegen, was die 80s zu bieten hatten. Glasbausteine, Röhrenfernseher, klobige Funktelefone und den fiesen Chef mit Stirnglatze vorne und Zopf hinten.
Das könnte Charme haben, wird aber in eine sparsame Kulisse gestellt, die fast immer nach Studio aussieht. Einen schmissigen Soundtrack, der nach LA-Hair-Metal des gleichen Jahrzehnts klingt, gibt es auch, aber gefühlt dudelt das gleiche Liedchen die ganze Zeit und nutzt sich daher rasch ab.
Trotz alledem muss man dem Streifen zugutehalten, dass die drei Freakos und einige artverwandte Figuren, die wir später kennenlernen, hübsch geraten sind und das obwohl Steven Kostanski zwar als Regisseur, Autor, Cutter und Produzent gelistet ist, aber offenbar die Effekte und Masken anderen überließ.
Fazit zu FRANKIE FREAKO
Als Fan der anderen Kostanski-Werke wollte ich FRANKIE FREAKO gerne mögen, hier treffen aber ein unausgereiftes Drehbuch auf chaotischen Kindergeburtstag und man merkt, dass früher nicht alles besser war oder zumindest heute nicht mehr alles funktioniert.
Für Horroreinsteiger ist der in allen Belangen harmlose Schinken womöglich als Einstiegsdroge zu verkaufen, im Großen und Ganzen ist er aber so langweilig wie seine Hauptfigur. Und das trotz unterdurchschnittlicher Laufzeit von knapp 80 Minuten.
Hier kannst du dir FRANKIE FREAKO ansehen










