Review: MAD HEIDI (2022)

Thrillandkill (Horrorfilme und Thriller): Mad Heidi kritik
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

Please rate this

7.4/10 (5)

Darsteller: Alice Lucy, Max Rüdlinger, Casper Van Dien
Regie: Johannes Hartmann, Sandro Klopfstein
Drehbuch: Johannes Hartmann, Sandro Klopfstein, Gregory D. Widmer, Trent Haaga
Länge: 92 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 24. November 2022 (Kino); 08. Dezember 2022 (VOD)
Sonstiges: Stream auf madheidi.com

Schon mein Großvater erzählte mir von einem Film namens MAD HEIDI, für den er 1977 20 Deutschmark gespendet hatte, um eine Crowdfunding-Kampagne zu unterstützen.
Viele Jahre später wurde dieser Film tatsächlich gedreht und nun ist sie da, die wohl freieste, käsigste und blutigste Interpretation von Johanna Spyris Roman HEIDI.

Worum geht es in MAD HEIDI?
Heidi lebt bei ihrem Großvater dem Alm Öhi in den Schweizer Bergen. Ihre große Liebe ist der Geißenpeter, doch der ist in illegale Käsegeschäfte verwickelt, was dem despotischen Staatsoberhaupt und Käsemogul Meili gar nicht gefällt.
Dessen Schergen töten Peter, brennen die Alm nieder und stecken sie ins Gefängnis…doch Heidi will Rache.

mad heidi review

Es ist immer undankbar über Trash Movies zu sprechen, denn sie lassen sich nicht nach den gleichen Maßstäben bewerten wie andere Filme. Ein gewisses Maß an „Drüber“ gehört einfach dazu und handwerkliche Defizite können Teil des Plans sein.
Im Fall von MAD HEIDI muss man aber sagen, dass die Ausgangslage um Käsedealer Peter und Präsident Meili, der die Schweiz im Stile des NS-Regimes diktiert, zwar reichlich wild sind, aber MAD HEIDI nicht auf billigen Pipi-Kaka-Humor und zotige Kalauer setzt und selbst solche Referenzen wie zur beliebten Zeichentrickserie nur durch das kurze Anspielen einer ähnlichen Titelmelodie stattfinden.

Am ehesten kann man den Film vielleicht mit Robert Rodriguez‘ Frühwerken a la DESPERADO vergleichen, wo überzogene Waffen in Geigenkästen und andere absurde Gimmicks an der Tagesordnung waren, man aber nicht jedem flachen Gag hinterherhechelte.
Beide Filme haben sicher auch gemein, dass sie direkt von den Exploitation-Schinken der 70er inspiriert wurden. Und so werden verschiedene Subgenres wie Blaxploitation, Nazisploitation oder Nunsploitation zumindest kurz angerissen.

mad heidi rezension

„Rest in cheese“

Man mag die Story für Käse halten, aber das ist hier eine Auszeichnung, denn Käse ist der große Überbegriff. MAD HEIDI nutzt jedes erdenkliche Schweizer Klischee (u.a. auch Schokolade, Pünktlichkeit und Taschenmesser), aber Käse wird hier wie Kokain gehandelt und verfügt auch schon mal über die Fähigkeit Menschen in willenlose Zombies zu verwandeln.

Eine weitere Sache, für die die Schweiz natürlich steht, sind ihre prächtigen Berge und im Film werden die ebenfalls in Szene gesetzt als hätte man einen Deal mit dem Touristikverband.
Das Matterhorn scheint von jedem Fenster aus sichtbar und auch diese Landschaften sorgen dafür, dass MAD HEIDI eben nicht wie Hinterhof-Trash ausschaut, sondern eine gewisse Würde bewahrt.

MAD HEIDI verzichtet auf Kalauer, hat dafür aber Casper Van Dien

Mad-Heidi-casper van dien

Die versucht man mit Casper Van Dien dann wieder einzureißen. Van Dien ist natürlich allen aus STARSHIP TROOPERS bekannt, tingelt seither aber primär in schwachen Produktionen (SHARKTOPUS VS. WHALE WOLF) umher. Hier ist er der bekannteste Name des Casts und darf Oberbösewicht Meili spielen. Dieser regiert und tötet in Jogginganzug und Adiletten, daher mag man Van Dien zugutehalten, dass sein Schauspiel zur Figur passt, doch wartet er mit einem Overacting auf, das auch für diese Rolle und diesen Film zu viel ist und im Missverhältnis zum Auftreten der anderen Darsteller (die ihre Sache gut machen) steht.
Van Diens Part wirkt, als habe man ihn für einen Film auf SHARKTOPUS-Niveau gebucht, dann aber gemerkt, dass man es besser kann und vergessen ihm abzusagen.

Die Frage, die aber natürlich über allem steht: unterhält MAD HEIDI?
Ja, tut er. Gleichwohl muss man aber sagen, dass der Trailer mal wieder sehr viel Preis gab und die besten Szenen wie zum Beispiels das Fondue-Boarding dadurch schon bekannt sind. Nach einer starken Anfangsphase schleichen sich auch ein paar Längen ein, in denen die Schweizer Klischees aufgebraucht sind und die Exploitation Klischees alleine keinen Film tragen.
Hier und da hätte das Drehbuch daher noch einen Schubser brauchen können, insgesamt verfügt MAD HEIDI aber über gutes Pacing und Timing und auch genügend trashige Professionalität.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

 

Facebook Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert