MINDHUNTER (Serie) (2017) | Filmkritik

MINDHUNTER - offizielles Serienplakat
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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8.8/10 (18)

Darsteller: Jonathan Groff, Holt McCallany, Anna Torv
Regie: David Fincher und andere
Länge: 10 x 60min
Land:
Genre: , ,
Verleih/ Vertrieb: Netflix

Es gibt heutzutage nur wenige Filmemacher, denen man vertrauen kann, David Fincher zählt dazu. Aber Fincher ist nicht nur ein guter Regisseur, er hat mit SIEBEN und ZODIAC auch einiges zum Thema Serienmörder beigetragen, wobei sich letzterer nah an den realen Ereignissen orientierte.
Die Serie MINDHUNTER beschäftigt sich mit der Arbeit der ersten Profiler, ist von Fincher (sowie Charlize Theron (MONSTER)) produziert und in vier der 10 Folgen führte der Chef selbst Regie.
mindhunter - Die FBI Agents Trent und Ford bei der Arbeit in Staffel 1

Die Handlung von MINDHUNTER

Holden Ford und Bill Tench sind zwei FBI-Agenten, die sich auf Verhandlungen mit Geiselnehmern verstehen. Alleine das macht sie zu einer Zeit, in der man Verbrecher lieber mit einem gezielten Schuss als Eloquenz ausschaltet zu Außenseitern im Polizeidienst. Dass sie aber selbst verurteilte Verbrecher besuchen und interviewen wollen, stößt bei Vorgesetzten und anderen Dienststellen zunächst auf Widerstand. Erst Stück für Stück verschaffen sich die beiden Anerkennung und prägen ganz nebenbei die Definition des heute bekannten Begriffs „Serienmörder“.

Natürlich geht es in MINDHUNTER um mehr als ein paar Begrifflichkeiten, allerdings ist die Serie kein spannungsgeladener Thriller. Opfer und Taten werden nur selten gezeigt und rasante Verfolgungsjagden gibt es hier nicht.
Stattdessen ist Kernstück der Handlung die Entwicklung des Profilings beim FBI und wir sehen den ungleichen Ford und Bench über die Schulter, wie sie (anfangs unbeholfen, dann immer professioneller) Mörder wie Ed Kemper, der unter anderem Sex mit seiner zuvor ermordeten Mutter hatte, befragen, wie sie im Keller des FBI-Gebäudes ihre eigene Abteilung etablieren müssen, wie sie gegen konventionelle Ansichten ankämpfen und was ihre Arbeit aus ihrem Privatleben macht.
Hier und da greifen die beiden und ihr kleines Team aber auch aktiv in die Ermittlungsarbeit ein.

MINDHUNTER ändert die Namen, aber bleibt realitätsnah

mindhunter - Charles Manson als Interviewpartner
Ed Kemper gibt es wirklich, die Herren Ford und Trench nicht. Deren Figuren beruhen aber auf den echten Profilern John E. Douglas und Robert Ressler, deren autobiographischen Bücher JÄGER IN DER FINSTERNIS und andere (Douglas) und ICH JAGTE HANNIBAL LECTER (Ressler) auch ins Deutsche übersetzt wurden.

Wer sich also für True Crime – Geschichten begeistert, aber sich nicht zu den Hohlbirnen zählt, die sich Mörder-Autogramme übers Bett hängen, wird mit MINDHUNTERS eine schlüssige Geschichte über Pionierarbeit erleben. Zwar sind die interviewten Straftäter weniger wortgewandt als es Hannibal Lecter in DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER war, verblüffen aber trotzdem durch ihre verstörenden Aussagen oder ihr auf den ersten Blick sympathisches Verhalten und wie zu hören ist, wurden manche der realen Gespräche 1:1 in der Serie wiedergegeben.

Vom Blick in den Abgrund

mindhunter - Staffel 1 - Szenenbild mit Jonathan Groff als Agent Holden Ford

Fazit zu MINDHUNTER

Man mag darüber streiten, ob es die Ausflüge ins Privatleben der beiden Polizisten gebraucht hätte, sollte aber einerseits verstehen, dass man eine derartige Tätigkeit wohl kaum ausführen kann, ohne dass sie unfreiwillig auch Auswirkungen auf das Leben abseits des Jobs hat. Zum anderen wird selbst in den Szenen in denen sich z.B. Holt mit seiner Freundin unterhält, erstaunlich viel Psychologie verwandt.

Etwas Kritik gibt es dennoch, denn in den letzten Folgen schleicht sich der Verdacht ein, dass man – wie leider in vielen Serien – auf Zeit spielt und sich Elemente wiederholen.
Nichtsdestotrotz: ein real anmutender Einblick in die frühe Profiler-Arbeit. Staffel 2 darf kommen.

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FAQ

Basiert MINDHUNTER auf einer wahren Geschichte?

Ja – die Figuren Holden Ford und Bill Tench basieren auf den realen FBI-Profilern John E. Douglas und Robert Ressler, die in den späten 70ern die Grundlagen des modernen Profilings legten. Die interviewten Serienmörder wie Ed Kemper sind real und wurden mit echten Namen dargestellt.

Welche echten Serienmörder kommen in MINDHUNTER Staffel 1 vor?

In Staffel 1 werden unter anderem Ed Kemper, Jerry Brudos, Richard Speck und Charles Manson interviewt. Die Darsteller trainierten ihre Rollen anhand echter Videoaufnahmen – besonders Cameron Britton als Ed Kemper wurde dafür gefeiert.

Was unterscheidet MINDHUNTER von anderen Serienmörder-Serien?

MINDHUNTER zeigt weder Morde noch Verfolgungsjagden – die Spannung entsteht ausschließlich durch Gespräche. Die Serie folgt der Entstehung des FBI-Profilings in den späten 70ern und stellt die Psychologie der Täter in den Vordergrund statt ihre Taten.

 

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