True Crime Fans werden seit Jahren an allen Ecken und Enden bedient. Bücher, Dokus, Podcasts oder Filme über Serienmörder und andere Verbrecher stehen hoch im Kurs und gerade wer sich für den charismatischen Ted Bundy interessiert, wurde in der jüngeren Vergangenheit nicht alleine gelassen.
Neben der mehrteiligen Doku TED BUNDY – SELBSTPORTRÄT EINES SERIENMÖRDERS erschienen unlängst die Filme TED BUNDY: AMERICAN BOOGEYMAN, BUNDY AND THE GREEN RIVER KILLER, sowie EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE.
Mit NO MAN OF GOD geht es erneut um Bundy…und wieder ist der Ansatz ein anderer.
Inhaltsverzeichnis
Die Handlung von TED BUNDY: NO MAN OF GOD
1980 wird Serienmörder Ted Bundy zum Tode verurteilt. Etwa zur gleichen Zeit treibt das FBI sein Profilingprogramm voran und versucht aus Interviews mit diesem Tätertypus weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Agent Bill Hagmaier probiert einen Zugang zu dem abweisenden Bundy zu finden und tatsächlich gewährt ihm dieser einen faszinierenden Einblick.
NO MAN OF GOD ist nichts für Voyeure und Gaffer
Während Serial Killer–Anhänger die Disc vielleicht mit offener Hose einlegen, wird sich hier die Spreu vom Weizen trennen. Grimmige Details aus Bundys Taten sind nicht Kerninhalt des Films, der oft Kammerspielcharakter entwickelt und die beiden Männer in den Vordergrund stellt.
Ähnlich wie bei EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE, geht es deutlich mehr um den Charakter Bundys und sein Umfeld, als den Mörder an sich.
Das verspricht wenig Action und tatsächlich zeigt der Film auch eher ein psychologisches Profil, das aus den Gesprächen der beiden Männer entsteht. Dabei geht es allerdings nicht alleine um den Verurteilten, sondern auch um den gottesfürchtigen Hagmaier, der mit seiner zurückhaltenden Art das Vertrauen seines Gegenüber gewinnt, aber auch einen Blick in einen tiefen Abgrund riskiert.
Quid pro Quo
Nicht nur Ted Bundy, auch Bill Hagmaier ist eine reale Person und der Film basiert auf den Aufnahmen, sowie der Erinnerung des FBI Agents.
Erstaunlich ist dabei, dass man sich einige Male an DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER erinnert fühlt.
Hier ein junger FBI Ermittler, dort ein eloquenter und gebildeter Mörder mit psychologischer Ausbildung. Bundy hilft dem FBI sogar bei den Ermittlungen in einem anderen Fall und taucht selbst in die Psyche von Hagmaier ein.
Auch wenn der berühmte Satz „Quid pro quo“ nicht fällt, könnte man ihn beinahe erwarten und die Konversation der Männer ist ein stetiges Geben und Nehmen (auch wenn es manchmal nur ein Kaugummi ist).
NO MAN OF GOD ist aber kein Abklatsch von DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER und auch Thomas Harris hatte beim Schreiben seines Romans nicht Ted Bundy vor Augen.
NO MAN OF GOD wird über einen Zeitraum von mehreren Jahren erzählt und allein das belegt, dass kein typischer Spannungsbogen zu erwarten ist. Allerdings ist eine Entwicklung in den Dialogen und auch in Bundys Verhalten zu spüren, als der Tag seiner Hinrichtung näher rückt.
Bundy-Darsteller Luke Kirby kennt man vor allem aus Fernsehserien. Er macht seinen Job gut und seine Mimik/Gestik wurde offenbar ebenfalls durch echte Videoaufnahmen trainiert. Nur 1-2 Mal entsteht der Eindruck, dass Kirby etwas aus der Rolle fällt.
Hagmaier wird von Elijah Wood gespielt, der natürlich seit Jahrzehnten für seine Vorliebe für Horror und Abartiges bekannt ist. Dass man Wood in seiner Rolle gerne mal zum Friseur schicken möchte, beweist zudem ein gewisses Maß an Mut zur Hässlichkeit, aber auch das gehörte natürlich zu den 80ern.
Fazit zu NO MAN OF GOD
Man kann darüber streiten, ob die Welt eine weitere Auseinandersetzung mit Ted Bundy braucht und oberflächlich ist die Frage sicher berechtigt.
Wer aber Details und Einblicke in eine Täterpsyche schätzt, die platten Voyeurismus ausklammern, sei NO MAN OF GOD empfohlen.
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FAQ
Basiert NO MAN OF GOD auf einer wahren Geschichte?
Ja – der Film basiert auf den tatsächlichen Verhören zwischen FBI-Agent Bill Hagmaier und Ted Bundy in den Jahren vor Bundys Hinrichtung 1989. Hagmaier ist eine reale Person und das Drehbuch stützt sich auf seine Erinnerungen und Aufnahmen dieser Gespräche.
Was unterscheidet NO MAN OF GOD von anderen Ted-Bundy-Verfilmungen?
NO MAN OF GOD zeigt keine Morde und keinen Voyeurismus – der Film ist ein psychologisches Kammerspiel. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis zwischen Bundy und FBI-Agent Hagmaier, das an DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER erinnert: Bundy hilft dem FBI sogar bei anderen Ermittlungen.
Wer spielt Ted Bundy in NO MAN OF GOD?
Luke Kirby spielt Ted Bundy, bekannt vor allem aus Fernsehserien. Elijah Wood spielt FBI-Agent Bill Hagmaier. Beide Darsteller trainierten ihre Rollen unter anderem anhand echter Videoaufnahmen.










