An den Slashern der 80er Jahre erfreuen heute noch viele Genrefans und auch Regisseure. Immer wieder werden Horrorfilme gedreht die entweder als ganze Hommage an das goldene Zeitalter der Slasher verstanden werden wollen, oder Teile jener Filme, die aufgegriffen werden. Auch Clare Cooney versuchte sich an einem High School-Slasher, der mit dem leidenschaftslosen Titel SLASHER IN DER HIGH SCHOOL daher kommt.
Worum geht es in SLASHER IN DER HIGH SCHOOL?
Javier und seine beste Freundin Bianca haben noch sieben Tage bis zu ihrem High School-Abschluss. Eigentlich gibt es für Javier nichts zu befürchten, er hat einer 1.0 Durchschnitt und kann es kaum erwarten, die Schule zu beenden. Die Freunde könnten unterschiedlicher kaum sein, während Bianca auf Horrorfilme steht Bücher verachtet und kaum Mitgefühl empfindet, ist Javier enorm emphatisch und ein strebsamer Schüler. Zum Leidwesen der beiden Jugendlichen gibt es an ihrer Schule Bullys, fiese Sportler mit Ansehen und ihre beliebten Freundinnen… es dauert nicht lange, bis ein Scherz aus Eifersucht für enormes Leid sorgt und obendrauf schleicht noch ein Mörder durch die Schulflure.
Javiers Visionen:
Der junge Mann spricht gerne darüber wie cool es wäre, wenn er Fähigkeiten wie CARRIE hätte, nach dem er mal wieder gemobbt wurde. Bianca hingegen ist eher ein Billy Loomis-Fan… natürlich sind das Hirngespinste und niemand will wirklich jemandem wehtun.
Eine weitere Sache macht Javier zum Außenseiter, er mag Jungs und muss sich dafür dem Spott der anderen aussetzen. Dieser Umstand und ein Geheimnis sorgen dafür, dass Javier bald im Krankenhaus landet und kurz darauf Visionen hat, sobald er von Personen berührt wird. Er sieht Bilder von schlimmen Dingen, die passiert sind oder noch werden.
Übernatürlich oder Unglücklich?
Anpruch erwartet man selten bei einem Slasher, dennoch ist es schwierig, übernatürliche Fähigkeiten in eine Story einzubauen, in der es um einen irdischen Mörder geht. SLASHER IN DER HIGH SCHOOL macht aber genau das. Vielleicht war der Vater des Gedanken, ein wenig offen zu lassen, wohin die Reise geht, das wäre allerdings Blödsinn, da von anfang an klar ist, dass hier kein Geisterknilch am Werk ist. Warum auch immer die Story so geschrieben wurde, es passt nicht zusammen und das ist der größte Minuspunkt im Film. Dazu kommt, dass Javiers Fähigkeit mit nur einem Satz in 85 Minuten Laufzeit erklärt wird, was nicht im Ansatz ausreicht um es stimmig wirken zu lassen.
Charme durch Witz:
SLASHER IN DER HIGH SCHOOL hat eine Figur, die den Film trotz aller Probleme nicht zu einem Desaster werden lässt. Es ist aber nicht die Hauptfigur Javier, sondern seine beste Freundin Bianca. Die junge Frau, gespielt von Ireon Roach (CANDYMAN) rettet viel. Mit Witz und klaren Ansagen schafft sie es, den Hauptcast in die Tasche zu stecken. Nicht nur spuckt sie immer wieder kleine Hommagen der Slasherikonen in die Schulflure, sie ergreift beherzt Partei und ist sich nicht zu schade, auch mal einen Faushieb auszuteilen. Das ist erfrischend witzig.
Fazit zu SLASHER IN DER HIGH SCHOOL:
Es ist nahezu unmöglich einen Slasher zu erschaffen, der vollkommen neue Wege geht und das ist nicht schlimm, wir lieben die guten Alten und gut kopiert ist besser als schlecht geklaut! Dennoch muss man sich schon wohl überlegen, was man den Zuschauern zeigen möchte. SLASHER IN DER HIGH SCHOOL hat kaum Handwerkliche Sorgen, auch der Cast macht seine Sache gut bis ausgesprochen gut, es ist der Mix aus ehrlichem Slasher und Übersinnlichem, der hier so gar nicht passt und eher wie eine fetzige Idee um etwas wie FREITAG DER 13. zu sein, als wie ein ernst gemeintes Drehbuch wirkt. Am Ende kann man sagen, an SLASHER IN DER HIGH SCHOOL werden eher jüngere Horrorfans Spaß haben, oder jene, die bisher kaum Berührung mit Slashern oder deren Ableger hatten. Für die alten Hasen unter euch: hier gibt es nichts zu sehen.













