Du suchst einen knallharten Horrorfilm, bei dem du eine Woche lang nicht schläfst und dich zum Würgen bringt?
Dann schau wo anders, denn SUMMONERS hat darauf keine Lust.
Wovon handelt SUMMONERS – DIE BESCHWÖRUNG?
Einst war Jess eine Hexe, doch damit hat sie aufgehört, als sie ihren Heimatort verließ.
Als sie Jahre später dorthin zurückkehrt und bei ihrem Vater lebt, trifft sie auch Jugendfreundin Alana wieder, die ihre Hilfe benötigt. Hilfe bei einem schwarzen Ritual.
Doch damit beschwören die beiden Frauen ungeahnte Kräfte und müssen sich auch mit anderen – menschlichen – Geheimnissen auseinandersetzen.
Wer Filme wie DER HEXENCLUB oder die Serie CHARMED mochte und nun selbst 10, 20 oder 30 Jahre älter ist, könnte sich bei SUMMONERS gut aufgehoben fühlen. Der fühlt sich an wie eine warme Tasse Tee mit Gläserrücken. Und auch wenn er damit testosteron-geladene Härtner ausschließt, ist das gar nicht negativ zu verstehen.
Hexen hexen
Für SUMMONERS spricht, dass er den Eindruck vermittelt, als würde er das er erzählen, was er erzählen wollte. Eine übernatürliche Geschichte, die vor allem eine Geschichte bleibt und sich nicht in Gruseleskapaden, Jumpscares und Effekten verliert.
Das ist per se ein Wagnis, denn vermarkten lassen sich „halbe Sachen“ nur schwer und dieser Mix aus Mystery, Horror und verspätetem Coming-of-age-Drama ist vermutlich bereits einer der Gründe, warum der Film bereits 2022 gedreht wurde, aber erst jetzt in Deutschland erscheint
Allerdings dürfte sich auch bei einer klareren Ausrichtung niemand um ihn gerissen haben, denn auch inhaltlich und technisch fehlen die großen Momente.
Wenn ein Film weiß, dass er sich keine fetten Fx leisten kann und deswegen kleinere Brötchen backt statt albernes CGI oder andere Stümpereien einzubauen, ist das zwar sympathisch, generiert aber keine Aufmerksamkeit. Das ist auch hier der Fall, weswegen nur einfache Effekte zum Einsatz kommen, die allenfalls andeuten können, dass gehext wird, aber für sich genommen nicht auffallen.
Das Bild ist gleichermaßen unauffällig. In einigen Szenen fehlt es schlicht an der passenden Beleuchtung, sodass man schon genau hinsehen muss, um in Nachtszenen die menschlichen Silhouetten vom Dunkelblau der Umgebung zu unterscheiden.
Mit den Schauspielern verhält es sich ähnlich. Die Hauptdarstellerinnen Christine Nyland, die auch am Drehbuch mitschrieb, und McLean Peterson zählen nicht zu den etablierten Namen in Hollywood.
Besser bekannt ist hingegen Larry Fessenden, der über die Jahrzehnte in zahlreichen Produktionen (BROOKLYN 45, WE ARE STILL HERE, JAKOB’S WIFE) mitwirkte und Jess Vater spielt.
Ist Larry Fessenden nur wegen der Quote da?
Zwar macht Fessenden einen guten Job, er ist aber kaum mehr als der Dad, der herumsitzt, wenn seine Tochter ins Haus kommt oder dieses wieder verlässt.
Man wird den Eindruck aber nicht los, dass er tatsächlich nur für ein paar Szenen eingekauft wurde, die sich im Nachhinein in den Film schneiden lassen, um seinen Namen aufs Cover setzen zu können und zumindest einen Mann im sehr weiblichen Cast zu haben.
Aber nachdem Hexen nun einmal eine weibliche Sache ist, die Hauptfiguren Frauen sind und 50% der Autoren Frauen sind, ist es nicht allzu verwunderlich, wenn auch die Geschichte weiblich wirkt, bzw. aus weiblicher Perspektive erzählt wirkt und sich auch das passende Publikum einfinden wird.
Für die Geschichte selbst sind die Hexen nur ein Aufhänger. In SUMMONERS geht es um Freundschaften, Verlorenes, Familie und Schuld, also Dinge, die man auch ohne Magie wiederfinden kann, wenn man nach Jahren in seine Heimatstadt zurückkehrt, die aber magisch wirken können.
Das ist gut gemeint, die entsprechenden Szenen zünden aber zu wenig. In den Händen besserer Erzähler und/oder Schauspieler wäre dort mehr drin gewesen.
Fazit zu SUMMONERS – DIE BESCHWÖRUNG
Vom Marketing-Label „Horror“ sollte man sich ebenso wenig blenden lassen wie vom blutigen Cover oder der Teilnahme Larry Fessendens.
Wer aber diese kleinen Filme mit ungewöhnlichem Ansatz sowie die Balance aus Hexen und Familien-Drama fein findet, kann sich SUMMONERS zu Gemüte führen.













