Was wollen wir alle? Horrorfilme! Was wollen wir nicht? Aufgewärmte Themen die auch noch schlecht in Szene gesetzt sind! Dennoch probieren sich immer wieder Regisseure an bekannten übergeordneten Storys, wie jener von THE CRUCIFIX. Ob das eine gute Idee war, haben wir uns im Folgenden angeschaut.
Story von THE CRUCIFIX
Sara und Fergus haben eine schreckliche Zeit hinter sich, ihr geliebter kleiner Sohn ist verstorben. Um die Vergangenheit ruhen zu lassen und einen neuen Lebensabschnitt an der Küste Schottlands zu beginnen, ziehen die beiden um. Bald erweckt eine Entdeckung in ihrem neuen Haus einen bösen Geist zum Leben, der seit Jahrhunderten geruht hatte. Sara gerät in seine Fänge und Fergus ist überfordert damit, seine Frau zu retten. Gemeinsam mit einem Priester unterziehen sie Sara einem Exorzismus, der völlig außer Kontrolle gerät.
Das klingt erst mal nach einem Beginn… wenn man davon absieht, wie dieser dargestellt wird. Sara hat offensichtlich noch große Probleme mit dem Verlust des Kindes und auch der Umzug scheint ihr wenig zu gefallen. Fergus hingegen scheint erleichtert und mit Tatendrang beseelt, denn während seine Frau in dem neuen Haus so gar nicht zurecht kommt, treibt es den Mann mit seinem Metalldetektor nach draußen in die Weiten Schottlands. Nach wenigen Schritten stößt Fergus (natürlich) auf eine enorme Entdeckung und bringt diese in sein Heim.

Was macht THE CRUCIFIX gut?
So schade es auch ist, dafür muss man wirklich good faith an diesen Film heran gehen, was schon einmal schwer fällt, weil diese Thematik enrom ausgeschöpft ist. Dennoch, ein paar Dinge sind gut gelungen. Zum Beispiel wirkt die Kameraarbeit flüssig und zeigt schöne, unheimliche bis groteske Bilder von der Landschaft, den Darstellern, von dem Set und auch das Spiel mit Licht und Schatten funktioniert unerhört gut, dies ist auch die große Stärke von Regisseur Stephen Roach, der bisher bei 14 Filmen die Kamaraarbeit geführt hat, dagegen stehen 2 Filme unter seiner Regie. Auch der Cast spielt glaubhaft, zum Teil nervig und übertreiben (was hier tatsächlich notwendig ist). Man kann hier ergo nicht den Darstellern vorwerfen, dass sie THE CRUZIFIX ins verderben gestürzt haben.

Gut geklaut oder schlecht kopiert?
THE CRUCIFIX hat viel von allem, was ein Horrorfilm nicht haben sollte. Fangen wir bei dem drehbuch an… es ist unbestritten nicht einfach, eine alte bekannte Geschichte neu zu schreiben, wer das möchte, sollte sich dem bewusst sein und eine grandiose Idee haben. Nun, Drehbuchautor Robert Howgate, Autor von 2 Fimen, hatte diese Idee nicht. Die Schwäche von THE CRUCIFIX beginnt schon mit dem Aufbau der Geschichte, Sara und Fergus haben einen gemeinsamen Schicksalsschlag erlebt, diese Vergangenheit ist wichtig für den Verlauf ihrer Beziehung und der Story.
Leider eilt die Erzählung so fix, dass es dem Zuschauer gar nicht möglich ist, Sympathie gegenüber Irgendwem aufzubauen, der gesamte Cast bleibt die ganze Zeit über belanglos und jede Figur verzichtbar. Dass das bei einer Geschichte die Exorzismuss und Verlust von geliebten Personen bereithält die Kernkraft ist, war wohl weder dem Regisseur noch dem Autor klar.

Schauen wir uns nun an, was der Genickbruch für THE CRUCIFIX ist: neben all den Sorgen in der Erzählung gibt es noch die geklauten Szenen, die teilweise unerhört frech kopiert sind! Ihr kennt Horrorfilme die dem Subgengre Exorzismuss angehören, die Merkmale wie die Besessenheit einer Person durch einen Dämon, der Versuch, den Dämon durch einen Exorzismus zu vertreiben sind wichtige Elemente. Auch typisch ist die Darstellung einer übernatürlichen Bedrohung, die in den meist ledierten Alltag einbricht, und die Verwendung religiöser Rituale wie Gebete und Beschwörungen zur Abwehr des Bösen. Das Problem? All das gibt es in Hülle und Fülle! Welche grandiose Idee hatte also der Autor? Er lässt die Besessene über dem Bett fliegen, der Pater wird beleidigt, angespuckt und verletzt, die lieblich weibliche Stimme wird zu einem dämonischen Klang mit einer Sprache die NIEMAND kennt… und nein, keine der Szenen ist irgendwie originell umgesetzt! Selbst der Plot ist unangenehm und thematisch nicht klug gewählt.
Fazit zu THE CRUCIFIX:
Unemotionale Story, lange durststrecken mit geklauten Bildern und ganzen Szenen… einzig die Kameraarbeit ist gelungen. Dieser Film kann keine Empfehlung bekommen, außer ihr wollt euch mal so richtig aufregen. Spart euch die Zeit und schaut stattdessen mal wieder DER EXORZIST (1973) an.










