Nachdem Peter Jackson mit BAD TASTE und BRAINDEAD im Splatterbereich Maßstäbe setzte und bevor er mit der HERR DER RINGE – Trilogie auch die breite Maße abholte, drehte er mit HEAVENLY CREATURES und THE FRIGHTENERS zwei Filme, die zeigten, dass er ein breites Genre-Spektrum abdecken kann, die die beinharten Fans der Anfangstage aber sicher abschreckten und kommerziell unter den Erwartungen blieben.
Glücklicherweise hat es Jacksons Karriere nicht geschadet und Qualität ist nicht immer am Einspielergebnis zu messen, weswegen THE FRIGHTENERS 30 Jahre nach Drehende insgesamt gut dasteht.
Wovon handelt THE FRIGHTENERS?
Frank Bannister kann tote Menschen sehen. Nicht nur das, er arbeitet sogar mit ihnen zusammen und lässt sie zunächst bei Menschen spuken, bevor er sich als Geisterjäger vorstellt und seine toten Kumpel wieder einfängt.
Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und als ein Kunde kurz nach Franks Einsatz stirbt, gerät dieser unter Mordverdacht.
Hilfe erhält er ausgerechnet von der Witwe des Toten, aber was haben der Sensenmann und ein Amoklauf vor vielen Jahren mit alledem zu tun?

Eigentlich war THE FRIGHTENERS als Episode von GESCHICHTEN AUS DER GRUFT ausgelegt, aber Robert Zemeckis, der hier als Produzent auftrat, mochte den Stoff so sehr, dass er einen Langfilm daraus machte. Gute Entscheidung und bemerkenswerterweise wirkt der Film auch nicht künstlich in die Länge gezogen und die Vielzahl von Figuren gut in die Story integriert.
Diese Figuren bestehen dann auch oftmals aus bekannten Namen. Bannister wird von Michael J. Fox gespielt, Horrorlegenden Jeffrey Combs (RE-ANIMATOR) und Dee Wallace (CUJO) sind dabei und in Cameos sieht man z.B. Peter Jackson selbst, sowie Kate Winslet und Melanie Lynskey.
Die Stars geben sich die Klinke in die Hand
Wer THE FRIGHTENERS noch nie gesehen hat, einen ekel- und goregeladenen Horrorstreifen sollte man, wie schon angedeutet, nicht erwarten. Dies ist trotz der Geister- und Killer-Inhalte eher eine Gruselkomödie. Nichtsdestotrotz erhielt das Werk in Deutschland eine (unverständliche) FSK „ab 18“ und auch in den USA ein R-Rating.
Inzwischen hat man bei der FSK wohl noch mal nachgedacht und die seit einigen Jahren geltende „ab 16“-Freigabe ist sicher angemessener.

Der Film zeigt zwar hier und da ein paar Momente, die vom Gruselfaktor sicher nichts für Kleinkinder sind, auch blutig kann es mal werden, aber nicht nur ist man meilenweit von BRAINDEAD entfernt, THE FRIGHTENERS wirkt auch nie wirklich bedrohlich, sondern steht mehr in der Tradition von BEETLEJUICE, GHOSTBUSTERS oder auch GHOST – NACHRICHT VON SAM.
Vielleicht erklärt das aber auch den ausbleibenden kommerziellen Erfolg, denn die genannten Vorbilder stammen aus den 80ern, bzw. GHOST von 1990, während leichtfüßiger Stoff im Herzen der düsteren 90er vielleicht einfach keine Abnehmer fand.
Mit THE FRIGHTENERS fühlen sich die 90er an wie die 80er
Ein Michael J. Fox tut sein Übriges. Auch wenn er nicht mehr den Teenager wie aus ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT spielt, füllt er die Rolle des gutherzigen Gauners wunderbar, nur eben nicht gruslig.

Obwohl man THE FRIGHTENERS damit als leichten Film betrachten darf, orientiert es sich lose an dem Fall von James Starkweather, der zusammen mit seiner jungen Komplizin in den 50ern eine 11 Opfer umfassende Mordserie begangen hatte.
Rückblickend fällt auf, dass auch ein Peter Jackson, der zu BAD TASTE-Zeiten die Masken noch im heimischen Backofen gebrutzelt hatte, den technischen Fortschritt für sich entdeckt hatte, was in zahlreichen CGI-Effekten mündet.
Anfangs sehen diese dank dezentem Einsatz und genügend Dunkelheit noch brauchbar aus, gegen Ende lässt Jackson aber die Computer von der Leine, womit er dem Film schon 1996 keinen Gefallen tat und was heutzutage in 4K unangenehm scharf daherkommt.
Fazit zu THE FRIGHTENERS
Wenn die Effekte eines 30 Jahre alten Films das größte Manko sind, bedeutet das, dass er vieles richtig macht.
Auch wenn THE FRIGHTENERS für mich persönlich kein Favorit aus Jacksons oder Fox‘ Lebenslauf ist, ist immer was los, Spaß und leichter Grusel gehen Hand in Hand und trotz einer Anzahl von Genres, Figuren und Handlungssträngen entgleitet Jackson sein Werk nie. Und damit bleibt THE FRIGHTENERS auch heute noch relevant.
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