THE HUMAN CENTIPEDE (2009) | Filmkritik

The Human Centipede - Offizielles Filmplakat
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.5

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5.8/10 (21)

Darsteller: Dieter Laser, Ashley C. Williams, Ashlynn Yennie
Regie: Tom Six
Drehbuch: Tom Six
Länge: 84 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 07. September 2012
FSK: ab 18

Es gibt einige wenige Filme, über die man in den letzten Jahren ausgiebig diskutierte.
Einer ist natürlich A SERBIAN FILM, der aufgrund seines ausufernden Cocktails an Sex und Gewalt auf sich aufmerksam machte. Ein anderer ist THE HUMAN CENTIPEDE, dessen Handlung auf den ersten Blick eigentlich viel zu absurd wirkt…

Denn dort plant ein Chirurg drei Menschen aneinander zu nähen, und zwar Mund an Anus, um so einen „menschlichen Tausendfüßler“ zu erschaffen.

Die Handlung von THE HUMAN CENTIPEDE?

Zwei amerikanische Touristinnen klingeln dummerweise an der Tür dieses deutschen Arztes, nachdem ihr Auto einen Platten hatte. Schnell bemerken die beiden, dass mit dem Mann etwas nicht stimmt, doch da ist die Haustüre bereits verschlossen und die Drogen, die er ihnen verabreicht beginnen zu wirken.

Was in der Folge gezeigt wird, übersteigt eigentlich jede Fantasie. Dr. Heiter, so der paradoxe Name des von Dieter Laser gespielten Chirurgen, will seine Opfer nicht töten, sie nicht vergewaltigen und nicht einmal im herkömmlichen Sinne quälen, sondern ist fasziniert von seinen OP-Künsten, die er scheinbar zuvor an drei Hunden ausprobierte.

the human centipede - Dr. Heiter und seine Opfer im Garten

Dementsprechend ist die abartige Menschenkette das unangefochtene Kernstück von THE HUMAN CENTIPEDE. Die Fluchtversuche vor und nach der Operation sind beinahe vernachlässigbar. Wer hier einschaltet will den Tausendfüßler sehen, mit allen sich daraus ergebenden Problemen und Ekeleinlagen.
Zwar ist es interessant, dass im Laufe des Films der Tausendfüßler tatsächlich zu einer Einheit verwächst und es trotz einer denkbar ungünstigen Ausgangslage schafft Dr. Heiter auf Augenhöhe zu begegnen und hier und da flammt womöglich etwas Mitgefühl auf, ansonsten sind wir aber einfach neugierige Zeugen dieses Experiments, die sich auf die nächsten Entwicklungen und Untersuchungsergebnisse freuen.

Absurd, eklig, aber stark gespielt

Dabei sollte man aber nicht die Leistung von Dieter Laser in THE HUMAN CENTIPEDE übersehen. Dieser geht nach Max Schreck und Klaus Kinski (beide als Nosferatu) als einer der besten deutschen Horrorfilmbösewichte durch. Zwischen mürrischem Akademiker, narzisstischem Visionär und aufbrausendem Psychopathen wirkt sein Auftritt doch stimmig und einzigartig.

The Human Centipede - First Sequence - Das Opfer wird mit seinem Mund an den Hintern des Vordermannes genäht

Als Vorlage des Dr. Josef Heiter dürfte eine reale Figur der deutschen Geschichte gedient haben und es ist kaum machbar über THE HUMAN CENTIPEDE zu sprechen ohne die Verbrechen des KZ-Arztes Josef Mengele zu erwähnen, der in Auschwitz tausende Menschen bei Versuchen tötete und dabei unter anderem auf ähnliche Mittel zurückgriff wie hier im Film.

THE HUMAN CENTIPEDE ist einer der kontroversen Streifen des 21. Jahrhunderts

Wie man es findet, dass diese Gräueltaten in einem Unterhaltungsfilm untergebracht werden, mag jeder für sich entscheiden. Allerdings ist THE HUMAN CENTIPEDE tatsächlich nur ein Unterhaltungsfilm, der weder historische Korrektheit beansprucht, noch (reale) Opfer verhöhnt und trotz eindeutiger Referenzen Abstand zur Realität hält. Hier sollen natürlich die Grenzen des guten Geschmacks ausgelotet werden, allerdings in einer völlig überzogenen Art und Weise.

the human centipede - Dieter Laser als Dr. Heiter und seine Opfer

Fazit zu THE HUMAN CENTIPEDE – DER MENSCHLICHE TAUSENDFÜSSLER

Der Film lebt von der ungewöhnlichen Idee des menschlichen Tausendfüßlers. Sobald man diese Attraktion zu genüge bewundert hat, stellt man aber fest, dass der Rest der Geschichte weniger interessant und sich zumindest die Frage stellt, ob eine Fortsetzung notwendig ist…aber diese Frage hat sich ja inzwischen geklärt.

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FAQ

Wie eklig ist THE HUMAN CENTIPEDE?

Der Schrecken entsteht weniger durch Splatter als durch die Grundidee selbst: drei Menschen, Mund an After zu einer Verdauungskette zusammengenäht. Explizite Gewalt gibt es vergleichsweise wenig, der Ekel speist sich aus der Vorstellung und den sich daraus ergebenden Konsequenzen. Body-Horror für starke Mägen, aber kein reiner Gore-Film.

Beruht THE HUMAN CENTIPEDE auf einer wahren Begebenheit?

Nein. Die Handlung ist frei erfunden – die Idee entstand laut Regisseur Tom Six aus einem makabren Scherz. Die Figur des deutschen Chirurgen Dr. Heiter weckt allerdings bewusst Assoziationen an die Menschenversuche der NS-Zeit, etwa die Verbrechen des KZ-Arztes Josef Mengele. Der Film beansprucht dabei keine historische Korrektheit und hält klaren Abstand zur Realität.

Ist THE HUMAN CENTIPEDE in Deutschland geschnitten oder verboten?

Nach der Premiere auf dem Fantasy Filmfest fand der Film über zwei Jahre keinen Verleih. 2012 erschien er dann mit FSK 18, allerdings nur in einer um mehrere Minuten gekürzten Fassung (84 statt 92 Minuten). Die ungeschnittene Version ist in Deutschland nicht FSK-geprüft, kam aber uncut mit deutscher Synchronisation in Österreich heraus. Der erste Teil wurde nicht beschlagnahmt – anders als seine Fortsetzungen.

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