2022 hat Netflix mit dem norwegischen Film TROLL einen doch etwas überraschenden Erfolg gefeiert und noch heute ist er der meistgesehene nicht-englischsprachige Film bei dem Streamingdienst. Es ist also nicht verwunderlich, dass genau drei Jahre später eine Fortsetzung des Monsterfilms veröffentlicht wurde. Die Besetzung ist zu großen Teilen gleich und auch der Regisseur ist weiter dabei.
Statt einem Troll gibt es nun zwei der übriggebliebenen Riesen, die sich überraschenderweise nicht verstehen und einen Kampf auf Leben und Tod beginnen. Schauen wir uns an, ob TROLL 2 Innovation bringt oder nur mehr vom selben.

Inhalt von TROLL 2
Nora lebt nach den Ereignissen mit dem letzten Troll zurückgezogen und vergräbt sich in Recherchen über Trolle und deren Geschichte. Ihre Ruhe wird von Kim gestört, der noch immer für die Regierung arbeitet und ihr unbedingt etwas zeigen will: In einem militärischen Komplex wird ein weiterer Troll gefangen gehalten, der jedoch in einer Art Winterschlaf verharrt. Als dieser plötzlich aufwacht und sich losreißt, ist erneut ganz Norwegen in Gefahr. Gemeinsam mit Kris und Marion versuchen sie den Troll aufzuhalten.
Resümee zu TROLL 2
Das Gute zuerst: Das Budget war mit schätzungsweise knapp 10 Millionen Euro recht hoch und dementsprechend gut sehen die Trolle aus. Auch die detailreich gestalteten Sets lassen auf die Mühe schließen, die in das Projekt geflossen ist. Zudem ist die norwegische Landschaft wirklich einen Blick wert und die Kameraarbeit fängt das hervorragend ein.
Das Schlechte: Es gibt zu wenig von den Trollen zu sehen.
TROLL 2 erinnert stark an die US-amerikanischen Godzilla-Streifen und vor allem an den ersten der Neuauflage aus dem Jahr 2014. Es gibt viele Diskussionen und Drama zwischen Menschen, einiges an Militärbesprechungen, aber die eigentlichen Stars des Films bekommen einfach nicht genug Bildschirmzeit. Vor allem das Aufeinandertreffen der beiden Giganten ist enttäuschend und hätte Potenzial für mehr gehabt. Stattdessen hetzt die Truppe durch die Katakomben des Nidarosdoms in Trondheim und versucht, das Grab von dem König zu finden, der angeblich das Ausrotten aller Trolle angeordnet hat. Dieses Grab wurde ewig nicht gefunden, obwohl es so simpel versteckt ist, dass es quasi aus Versehen gefunden wird. Aber Logik ist in Monsterfilmen nicht unbedingt gefragt, von daher wollen wir etwas Nachsicht walten lassen.
Mehr Zeit mit den Trollen hätte den norwegischen Film jedoch deutlich aufgewertet und kurzweiliger werden lassen. Denn wenn die Trolle zu sehen sind, steigt der Unterhaltungswert deutlich an, beispielsweise wenn ein paar Menschen in einer Disco als kleiner Snack verspeist werden.

Die Handlung selbst entspricht etwa dem, was man von einem Monsterfilm erwartet. Es gibt keine ausgetüftelten Wendungen, dafür aber Menschen, die sich ausgesprochen dämlich verhalten. Hier und da gibt es ein paar humoristische Einwürfe, beispielsweise wenn erneut das Haus des älteren Pärchens aus Teil 1 zerstört wird oder wenn scherzhaft über Fortsetzungen hergezogen wird. Im Großen und Ganzen hält TROLL sich jedoch an die genretypischen Abläufe und ist somit wenig innovativ.
Zugutehalten kann man dem Film jedoch, dass er die meiste Zeit trotz wenig eigener Ideen unterhaltsam ist. Die Mythologie um die Trolle wird etwas ausgeweitet und auch Olav II. Haraldsson wird behandelt, auch wenn nicht unbedingt historisch akkurat.
Zusammengefasst ist TROLL 2 eine Fortsetzung, die wenig Neues bringt, aber trotzdem unterhaltsam ist. Mehr Bildschirmzeit für die Trolle hätte dem Streifen gutgetan, aber es wurde bereits ein dritter Teil angedeutet und eventuell gibt es dann mehr Monster und weniger Menschen.











