SCREAM 7 hatte schon vor Beginn der Dreharbeiten SCREAM 7 mit massiven Problemen zu kämpfen.
Melissa Barrera wurde aufgrund politischer Aussagen, die beim Arbeitgeber schlecht ankamen, gefeuert. Ihre Filmschwester Jenna Ortega kündigte kurz darauf an, ebenfalls nicht mehr zur Verfügung zu stehen und das Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin & Tyler Gillett (READY OR NOT?), das die Teile 5 und 6 mit den beiden Carpenter-Schwestern erfolgreich und nahbar aufbaute, wurde nicht wieder verpflichtet.
Christopher Landon (HAPPY DEATHDAY) wollte und sollte übernehmen, stieg wegen chaotischer Bedingungen aber ebenfalls wieder aus.
Immerhin wurde den Produzenten bewusst, dass sie nun reagieren müssen und so wurden zwei Personen zurückgeholt, die seit jeher das Fundament der Reihe bildeten, zuletzt aber abhandengekommen waren: Original-Drehbuchautor Kevin Williamson wurde als Regisseur installiert und Neve Campbell darf in die Rolle der Sidney zurückkehren, die ihre Karriere definierte.
Klingt doch gut…oder?
Die Handlung von SCREAM 7
Sidney Prescott bzw. nach ihrer Hochzeit Sidney Evans lebt mit Mann und Tochter weit weg von Woodsboro in einer Kleinstadt, wo sie ein Cafe betreibt. Mit der Teenie-Tochter Tatum läuft es gerade nicht so richtig, denn die will mehr über die Vergangenheit der Mutter wissen und Sidney will nicht, dass Tatums Freund Ben nachts durchs Fenster steigt.
Das ist aber das kleinste Problem, denn als Sidney einen Videoanruf von Stu Macher erhält und kurz darauf eine von Tatums Freundinnen brutal ermordet wird, ist klar, dass Ghostface zurück ist.
Mit Teil 6 hatte man sich von Woodsboro verabschiedet, kehrt im Prolog zu SCREAM 7 aber noch einmal dahin zurück, wo Stus Elternhaus inzwischen ein Touristenattraktion ist. Außer dass darüber diskutiert wird, dass Stu womöglich noch am Leben sein könnte, bietet der Opener zwei typische SCREAM-Kills, unterstreicht den Kult, der in dieser Welt um die Morde und die Film-im-Film-Slasherreihe STAB gemacht wird, ist aber ansonsten von der Haupthandlung getrennt zu betrachten.
Tatsächlich kommen an dieser Stelle dezente SCARY MOVIE – Vibes auf und nicht nur der männliche Part des Paares, der seine Freundin immer wieder erschrecken will, wirkt albern, sondern auch der Tod, bei der das weibliche Opfer von einem Kronleuchter baumelnd auf Ghostface fällt, der aber dem Aufprall nicht ausweicht, sondern gerade noch das Messer hochhält, um die junge Frau auszuweiden.
Brutal? Klar!
Stellenweise auch gut inszeniert? Ebenfalls!
Übel konstruiert? Yes und da diese Sequenz stellvertretend für den weiteren Film steht, lohnt es genau hinzusehen.
Scream 7 Kritik: Zwischen Meta-Horror und Selbstkopie
Denn die SCREAM-Reihe ist nicht nur immer mehr eine Karikatur ihrer selbst, sie steht inzwischen auch für die immergleichen Filme, über die sich der erste Film 1996 lustig machte. Hier wird Malen-nach-Zahlen betrieben und die SCREAM-Formel lautet:
-du kannst mitraten, wer der Mörder ist
-es gibt (fast immer) mehrere Killer
-bei jedem Angriff muss Ghostface auch ein paar blaue Flecken einstecken.
-am Ende muss minutenlang erklärt werden, um den Tätern und Motiven einigermaßen Sinn zu geben
-um die eigenen Schwächen zu kaschieren, zündet man das Meta-Leuchtfeuer
-aktuelle Entwicklungen im Horror oder der Gesellschaft werden eingebaut
Daran ist nicht alles schlecht und dass dieses Mal KI und vom Handy gesteuerte Überwachungskameras Teil der Geschichte sind, war natürlich 1996 nicht absehbar.
Aber stell dir vor, du willst jemandem zu Hilfe eilen, bleibst dann aber lieber stehen, um der Person zu erklären, was die Überwachungskamera zeigt.
Oder stell dir vor, du bist Ghostface, kriegst einen Feuerlöscher ins Gesicht (das Metall, nicht den Schaum), dich stört das aber gar nicht.
Sidney erinnert derweil im Verhalten an Laurie Straude in HALLOWEEN 2018, aber da in SCREAM 7 konkret auf Final Girls wie Jamie Lee Curtis Bezug genommen wird, zieht der Film den Meta-Joker und entschuldigt das Verhalten damit.
Das ist durchschaubar, letztlich aber auch clever. Dass sich viele Figuren verhalten, als wäre man nur Teil eines weiteren Films und es ginge nicht ums echte Leben, lässt sich dadurch übersehen, dass jeder wieder und wieder die Regeln von Horrorfilmen, aber auch SREAM im Speziellen wiedergibt. Nur mach man das seit 1996.
Was keiner der Jugendlichen mit Fachwissen über Horrorfilme erwähnt: dass siebte Teile meist belanglos sind.
Scream 7 Analyse: Nostalgie, Fanservice und fehlende Innovation
Sidney und Hass-Freundin Gale Weathers werden innerhalb der Geschichte zu ebenso nostalgischen Helden (v)erklärt, wie wir sie als Zuschauer wahrnehmen und bereits Bekanntes wird in einer Weise aufgewärmt, dass es nicht wie gedanklicher Diebstahl wirkt, sondern eine unglaublich smarte Referenz, Easteregg oder Hommage. Das beginnt mit dem Durchs-Fenster-steigen, das man vom Original kennt und endet mit einer KI-Montage vergangener Figuren, wo selbst Dewey samt seinem prägnanten Score noch mal das Fanherz bedient.
Aber SCREAM 7 will mehr. Er will auch groß sein. Kills finden nicht einfach nur statt, man macht (im wahrsten Sinne des Wortes) Theater daraus.
Der erste Mord an Tatums Freundin passiert, als diese bei einer Theaterprobe in einer Seilvorrichtung hängt und vom Killer nach Belieben hin und her, hoch und runter geschleudert wird. Vom Rest des Theaterteams ist niemand in Sicht und in der ganzen Schule ist minutenlang niemand in Hörweite, sodass der Mörder einen weiteren unfassbar konstruierten, unglaubwürdigen und auch unbedrohlichen Mord verübt. Das macht was her fürs Auge, da sagt man auch „das habe ich noch nie gesehen“, es ist aber auch Quatsch.
Oder nehmen wir den Panikraum in Sids Haus (wie gesagt, es steckt viel Laurie Straude in ihr). Kaum kann sie sich hineinretten, rennt sie auch schon wieder raus und stolpert zur nächsten an den Haaren herbeigezogenen Szene. Wofür hat man einen solchen Safe-Room, wenn man ihn das eine Mal im Leben braucht aber nicht nutzt?
Altbacken, aber enorm erfolgreich
Natürlich verstehen auch wir, dass SCREAM 7 zum ein Horrorfilm ist und keine Doku. Man darf und muss hier etwas Entertainment bieten. Es ist auch klar, dass Fanservice nötig ist und so wie in jedem EVIL DEAD-Film eine Kettensäge zu sehen ist, muss Ghostface immer zuerst anrufen, dann ein paar aufs Maul bekommen und zuletzt doch noch zustechen.
Und trotzdem hangelt sich dieser Film nur an Vorgaben und pseudo-kreativen Ideen entlang, ohne je smart und einfallsreich zu wirken oder was Neues zu wagen.
Wäre zum Beispiel Sidneys Tochter das erste Mordopfer gewesen, hätte das dem SCREAM 7 eine ganz andere Dynamik verliehen, aber das traute man sich nicht und da man sich so gar nichts traut, das für Entsetzen oder wenigstens Überraschung sorgen könnte, läuft der Film eben durch wie seichte Musik im Supermarkt, schmerzt aber nicht.
Die vielleicht erschreckendste Erkenntnis nach der Sichtung ist, dass SCREAM 7 alt wirkt.
Kevin Williamson war zum Zeitpunkt des Drehs 60, Neve Campbell 52.
Zum Vergleich: Melissa Barrera (34), Jenna Ortega (22), Matt Bettinelli-Olpin (47) und Tyler Gillett (43) wären um einiges jünger und das war SCREAM 5 und SCREAM 6 anzumerken.
SCREAM 7 fühlt sich an wie ein Relikt der 90er. Egal ob es „coole“ Oneliner, die Kills, die Ideen oder auch solche klischeehaften Momente sind, in denen am Ende eine schwerstverletzte Figur noch eben in den Krankenwagen gehoben wird, man sich aber keine Sorgen um ihn macht, denn wenn erst mal die Polizeisirenen heulen stirbt niemand mehr. Welcome back to the 90s… und das ist nicht positiv gemeint.
Nun können wir hier kritisieren wie wir möchten, zwei Dinge bleiben festzuhalten:
1. SCREAM 7 hat trotzdem ein paar schöne Szenen (dazu zählt zumindest optisch auch die Theaterszene), ist brutal, langweilt nicht und hat Action.
2. Der Film lief wahnsinnig gut, spielte mehr ein als jeder andere SCREAM-Teil und ist (bezeichnenderweise) nach HALLOWEEN 2018 der erfolgreichste Slasher des 21. Jahrhunderts.
Bewertungsportale wie IMDB oder Letterboxd sagen zwar aus, dass sich viele erst ein Ticket kauften und dann unzufriedene Bewertungen abgaben, was SCREAM 7 im Notendurchschnitt sogar hinter den ungeliebten SCREAM 3 setzt, der kommerzielle Erfolg garantiert aber einen achten Teil.
Fazit zu SCREAM 7
Ein Vergleich mit Teil 3 ist passend, denn auch dieser „SCREAM H30“ wirkt erträglich, aber uninspiriert; ist mehr Business as usual als Wow.
Einen wirklich schwachen Film hat die Reihe weiterhin nicht, aber mal wieder ein paar Jahre Pause und junge Köpfe würden dem Franchise jetzt gut tun.
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Inhaltsverzeichnis
- Die Handlung von SCREAM 7
- Scream 7 Kritik: Zwischen Meta-Horror und Selbstkopie
- Scream 7 Analyse: Nostalgie, Fanservice und fehlende Innovation
- Altbacken, aber enorm erfolgreich
- Fazit zu SCREAM 7
- SCREAM 7 streamen
- FAQ
- Ist Scream 7 eine direkte Fortsetzung von Scream 6?
- Warum sind die Hauptdarstellerinnen aus Scream 5 und 6 nicht mehr dabei?
- Lohnt sich Scream 7 für Fans der Reihe?
FAQ
Ist Scream 7 eine direkte Fortsetzung von Scream 6?
Nein. Scream 7 entfernt sich deutlich von der Story rund um die Carpenter-Schwestern und setzt stattdessen wieder auf Sidney Prescott als zentrale Figur. Dadurch wirkt der Film eher wie ein inhaltlicher Neustart innerhalb der Reihe.
Warum sind die Hauptdarstellerinnen aus Scream 5 und 6 nicht mehr dabei?
Melissa Barrera wurde nach kontroversen Aussagen entlassen, wodurch ihre Figur wegfiel. Jenna Ortega stieg kurz darauf aus, auch wegen der veränderten Produktionsbedingungen und kreativen Neuausrichtung des Films.
Lohnt sich Scream 7 für Fans der Reihe?
Für langjährige Fans bietet Scream 7 viel Nostalgie und bekannte Elemente rund um Ghostface und Sidney. Wer jedoch Innovation oder frische Ideen erwartet, dürfte den Film als eher routiniert und vorhersehbar empfinden.











