Weil die Welt dringend neue Haifilme braucht, schickt Amazon Kathryn Newton und Lana Condor in THE DEVIL’S MOUTH in ein Höhlensystem, in das sich ein hungriger Bullenhai verirrt hat.
Die Handlung von THE DEVIL’S MOUTH – DER TEUFELSSCHLUND
Fünf Collegekids machen Urlaub in Thailand. Darunter sind die ruhige, vorsichtige Sara und die forsche Max. Beide sind Freudinnen, haben aber immer wieder ihre Probleme miteinander. Nachdem schon ein Yacht-Ausflug abenteuerlich endet, indem Sara durch Max‘ Schuld beinahe im Wasser vergessen und durch Quallen verletzt wird, ist für den nächsten Tag ein Trip in eine abgelegene Unterwasser-Höhle angesetzt.
Durch einen vorangegangenen Sturm hat sich ein aggressiver Bullenhai in das verwinkelte System verirrt und macht nun Jagd auf die Touristen.
Bevor THE DEVIL’S MOUTH zur eigentlichen Hauptgefahr kommt, führt er uns erst mal vor, wie gefährlich die Wasserwelt ist. Beim Baden im Meer vergessen zu werden ist natürlich keine schöne Vorstellung, dazu kommen die Quallen, Abends wird am Hotelstrand eine akkurat abgeknabberte Meeresschildkröte angespült und selbst in der Höhle sind einige größere Fische im Stile von Aalen oder Muränen unterwegs. Das ist aber alles nebensächlich, wenn der Hai erst mal auftritt.
Dass jemand im Ozean zurück bleibt kennt man natürlich aus OPEN WATER, Haie in Höhlen aus 47 METERS DOWN: UNCAGED, in der Krokodilvariante aus BLACK WATER: ABYSS und die Erforschung von Höhlen allgemein aus THE DESCENT.
Obwohl THE DESCENT natürlich ohne Fische auskam, sucht THE DEVIL’S MOUTH vor allem die Nähe dorthin.
THE DEVIL’S MOUTH ist THE DESCENT mit Hai
Wenn man schon auf eigene Ideen verzichtet, ist das eine gute Wahl, da THE DESCENT ein starker Horrorfilm ist. Dass man aber einfach den Vornamen der Hauptfigur Sara(h) übernimmt, eine schwierige Freundschaft einbaut und natürlich die Höhle als Location, dann aber jegliche Erzählkunst, Spannung, Härte und Nachvollziehbarkeit sausen lässt, ist zum Scheitern verurteilt.
Und nein, auch dass in THE DEVIL’S MOUTH ein paar prägnante Shots wie die schreiende, blutige Hauptfigur, das Krabbeln zum Höhlenausgang in den Schlussminuten oder der Gebrauch von rotleuchtenden Fackeln kopiert wurde, hilft nicht weiter.

Natürlich muss man das nicht überbewerten, denn Fackeln sind nun mal in jeder Höhle hilfreich, weil Höhlen eben dunkel sind. Tun wir also mal wohlwollend so, als wäre all das ein Zufall.
Für THE DEVIL’S MOUTH gilt das Fehlen von Licht ganz besonders, denn die meiste Zeit des Film starrt man als Zuschauer angestrengt auf den dunklen Bildschirm, um zu erkennen, was da los ist.
Sieht man dann doch mal was, wie einen CGI-Hai, der tumb gegen Felsformationen donnert, wünscht man sich hingegen sofortige Blindheit.
Und wenn dann ein Ertrinkender unter Wasser (!) mit völliger Gelassenheit und perfekt verständlich ein „Ich liebe dich“ raunt, wächst auch der Wunsch nach Taubheit.
THE DEVIL’S MOUTH scheitert an jedem Genre-Klischee
Gegen diese erzählerischen Frechheiten geraten Kritikpunkte wie der Umstand, dass unsere Touris ohne Neoprenanzug, Helm und Schutzausrüstung ins kühle Wasser und zu scharfkantigen Steinen schwimmen und nur die ach-so-vorsichtige Sara eine Schwimmweste trägt, fast in Vergessenheit.
Was natürlich nicht fehlen darf sind Figuren, die die sich die ersten 30 Minuten fast nur über adrenalingeladenes „Wuuuuuuuuuh“, „Yipiiiiiiieeeeeeeeeeey“ und ein paar Zickereien ausdrücken und dir später mit viel „Mimimi“ die Höhle vollheulen, während man dem Hai die Daumen drückt, dem ein schnelles Ende zu machen.
Dass sich Kathryn Newton (FREAKY, READY OR NOT 2, ABIGAIL) und Lana Condor (PRETTY LETHAL) für diesen Murks hergeben, ist bedauerlich, denn beide können es besser.
Von wem hingegen nicht mehr als ein laues Teen-Horror-Filmchen zu erwarten war, ist Regisseur Jeff Wadlow, der uns schon Quatsch wie FANTASY ISLAND, IMAGINARY oder WAHRHEIT ODER PFLICHT auftischte. Wadlow standen zwei Drehbuchautoren zur Seite, die wenig Erfahrung im Schreiben und augenscheinlich noch weniger Ahnung von Höhlen oder Haien haben.
Loben kann man hingegen die realen Kulissen Thailands, wo u.a. in der Phang-Nga-Bucht gedreht wurde, die gerne für Filme verwendet wird. Aber auch die eigens für den Film errichtete „Devil’s Mouth“-Höhle mit ihren Haizahn-artig geformten Felsen ist gelungen.
Dass das Filmposter hingegen lächerlich aussieht und den Anschein erweckt, als hätte man eine Billig-KI um Rat gefragt, bevor man mit MS-Paint einen blassen Schriftzug dazubastelt, seht ihr selbst und fließt natürlich auch nicht in die Bewertung des Films mit ein.
Fazit zu THE DEVIL’S MOUTH – DER TEUFELSSCHLUND
100 Klischees?
Schöne Menschen in schöner Kulisse?
Logiklöcher ohne Ende?
Banaler Subplot um eindimensionale Figuren?
Bisschen Blut?
Kitschige Momente?
Verdacht auf erhebliches Ideen-Recycling?
CGI-Hai mit unrealistischem Verhalten?
Alles da und schon hast du in THE DEVIL’S MOUTH einen 0815-Sommer-Film, der bei einem Streaming-Riesen auf Platz 1 geht. Traurig!
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FAQ
Ist THE DEVIL'S MOUTH ein Hai-Film?
Ja, im Zentrum steht ein hungriger Bullenhai, der sich in ein Höhlensystem verirrt hat und die Taucher jagt. Allerdings bedient der Film so ziemlich jedes Klischee des Genres und erfindet dabei nichts Neues – wer originellen Hai-Horror sucht, wird hier kaum fündig.
Wo spielt THE DEVIL'S MOUTH und wo wurde gedreht?
Die Handlung ist in Thailand angesiedelt, wo fünf Freunde im Urlaub in ein Unterwasser-Höhlensystem geraten. Gedreht wurde tatsächlich vor realen thailändischen Kulissen, ergänzt um ein eigens für den Film errichtetes Höhlen-Set – die Schauwerte zählen zu den wenigen Pluspunkten.
Ist THE DEVIL'S MOUTH mit THE DESCENT vergleichbar?
Der Film drängt den Vergleich mit THE DESCENT selbst auf – enge Höhlen, eine Gruppe in der Falle, Panik im Dunkeln. Er erreicht dessen klaustrophobische Wucht aber nicht: Wo THE DESCENT Spannung aus Enge und Dunkelheit zieht, zeigt THE DEVIL'S MOUTH seinen Hai zu oft bei vollem Licht und verschenkt so den Schrecken.












Warum soll es traurig sein, wenn ein Film erfolgreich ist? Wir wurden bei aller Vorhersehbarkeit gut unterhalten. Im Haifischgenre gibt es deutlich Schwächeres.
@Andy: Es ist nicht traurig, wenn ein Film erfolgreich ist.
Es ist traurig, wenn ein faul gemachter Film mit allen möglichen Mängeln erfolreich ist.
Und nur, weil irgendwer schon mal einen schlechteren Film gedreht hat, wertet das diesen auch nicht auf.