Männer, die in unscheinbaren Lieferwagen auffallend langsam umherfahren, werden fast automatisch mit Serienmördern oder Pädokriminellen assoziiert. In THE MAN IN THE WHITE VAN geht es aber nicht um irgendeinen Verbrecher, sondern den realen Serienmörder Billy Mansfield….das behauptet der Film zumindest.
Wovon handelt THE MAN IN THE WHITE VAN?
Florida, 1975. Teenager Annie Williams wächst mit ihren beiden Geschwistern behütet auf dem Land auf. Doch dann mischt sich in die gemütliche Welt, die sich um ihr Pferd und einen neuen Jungen auf der Schule dreht, ein weißer Lieferwagen, der immer wieder auftaucht und bedrohlich erscheint.
SPOILER: das ist er auch SPOILERENDE, aber THE MAN IN THE WHITE VAN lässt es ruhig angehen, stellt uns die Menschen vor und nur in kurzen Rückblicken aus den vorherigen Jahren wird klargestellt, dass mit dem Van bzw. dessen Fahrer Unheil droht.
Beruht THE MAN IN THE WHITE VAN auf Tatsachen?
„Based on a true story“ lässt der Film eingangs verlauten, was als Marketinginstrument so abgedroschen und meist auch erlogen ist wie angeblich kollabierende Kinobesucher.
Auch wenn der oben erwähnte Billy Mansfield in Florida mehrere Menschen ermordete, ereigneten sich die Taten nicht Anfang, sondern Ende der 70er, ein Van spielte keine ausgesprochen wichtige Rolle und auch die Ereignisse um Annie scheinen sich nie auch nur ansatzweise so ereignet zu haben.
Das wird auch dadurch deutlich, als dass Mansfields Name nie fällt und der ominöse Van-Fahrer ähnlich anonym bleibt wie „Rusty Nail“ aus JOYRIDE.
Wer hier also eine minutiöse oder auch nur grobe Aufarbeitung der Verbrechen erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht. Trotzdem ist die erste Filmhälfte zwar nicht unbedingt ereignisreich, nervt aber auch nicht. Das liegt auch an den Schauspielprofis Ali Larter (FINAL DESTINATION) und Sean Astin (HERR DER RINGE), die die Eltern der Williams‘ spielen und auch als Produzenten einsprangen. Doch auch Annie-Darstellerin Madison Wolfe ist trotz junger Jahre längst Profi (CONJURING 2 und 4, MALIGNANT) und wirkt als „girl next door“ angenehm normal.
Die Frage ist natürlich, ob man das sehen will, wenn man einen Thriller erwartet, die Art und Weise, wie Annie immer wieder dem Van begegnet und nicht ernst genommen wird, sowie besagte Rückblicke liefern aber eben genug, um das Interesse bis zur zweiten Filmhälfte aufrecht zu erhalten.
Dass dann ausgerechnet an Halloween (dem Fest) ein Unbekannter Jagd auf Annie macht und ins Haus eindringen will, erinnert etwas an HALLOWEEN (den Film) und ist routiniert erzählt, aber nicht unbedingt ein Highlight des Spannungskinos.
Alles in allem merkt man vor allem Regiedebütant Warren Skeels an, dass er mit dem eigentlich vielversprechenden Gemisch aus True Crime, Coming of Age und Thriller überfordert ist, aber auch seine Co-Autorin Sharon Y. Cobb schrieb bislang meist Skripte für Kurzfilme und gerät ins Straucheln.
Keiner der Kritikpunkte macht THE MAN IN THE WHITE VAN unschaubar, zumal man sich nicht lächerlich macht und technisch und schauspielerisch alles Nötige mitbringt, aber womöglich hätte Skeels eine Fokussierung auf ein Genre geholfen.
Fazit zu THE MAN IN THE WHITE VAN
THE MAN IN THE WHITE VAN verliert sich in den bedienten Genres. Statt diese miteinander zu verbinden, wirkt der Film so, als arbeite er sie nacheinander ab und bleibt damit recht durchschnittlich.













