Spricht man von „Teenie-Slasher“ ist normalerweise klar, dass es um junge Leute, oft im Umfeld einer High School geht, die von maskierten Mördern verfolgt werden. All das trifft auch auf TRAGEDY GIRLS zu, der aber die doppelte Portion Teen reinpackt und den Slasher-Anteil dafür variiert.
Heraus kam eine Mischung, die sich vertraut anfühlt und trotzdem was Neues zu bieten hat.
Die Handlung von TRAGEDY GIRLS
Sadie und McKayla sind beste Freundinnen und sie haben ein ungewöhnliches Hobby. Dass die beiden online über True Crime berichten mag für zwei High School – Abgängerinnen nicht alltäglich sein, dass die unauffälligen Schülerinnen den Content (sprich: die Morde) aber selbst erstellen, hingegen schon.
Doch wie das so ist, zwischen Morden, Ex-Freunden, der neuen Liebe und dem Abschlussball wird auch noch die Freundschaft auf die Probe gestellt.
TRAGEDY GIRLS steigt mit einer typischen Knutschen-im-Auto-Szene ein, die man in ähnlicher Weise Dutzende Male im Horrorfilm sah, die aber eine ungewöhnliche Wendung nimmt. Denn der machetenschwingende Hüne ist nicht unbedingt der größte Fiesling der Szene und wird von den beiden jungen Frauen eingekerkert.
Social Media, Morde, Freundschaft, Humor: Was TRAGEDY GIRLS von anderen Horrorfilmen unterscheidet
Damit endet aber die Mordserie in der Kleinstadt nicht, denn Sadie und McKayla suchen immer neue Opfer und Wege ihr Online-Outlet größer zu machen.
Über TRAGEDY GIRLS sollte man wissen, dass er sich nicht zu ernst nimmt, was immer auch hilft, um über ein paar schwächere Momente hinwegzusehen oder Logikstränge komplett auszublenden. Mitunter neigt er auch zu Albernheiten, die ein Zielpublikum ansprechen, das im gleichen Alter wie die Nachwuchs-Killerinnen ist, setzt manchmal aber auch pointierte Humorspitzen ein.
Obendrein gibt es mal mehr, mal weniger smarte Querverweise und Referenzen. Beispielsweise tragen die Mädchen die Nachnamen der bekannten Horror-Regisseure Toby Hooper (TEXAS CHAINSAW MASSCARE) und Sean Cunningham (FREITAG, DER 13).
Ja, das ist schwierig. Die einen werden die Anspielung gar nicht bemerken, die anderen super finden und wieder andere ihrer überdrüssig sein.
Allerdings ist TRAGEDY GIRLS bereits 2017 abgedreht worden und ist damit älter als die Carpenter-Schwestern aus SCREAM 5.
Warum er erst jetzt nach Deutschland kam, wissen wir nicht. Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung könnte sein, dass TRAGEDY GIRLS ein Schulmassaker ins Lächerliche zieht. Andererseits ist die Szene nur eine von vielen.
Es ist sicher nicht falsch den Film als Meta-Horror zu deklarieren, er trägt dieses Anliegen insgesamt aber weniger offensichtlich vor sich her als etwa THE FINAL GIRLS oder BEHIND THE MASK: THE RISE OF LESLIE VERNON.
Die Kills wirken manchmal unbeholfen, was aber weniger an den Filmemachern als den Figuren liegt, denn wenn zwei 50 kg – Grazien auf einen 120 kg – Typen losgehen, lässt der sich nicht ohne Weiteres überwältigen. Zum Ziel kommen die skrupellosen Girls dann aber doch meist und hier finden sich kleine, aber anschauliche Goreszenen wieder.
Ein bisschen Meta und gute Chemie
Neben Horror-Anteilen enthält TRAGEDY GIRLS aber eben auch Teenie-Probleme, die Schule ist permanenter Anlaufort und wenn sie sich nicht gerade unter Masken zwängen und ihren Opfern auflauern, leben die beiden ein weitestgehend gewöhnliches Leben zwischen Unterricht und Elternhaus.
Die beiden Hauptdarstellerinnen Alexandra Shipp (X-MEN) und Brianna Hildebrand (DEADPOOL) haben eine gute Chemie miteinander und ihre Figuren wirken durchdachter und in jedem Fall weniger nervig als viele andere Jugendliche in Horrorfilmen.
In kleineren Rollen sind Jack Quaid (MR. NO PAIN) und Kevin Durand (ABIGAIL) zu sehen.
Regisseur Tyler MacIntyre drehte in der Zwischenzeit IT’S A WONDERFUL KNIVE, was thematisch nicht ganz weit weg, aber der schwächere der beiden Filme ist.
Fazit zu TRAGEDY GIRLS
Um mit TRAGEDY GIRLS warm zu werden, muss man vielleicht eine kleine Vorliebe für High School – Streifen mitbringen. Das vorausgesetzt unterhält der Film aber gut, hat durch seine Figuren einen hohen Wiederschaubarkeitswert und (Spoiler) es würde sich auch anbieten ein Sequel zu drehen.
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FAQ
Wie brutal ist TRAGEDY GIRLS?
TRAGEDY GIRLS enthält explizite Gewaltszenen mit deutlich sichtbarem Blut, hält sich aber nicht im Torture-Porn-Bereich auf. Die Kills sind kreativ und gorig inszeniert, gehen aber stets mit schwarzem Humor einher.
Für wen ist TRAGEDY GIRLS geeignet?
Für Fans von Horror-Komödien wie SCREAM, JENNIFER'S BODY oder THE FINAL GIRLS. Wer Slasher mit ironischem Unterton und High-School-Setting mag, ist hier richtig. Reine Survival-Horror-Fans werden den Ton zu albern finden.
Welche Inspiration steckt hinter der Stadt in TRAGEDY GIRLS?
Die fiktive Stadt Rosedale basiert auf ARCHIE COMICS und der Serie RIVERDALE – mit bewussten Anspielungen in Kostümen, Setting und Figuren.










