WHISTLE (2025) | Filmkritik

whistle offizielles Filmposter - Thrillandkill (Horrorfilme und Thriller)
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Redaktion: 4.0

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3/10 (1)

Darsteller: Dafne Keen, Sophie Nélisse, Sky Yang, Jhaleil Swaby, Alissa Skovbye
Regie: Corin Hardy
Drehbuch: Owen Egerton
Länge: 100 min
Land: ,
Genre:
Veröffentlichung: 21. August 2026 (Disc)
Verleih/ Vertrieb: Leonine
FSK: ab 16

Nach THE HALLOW aus 2015 und dem deutlich bekannteren THE NUN von 2018 ist WHISTLE der dritte Spielfilm von Regisseur Corin Hardy. Der bleibt dem Horror treu und setzt einige High School – Kids einem aztekischen Relikt aus.

Die Handlung von WHISTLE

Nach dem Tod ihres Vaters ist es der erste Tag für Chrys an einer neuen Schule. Noch vor der ersten Stunde entdeckt sie in ihrem Spind eine eigenartige Pfeife, wird von Mitschülern angegangen, muss nachsitzen und verliebt sich.
Volles Programm also, doch es ist die seltsame Pfeife, die alles ändert, denn bläst man hinein, sind alle, die den Ton hören fortan in Lebensgefahr.

daphne keen als chrys und die aztekische pfeife in WHISTLE

Gute Atmosphäre, schwache Effekte

Wie uns der Film wissen lässt, sieht diese Gefahr so aus, dass die Lebenszeit und Todesart für jeden Menschen vorbestimmt ist. Doch durch die Pfeife kommt der Tod schneller und bringt dich auf genau diese Weise um, die dir angedacht war, was z.b. bedeuten mag, dass du als 18jähriger mit dem Körper eines 70jährigen gefunden wirst und wenn dein Schicksal ertrinken war, wird man dich mit den Lungen voller Wasser finden, obwohl nicht einmal ein Gewässer in der Nähe ist.

So weit, so vielversprechend und natürlich klingen in WHISTLE ein paar FINAL DESTINATION – Vibes mit, aber auch Fragmente anderer Filme, in denen ein „Fluch“ seine Opfer verfolgt, wie COUNTDOWN, THE RING, SMILE usw.

die teenager und mr. craven in WHISTLE

Dass Chrys in einer frühen Szene in trister Kulisse vor dem offenen Fenster auf dem Dach sitzt und liest, während ein stimmungsvolles Musikstück läuft und uns die herbstliche Umgebung eine Nähe zu Halloween andeutet, ist ein starker Einstand, der uns ohne viel zu sagen, viel näherbringt.

Doch leider gibt es davor einen sechs Monate früher ansetzenden Prolog um einen Basketballspieler, der eben noch die entscheidenden Punkte für sein Team holt und plötzlich von einer brennenden Kreatur verfolgt wird. Die Szene selbst ist dabei nicht das Problem. Die schlechten Effekte hingegen schon.

Diese Zerrissenheit, einerseits einen herbstlichen Gruselfilm aufzubauen und andererseits das Zielpublikum, das wohl primär im Alter der Protagonisten sein dürfte, mit platten Klischees und lauen Jumpscares abzuholen, ist WHISTLE anzumerken.
Ob es daran liegt, dass 24 (!) Personen als Produzent geführt werden und jeder ein Wörtchen mitreden wollte?

Whistle - Daphne Keen als Chrys bläst in die alte Flöte

Da sind dann die üblichen High School – Figuren vom Sportler, dem depressiven Emo-Girl, zur Tussi bis zum Nerd untergebracht, die eben noch aufeinander losgingen, später aber aus unerfindlichen Gründen zusammen Party machen und selbstredend alle Opfer der Pfeife werden.
Die Figuren-Konstellation inklusive des Nachsitzens erinnert sicher an verschiedene Filme, konkret musste ich aber immer wieder an FACULTY denken, nur dass es dort funktionierte.

Einen Drogendealer gibt es – wie in THE FACULTY – übrigens auch…diesen Part übernimmt in WHISTLE aber kein Schüler, sondern ein Pfarrer (!). Ein Pfarrer, der keinen Tag älter als die Schüler aussieht.
Immerhin sind die Lehrer älter und dass Nick Frost (SHAUN OF THE DEAD) einen Mr. Craven spielt, enthüllt mehrere Dinge:

-Nick Frost wirkt in einem auf Ernst getrimmten Film deplatziert. Er ist aber nicht der schlechteste Schauspieler in der Runde.

-Dies ist einer jener Filme, die sich total „meta“ vorkommen, weil Dinge, Ort oder Personen nach Horrorgrößen benannt wurden. So finden sich hier neben Anspielungen auf Wes Craven auch Hinweise auf Andy Muschietti, William Friedkin oder David Cronenberg.
Das kann doch heutzutage nicht mehr euer Ernst sein!

Wie sich das erahnen lässt wird im Laufe der Geschichte einer nach dem anderen von seinem Tod heimgesucht, man unterhält sich zwischendurch aber mit einer alten weisen Frau, die den Erklär-Bären spielt, was aber auch nicht verhindern kann, dass sich zahlreiche computergenierierte, aber immerhin blutige, Tode ereignen.

Sophie Nélisse und Daphne Keen in WHISTLE

Corin Hardy (und 23 weitere Produzenten) verschenkt das Potenzial von WHISTLE

Dazwischen füttert uns die Geschichte mit etwas Teen-Romantik und einer tragischen Vorgeschichte, die es nicht gebraucht hätte, aber Chrys Drogenvergangenheit und den Tod des Vaters verbindet.
Dabei wäre es sinnvoller gewesen die Frage zu beantworten, warum das aztekische Artefakt ein halbes Jahr nach dem Tod des Basketballers noch immer in dessen Spind steht.

Eine längere Szene ereignet sich auf einer großen Halloween-Veranstaltung. Im Film ist auf der deutschen Tonspur von einem Erntedank-Festival die Rede, aber warum jemand mit Gruselkostümen  zum Erntedank-/Thanksgiving-Event gehen sollte, wissen wir nicht.
Glücklicherweise hat man für genau diese Szene einen Fachmann an Bord, denn Autor von WHISTLE ist Owen Egerton, dessen Film BLOOD FEST bei einem ähnlichen Anlass spielte. Nur ist das eben auch gar nicht originell.

Fazit zu WHISTLE

WHISTLE hat eine gute Prämisse, einen guten Soundtrack und manchmal auch gute Stimmung, aber ist ein heilloses Durcheinander.
Wenn man sich nur auf einen einzigen Kritikpunkt konzentriert, sticht die hanebüchene Konstellation von Figuren, angeführt vom Priester-Dealer, auf unangenehme Weise hervor.
Aber auch die Effekte sind nicht zeitgemäß und passen in gewisser Weise zwar zur oberflächlichen Story und den austauschbaren Charakteren, aber nicht zur  Atmosphäre.

Schade, Corin Hardys THE HALLOW läuft bei uns unter Geheimtipp, aber WHISTLE ist der bisherige Tiefpunkt seiner Karriere.

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FAQ

Gibt es aztekische Todespfeifen wirklich oder ist das für WHISTLE erfunden?

Aztekische Todespfeifen (Aztec Death Whistles) sind reale archäologische Funde. Sie wurden bei Ausgrabungen in Mexiko entdeckt und erzeugen beim Hineinblasen einen schreckenerregenden, schreiähnlichen Ton, der im Film als Aufhänger für den tödlichen Fluch dient.

Wie genau funktioniert der Fluch in WHISTLE?

Wer in die Pfeife bläst oder ihren Ton hört, beschleunigt das eigene Schicksal: Eine Manifestation des eigenen, zukünftigen Ichs jagt das Opfer, um es exakt auf die Art zu töten, wie es eigentlich erst Jahrzehnte später gestorben wäre.

Wer spielt die Hauptrolle in WHISTLE?

Die Hauptrolle der Schülerin Chrys wird von Dafne Keen gespielt, die vor allem durch ihre Rollen in LOGAN – THE WOLVERINE und der Serie HIS DARK MATERIALS bekannt wurde. An ihrer Seite spielt Sophie Nélisse (YELLOWJACKETS).

Warum wurde der Film teilweise in Kanada gedreht, obwohl er wie ein USA-High-School-Film wirkt?

WHISTLE ist eine kanadisch-irische Co-Produktion. Gedreht wurde größtenteils in Ontario, Kanada, weshalb der Film auf typische kanadische Steuervorteile setzt, um das High-School-Setting im Stil klassischer US-Teenie-Horrorfilme nachzubilden.

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