Special: Andere Länder, andere Sitten – Der internationale Horror-Vergleich

horror weltweit

Früher war alles einfacher. Die meisten (Horror-)filme kamen aus den USA, ab und zu gabs was aus eigenen Landen und das wars.
Seit einigen Jahren drängen aber Filmemacher aus Nationen auf die Bildfläche, die vor 30 Jahren noch cineastische weiße Flecke auf der Landkarte waren. Eine begrüßenswerte Entwicklung und jedes Land bringt ein paar Eigenheiten mit sich.

Wir haben uns daher die typischen, natürlich klischeebeladenen Trademarks herausgepickt und untersucht.
Das Ergebnis sollte allerdings wenig filmwissenschaftlich, sondern eher mit einem Augenzwinken gesehen werden.

Viel Spaß!

 

horrorfilme aus den USA

Amerikanische Horrorfilme

Die Figuren heißen Joey, C.J, Sarah, Summer und Sidney.
Alle sehen aus wie das Cover des Bademodenkatalogs, haben aber den IQ von Knäckebrot und sind sympathisch wie Rosenkohl.
Der Film lehrt uns, dass fremde Orte, vor allem das Ausland, tödlich sind…obwohl es sich um das Remake eines ausländischen Films handelt.
Der Killer trägt Maske und Messer, gestorben wird nach dem Sex (von dem man nur den nackten Rücken sieht).
Jumpscares müssen bei 200dB stattfinden und die ersten beiden sind eine Katze im Schrank und ein Kumpel, der einen Streich spielt.

horrorfilme aus frankreich

Französische Horrorfilme

Die Figuren heißen Jean-Marie, Lucie und Phoebe.
Sie sehen aus wie das Mädchen / der Junge von nebenan, die du nie vergessen konntest.
Nacktszenen inkl. Nippel-Closeups und dem Zeigen sämtlicher Körperöffnungen sind obligatorisch.
Das Blut ist schwarz, die Gewalt so hart, dass du deinen Psychologen anrufen musst.
Es wird geraucht (ohne Filter).

Britische Horrorfilme

Die Figuren heißen Nick, Edgar, Pete oder Mary.
Alle sehen aus, als hätten sie die letzte Sperrstunde im Pub verpasst und sich direkt vorm Dreh übergeben.
Die Bösewichte sind unter 18, kommen aus sozialen Brennpunkten, tragen Hoodies und haben mehr Bock auf Trouble als die Hooligans des FC Liverpool.

skandinavische horrorfilme

Skandinavische Horrorfilme

Die Figuren heißen wie das Gemischtwarenregal bei IKEA.
Alle sind blond und 1,90m groß, sehen aber so aus, als würden sie von Trollen abstammen.
Die Story (es gibt eine Story) verbindet einheimische Folklore und modernen Horror.

russische horrorfilme

Russische Horrorfilme

Die Figuren heißen Egor, Andrey, Irina oder Igor.
Die Männer sehen aus, als hätten sie sich vor Drehbeginn gegenseitig mit leeren Wodkaflaschen die Gesichter neugeformt. Die Frauen sind bildschön und für 90 Minuten vergisst man das Bild einer grantigen, in Kittelschürze schimpfenden Russin.
Die Innenausstattung der Locations sieht geleckt aus wie eine IKEA-Musterwohnung.
spanische horrorfilme

Spanische Horrorfilme

Die Figuren heißen Jorge, Jaume, Clara oder Verónica.
Schauplatz ist ein Mehrfamilienhaus-Altbau. Bis zwei Minuten vorm Abspann weiß man nicht, ob die Ursache des Übels weltlicher oder übersinnlicher Natur ist.
Die Drehbuchautoren können jeden Hitchcockfilm mitsprechen.

Deutsche Horrorfilme

Die Figuren heißen Joey, C.J, Sarah, Summer und Sidney.
Die Handlung war vor 10 Jahren mal in amerikanischen Filmen angesagt, weswegen man auf Found Footage und Torture Porn baut und auch die Namen amerikanisiert, obwohl eindeutig im Ruhrpott gedreht wurde.
Zusätzlich gibt es eine Exkursion ins Mittelalter, wo handgemachter Splatter, schlecht sitzende Perücken und Dämonen von der Anderswelt an der Tagesordnung sind.
Das Budget wurde beim Putzen unter der Couch gefunden (einige Darsteller auch).

horrorfilme aus italien

Italienische Horrorfilme

Die Figuren heißen ebenfalls Joey, C.J, Sarah, Summer und Sidney.
Die Kamera ist die meiste Zeit damit beschäftigt, unmotiviert auf die Augen der Protagonisten zu zoomen.
Sämtliche Filme vor 1990 stehen heute auf dem Index und tragen mindestens 25 unterschiedliche Titel. Nach 1990 wurden die Dreharbeiten komplett eingestellt.

koreanische horrorfilme

Südkoreanische Horrorfilme

Die Figuren heißen Lee, Park oder Kim.
Im Film geht es um Rache (viel Rache) oder aber gefährliche epidemieartige Ausbrüche bei denen die eigentliche Gefahr die zuckersüße Kitschszene am Ende ist.

Japanische Horrorfilme

Die Figuren heißen Tamago, Temaki, Uramaki und Nigiri.
Im Film geht es entweder um junge tote Menschen mit vielen Haaren vorm Gesicht oder darum Schulmädchen unter den Rock zu schielen, während jemand ein Pubsgeräusch macht und Kinderkeyboardmusik dudelt, bevor Blutfontänen wie ein Rasensprenger explodieren.
Overacting ist ein Muss.

kanada horrorfilme

Staatliche Jobgarantie: Stephen McHattie

Kanadische Horrorfilme

Stephen McHattie spielt mit. IMMER!
Die Filme sehen aus, als wäre einer US-Produktion das Geld ausgegangen, weil man zu viel Kohle für einen guten Drehbuchautoren verwendete.

horror belgien

Ein normaler Nachmittag in Belgien

Belgische Horrorfilme

Die Figuren heißen so, als hätte jemand mit der Faust auf die Tastatur geschlagen, werden aber französisch ausgesprochen.
Das Drehbuch liest sich, als hätte jemand die Lieblingsgeige Stradivaris und ein Gemälde Picassos im Schlachthof vergessen. Der Film macht auf den ersten Blick keinen Sinn, auf den zweiten vielleicht, auf den dritten sicher nicht….kommt dich aber jahrelang in deinen Träumen verfolgen.
Arthousefans masturbieren auf Belgien, Mainstreamfans wissen nicht, dass man in Belgien Filme dreht.

 

 

 

 

 

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