Special: Body Horror

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Im großen Genre des Horrorfilms gibt es viele einzelne Subgenres, in die wir unterteilen. Splatter, Slasher, Sickos, Giallo, Home Invasion und und und. Wir wollen euch heute das Genre des Body Horrors mal ein bisschen näher bringen.

 

Was genau ist Body Horror eigentlich?


Wie der Name schon sagt, befasst sich dieses Genre mit dem menschlichen Körper. Im Fokus stehen gewollte oder ungewollte Mutationen, Deformationen, Amputationen oder Metamorphosen, die primär unerfreulich und nicht schön anzusehen sind. In manchen Filmen wird auch gern Drogenkonsum oder parasitärer Befall als Ursache der körperlichen Veränderung eingesetzt.

In jedem Fall aber sind diese Veränderungen radikal und explizit dargestellt und immer eine Herausforderung für die zuständigen Maskenbildner. Denn die Klassiker dieses Subgenres kommen zum Großteil aus Zeiten, in denen CGI nicht ausgereift war und man die Spezialeffekte in mühsamer Handarbeit kreieren musste. Was allerdings kein Nachteil war, im Gegenteil, es sorgte dafür, dass die Effekte deutlich plastischer und eindrucksvoller aussahen. Für Fans der handgemachten Spezialeffekte sind gerade diese Filme ein wahrer Augenschmaus.

 

 

Seit wann gibt es Body Horror?


Im Jahre 1910 erschien mit FRANKENSTEIN die erste filmische Adaption des Romans von Mary Shelley. Jeder kennt die Story vom zum Leben erweckten Frankensteinmonster, gebastelt aus Leichenteilen. Mit FRANKENSTEIN (1931), DIE FLIEGE (1956), DIE DÄMONISCHEN (1958) oder BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN (1958) reihen sich die frühsten Klassiker unseres Genres mit ein und sind somit die frühen Vorreiter des Body Horrors.

 

 

Schauen wir uns nun ein paar bekannte und evtl. auch weniger bekannte Vertreter des Subgenres an


 

SHIVERS –  DIE PARASITENMÖRDER (1975)
shivers

Regisseur David Cronenberg schuf mit SHIVERS einen Film, in dem es um gezüchtete Parasiten geht, die menschliche Organe ersetzen und somit Transplantationen unnötig machen sollen. Wir können uns denken, dass hier nicht alles nach Plan läuft und so dürfen wir einer illustren Schar Parasiten dabei zusehen, wie sie Menschen befallen und zum Fortbestand ihrer Art gleichzeitig auch noch die Libido ihrer Wirte auf Hochtouren bringen.

David Cronenberg ist im Bereich des Body Horrors ein Aushängeschild. Mit Filmen wie  VIDEODROME, RABID, DIE BRUT, SCANNERS oder EXISTENZ  lieferte er viele sehenswerte Beiträge.

 

die fliege

Auch das Remake von DIE FLIEGE, aus dem Jahr 1989, in dem wir Wissenschaftler Seth Brundle dabei zuschauen dürfen, wie er sich nach und nach in eine riesige Fliege verwandelt, geht auf das Konto Cronenbergs.

Die Maskenbildner Chris Wallas und Stephan Dupius, die auch in anderen cronenbergschen Filmen mitwirkten, heimsten sogar einen Oscar für ihre Arbeit ein.

 

DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1987)
Körperfresser

Philip Kaufman´s Interpretation des Romans von Jack Finney DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN. Hier gehts um einen ausserirdischen Mikroorganismus, der das menschliche Leben ersetzen will, indem er fast perfekte Kopien von Menschen erstellt.  Diese werden in Schoten gezüchtet und die Umsetzung dieses Vorgangs ist durchaus gut gelungen.

 

AMERICAN WEREWOLF (1981)
american werewolf

Die Story ist jedem Horrorfan bekannt: Mann wird von Wolf gebissen und verwandelt sich selbst in einen Werwolf. Die hier gezeigte Verwandlung von Mann zu Tier war für die damaligen Verhältnisse und Möglichkeiten so gut umgesetzt, dass die liebevolle Handarbeit mit einem Goldjungen für Maskenbildner Rick Baker belohnt wurde.

 

DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982)
das ding

Redet man über Body Horror, kommt man an Carpenters Version von DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT nicht drumrum. In dem Film geht es im eine Alienart, die in der Lage ist, andere Lebewesen zu assimilieren. So trifft es in der Forschungsstation erst den Hund, der auf spektakuläre Art und Weise mutiert und nach und nach werden auch die Forscher von dem Wesen infiziert. Die Verwandlungen in diesem Film sind ohne Zweifel großartig und mit ein Grund für seinen Kultstatus.

 

RE-ANIMATOR (1985)
re-animator

Ein Medizinstudent entwickelt ein Serum, mit dem man totes Gewebe wieder zum Leben erwecken kann. Leider sind die Wiedererweckten nicht in besonders guter Stimmung und so erleben wir neben einer Katze und Menschen auch einzelne menschliche Körperteile, die zwar wieder zurück von den Toten, allerdings wenig umgänglich sind.

Und Regisseur Stuart Gorden schenkte uns ein Jahr später eine weitere Adaption einer Lovecraft Geschichte, die ebenfalls in das hiesige Subgenre gehört: FROM BEYOND…

 

FROM BEYOND (1986)
from beyond

Bei wissenschaftlichen Experimenten wird ein Tor in eine Dimension geöffnet und natürlich gelingt es bösartigen Wesen, die Schwelle zu unserer Welt zu übertreten. Diese Wesen töten einen Wissenschaftler und nehmen Besitz von ihm. Die Kreatur, die dabei entsteht ist in der Lage, ihr Äußeres mittels Gedanken in Alptraumhafte Gestalten zu verändern.

Für seine guten Spezialeffekte und Masken gewann FROM BEYOND 2 Preise.

 

STREET TRASH (1987)
street trash

Hier ist der Name Programm, denn STREET TRASH ist ein Trash-Splatter-Film, bei dem es um die Ausgestoßenen der Gesellschaft geht. Obdachlosen und Bettlern wird eine dubioses Getränk verkauft, welches nicht den gesündesten Einfluss auf den menschlichen Körper hat.

Wir dürfen nun dabei zusehen, wie Körper beginnen sich blubbernd, schleimend und höchst farbenfroh aufzulösen.

 

HELLRAISER (1987)
hellraiser

HELLRAISER  erstaunt bis heute vor allem mit seinen großartigen Masken, Make-up und den Special Effects. Nicht nur die Zenobiten, auch Szenen, in denen ein komplett aufgelöster Körper sich wieder zusammensetzt waren zur damaligen Zeit eine Freude für jeden Genre-Fan.

 

TETSUO: THE IRON MAN (1989)
Tetsuo

Geht es in den meisten Body Horror Filmen um Veränderungen lebenden Gewebes, geht es in TETSUO um die Verschmelzung von Mensch und Metall. Protagonist 1 ist Metall-Fetischist und implantiert sich selbst metallische Gegenstände. Protagonist 2 verwandelt sich auf mysteriöse Weise von allein in eine Art Maschine. Am Ende treffen beide aufeinander und kämpfen.

 

NAKED BLOOD (1996)
naked blood

Asiatische Filme sind bekannt dafür, ihre Extremen sehr explizit auszuarbeiten und darzustellen. So bekommen wir in NAKED BLOOD sehr anschaulich gezeigt, wie es ausschaut, wenn junge Damen beginnen ihre eigenen Körper auf diverse Arten selbst zu verstümmeln oder zu verspeisen.

Wir sehen nicht nur einen Haufen selbst zugefügte Piercings, nein, wir dürfen auch dabei zugucken, wie fröhlich die eigene Hand frittiert und gegessen wird, bevor es danach frische Schamlippe und on top den eigenen Augapfel gibt.

 

THE HUMAN CENTIPEDE (2009)

Die Idee ist so einfach wie irre: Dr. Heiter will sich seinen eigenen menschlichen Tausendfüßler basteln. Gesagt, getan! Drei mehr oder weniger Freiwillige sind schnell gefunden und so sehen wir in den folgenden Minuten, wie Menschen Rektum an Mund zusammengenäht werden. Für dieses Werk erhielt Regisseur Tom Six den Scream Award für die beste Mutation.

In THE HUMAN CENTIPEDE II und III wird dieses Szenario noch mal getoppt, indem noch mehr Menschen genutzt werden und es ist eine ekelhafte Freude, bei diesen Bastelstunden zuzusehen.

 

AMERICAN MARY (2012)
American Mary - thrillandkill.com (3)

Die Soska Twins nehmen uns in diesem Film mit in die Welt des Bodymoddings. Medizinstudentin Mary gerät durch einen Zufall in diese Szene und darf von nun an Menschen mit sehr grenzwertigen Neigungen bei der Optimierung ihrer Körper helfen. So werden Zungen gespalten, Brustwarzen entfernt, Vulven teilweise zugenäht, Genitalien amputiert und modifiziert.

Auch wenn man es nicht meinen mag, aber AMERICAN MARY kommt ohne jegliche digitale Effekte aus. Der Film erhielt einen Stream-Award für das beste Make-up.

 

SPRING – LOVE IS A MONSTER (2014)
spring

Eher ein Liebesdrama mit Horrorelementen, als ein klassischer Monster-Horror. Dennoch macht SPRING – LOVE IS A MONSTER Spass. Die Protagonistin, die mit ständigen Mutationen ihres Körpers kämpfen muss leidet hier nicht nur unter toll dargestellten Veränderungen der Haut oder Deformation ihrer Knochen, nein, zuweilen muss sie auch mal die Tentakel schwingen.

Die Spezialeffekte hier entstanden primär am Computer. Da sie aber wohl dosiert sind und auch nicht aus dem 1€-Laden kommen, tut es dem Film keinen Abbruch.

 

TUSK (2014)
tusk

Wohl einer der schrägsten Vertreter des Genres ist TUSK. In diesem Film bastelt sich Abenteurer Howard ein Walross aus dem Radiomoderator Wallace. Wallace‘ Beine werden teilweise amputiert, seine Arme an den Körper genäht und aus seinen Schienbeinen bastelt der besessene Howard die Stoßzähne.

 

THE VOID (2016)

Wer THE VOID in den Player wirft, wird unweigerlich an DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT denken. Perfekt eingefangener und umgesetzter 80s-Charme und vor allem Body Horror Parts, die sich hinter Carpenters Werk nicht verstecken müssen.

Besonders erfreulich ist hier, dass die Mutationen der Protagonisten nicht am Computer entstanden sondern dass auf handgemachte Spezial Effekte gesetzt wurde. Auch hier geht es um Wesen, die Menschen infizieren und sie mutieren lassen.

 

DISTRICT 9 (2009)
district 9

Ein Science-Fiction Horror, bei dem Aliens, Insektioiden, auf der Erde landen und in Kolonien gehalten werden. Im Zuge einer Umsiedlungsaktion, gerät der Beamte Wikus van de Merwe in Kontakt mit einer merkwürdigen Flüssigkeit. Es kommt, wie es kommen muss: Wikus beginnt sich ebenfalls in einen „Schrimp“, wie die Aliens aufgrund ihres Äußeren verächtlich genannt werden, zu verwandeln.

Hier wurde zum Großteil auf CGI gesetzt, vor allem im Bereich der Ausserirdischen. DISTRICT 9 gewann für seine visuellen Effekte einen Oscar.

 

COLOR OUT OF SPACE (2019)
color out of space

Eine würdige Lovecraft-Verfilmung, die jedem Fan das Herz höher schlagen lässt. Nicht zuletzt wegen der tollen Body Horror Szenen. So finden wir hier neben einem mutierten Lama-Haufen auch eine nicht zu verachtenden Mutation einiger Familienmitglieder.

Diese psychedelische Perle überzeugt nicht nur mit klassischer Maskenarbeit sondern bietet zudem auch passende CGI-Einlagen, die sich allerdings primär auf die Effekte rund um Fauna und Flora fokussieren.

 

 

 

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