Special: Die Horrorregisseure der Zukunft

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Vor einigen Jahren haben wir versucht einen Blick in die Kristallkugel zu werfen und die Horrorregisseure der Zukunft zu benennen. Den Artikel findet ihr hier
Sagen wir es so: wir hatten einige Treffer (Alexandre Aja, Timo Tjahjanto), lagen teilweise aber auch ordentlich daneben und ein Adam Wingard (BLAIR WITCH) oder die Soska-Schwestern (RABID) konnten seitdem nicht mehr an die starken Frühwerke anknüpfen.
Wir gehen davon aus, dass Leute wie Rob Zombie, Jaume Balaguero, Alexandre Bustillo, Julien Maury oder Tjahjanto auch weiterhin Horror drehen. James Wan und Alexandre Aja werden vermutlich vermehrt als Produzent fungieren und nur noch gelegentlich selbst Regie führen. Aber all diesen Filmemachern gehört ohnehin die Gegenwart.

Dafür sind in den letzten Jahren andere auf der Bildfläche erschienen und um die soll es heute gehen.
Mit welchem Regisseur wird in den 20er Jahren zu rechnen sein?

Mike Flanagan

Flanagan ist einer der kommerziell erfolgreichsten Namen dieser Liste und er scheint sich auf Stephen King-Stories einzuschießen. Beides muss kein Fehler sein, denn Flanagan beweist immer wieder, dass Filme zwar den Mainstream bedienen, deswegen aber nicht dumm sein müssen.
Nach Werken wie OCULUS, OUIJA 2, DR. SLEEPS ERWACHEN, BEFORE I WAKE, DAS SPIEL und STILL, die allesamt gut bis stark sind, muss Flanagan niemandem mehr etwas beweisen.

Ari Aster

Nach HEREDITARY und MIDSOMMAR ist Aster ein Star des Arthouse-Horrors. Die gute Nachricht ist, dass die aktuelle Beliebtheit anspruchsvollerer Werke dafür sorgen dürfte, dass Aster seine nächsten Filme locker finanziert bekommt. Als neues Projekt wird er sich um das Remake des koreanischen SAVE THE GREEN PLANET kümmern, dort aber nur als Produzent tätig werden.

Robert Eggers

Alles was man über Ari Aster sagen kann, gilt auch für Eggers, der ebenfalls zwei Filme auf den Markt gebracht hat (THE WITCH, DER LEUCHTTURM), die einfach gestrickte Gemüter überfordern, aber viele Fans fanden.
Derzeit ist bekannt, dass Eggers an einem Wikinger-Film arbeitet, der mutmaßlich historisch akkurat daherkommen wird, aber auf jeden Fall tierisch brutal werden soll.

Jordan Peele

Und noch einer, der bisher zwei Mal punkten konnte.
Peele, der vor seiner Zeit als Regisseur lange selbst schauspielerte, hat natürlich andere Schwerpunkte als Aster und Eggers und er stellt die afroamerikanische Kultur in den Vordergrund.
Nachdem Schwarze seit Generationen fast immer zu den ersten Opfern in Horrorfilmen gehören, ist das nur angemessen und machte natürlich vor allem bei GET OUT Sinn.
Sehenswert war auch sein Zweitwerk, allerdings hätte die Familie in WIR auch jede andere Hautfarbe tragen können.
Derzeit ist Peele am Remake von CANDYMAN beteiligt, für das er aber wohl nur das Buch schreibt.

André Øvredal

Der Norweger ist nicht für seine Härte bekannt, aber für wohligen Grusel und gutes Horrorentertainment. TROLL HUNTER, THE AUTOPSY OF JANE DOE und SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK.
Øvredals Terminkalender für die kommenden Jahre ist voll: Mit MORTAL wird er die norwegische Mythologie aufgreifen, THE LAST VOYAGE OF DEMETER wird sich mit der Überfahrt des Grafen Dracula auf der Demeter befassen, BRIGHT SKIES nimmt sich der UFO-Thematik an und was man von SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK 2 erwarten darf, sollte klar sein.

Aaron Moorhead, Justin Benson

Das Duo bescherte uns außergewöhnliche Filme wie RESOLUTION, SPRING und THE ENDLESS.
Ihr neuestes Werk SYNCHRONIC lief bisher in Deutschland nur auf den Fantasy Filmefest White Nights, nach allem was darüber zu hören ist, bleiben sich Moorhead und Benson aber treu und sollten auch in den nächsten Jahren für erfrischenden, genresprengenden Stoff stehen.

Jeremy Saulnier

Saulniers MURDER PARTY erschien zwar bereits 2007, so richtig wurde er aber erst mit BLUE RUIN, GREEN ROOM und WOLFSNÄCHTE bekannt (2013, 2015, 2018).
Saulnier ist niemand, der Gruselfilme dreht, sondern eher für harte Thriller steht und auch sein nächster Film REBEL RIDGE, der „knochenbrechende Actionsequenzen, Suspense und dunklen Humor“ enthalten soll, dürfte dazu passen.

 

Die Wackelkandidaten:

Jennifer Kent

Man könnte Jennifer Kent in einem Atemzug mit Ari Aster und Robert Eggers nennen und BABADOOK zählte zweifelsohne zu den Filmen, die die neue Welle anspruchsvoller Horrorstreifen ins Rollen brachte, aber warten wir erst mal ab, was THE NIGHTINGALE zu bieten hat, der bald erscheint, zumal die Australierin nicht zu den fleißigsten Regisseurinnen zählt.

Sean Byrne

Das kann auch über Sean Byrne gesagt werden, der schon 2009 mit THE LOVED ONES Eindruck machte, dann aber sechs Jahre brauchte, um den ebenfalls starken THE DEVIL’S CANDY nachzulegen.
Vielleicht braucht es einfach so viel Zeit, um eigentlich bekannte Szenarien so umzusetzen, dass sie nicht lustlos und ideenlos wirken, sondern noch Spaß machen, trotzdem bzw. genau weil seine Filme diese Eigenschaften mitbringen, dürfte Byrne öfter drehen.

Fatih Akin

Nein, Akin ist nicht für seine Horrortätigkeit bekannt, aber wer DER GOLDENE HANDSCHUH gesehen hat und Akins Aussage kennt, dass er gerne mal einen lupenreinen Horrorfilm drehen würde, muss sich fragen, wie geil der werden könnte.

Fede Alvarez

EVIL DEAD war Splatter, DON’T BREATHE ein harter Thriller, die Stieg Larson – Verfilmung VERSCHWÖRUNG führte weiter weg vom Horror und das angekündigte Remake von DIE REISE INS LABYRINTH dürfte familiengerechtes Kino werden.
Dass Alvarez weiß, wie Horror geht, ist klar….aber es ist ungewiss, ob er darauf noch Lust hat.

Andres Muschietti

Man mag von Muschiettis Liebe zu CGI halten, was man will, nach dem kommerziellen Megaerfolg der ES-Filme, wird er so schnell nicht arbeitslos.
Sein nächster Film soll allerdings die Comic-Verfilmung FLASH werden.

 

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