Special: Fetisch im Horrorfilm

fetisch horror

Nicht selten kann man Streitthemen beobachten, die sich darum drehen, ob ein Film nun genügend Aspekte beinhaltet, um als Horrorfilm zu gelten. In den allermeisten Fällen sind es verschiedene Stilmittel, die dem Horrorgenre zuzuordnen und damit de facto dem Horrorfilm zugehörig sind. Bei diesem Thema handelt es sich aber meist um Mainstream oder andere Filme, die kaum Potenzial für große Kontroversen geben.

Anders sieht das aus, wenn wir etwas tiefer in die Genreabgründe Blicken und uns mit einem Thema beschäftigen, welches Horror und verschiedene Fetische vereint. Ein Fetisch muss nun nicht gleich etwas abartiges sein, schließlich stößt sich keiner an Tarantinos Fußfetisch. Es gibt da aber auch die anderen seltsamen, zum Teil gefährlichen, nur dem Selbstzweck dienenden oder einfach widerlichen Fetische, die uns mit etwas Horror gemixt, aufgetischt werden. Ein paar davon schauen wir uns nun an.


FEED

FEED befasst sich mit einem Fetisch, der Feeder/Gainer-Fetischisten. Feeding ist eine Form von Sexualverhalten, bei der ein Partner gefüttert, gemästet wird, bis ein deutliches Übergewicht erreicht und somit für den Feeder sexuell attraktiv ist. Kaum erwähnenswert, dass dieser Fetisch zwangsläufig zu starken Gesundheitlichen Problemen und letztlich zum Tod führt kann.

Der Film schafft mit seiner Handlung über einen Ermittler für Cyberkriminalität, der einen Mann verfolgt, der Frauen zu Tode zwangsernährt, einen Serienkiller-Thriller, der sich kaum Tabugrenzen setzt.

feed 2005


VOMIT GORE TRILOGY

→SLAUGHTERED VOMIT DOLLS

→ REGOREGITATED SACRIFICE

→ SLOW TORTURE PUKE CHAMBER

→BLACK MASS OF THE NAZI SEX WIZARD (Der vierte Teil ist eine Erweiterung der Trilogie)

Der Fetisch Emetophilie oder Vomerophilie beschreibt die Steigerung sexueller Lust durch Erbrechen. Was Valentine in fast all seinen Filmen darbietet, kann man ruhigen Gewissens als Selbstzweck betiteln. Der Goregehalt ist zwar enorm, geht aber, ebenso wie die eigentliche Story der Filme im wilden Erbrechen unter.

Die Geschichte der Angela Aberdeen, die sich durch die Trilogie zieht, wird in Bildern gezeigt, die den meisten Leuten hart auf den Magen schlagen. Zu sehen sind Szenen, in denen das eigene Erbrochene erneut geschluckt wird (wir reden hier von Litern) oder sich hübsche Mädels gegenseitig bekotzen.

Die Filme sind seltsamerweise recht beliebt unter Genrefans, die eine harte Gangart mögen.

vomit gore


NEKROMANTIK

Hier finden wir einen der abartigsten Fetische, Nekrophilie. Hierbei ist die sexuelle Neigung auf Leichen gerichtet.

In Jörg Buttgereits Film geht es um Robert und seine Freundin Betty. Beide sind nekrophil und leben ihren Fetisch, dank Roberts passendem Job, in vollen Zügen aus.

Auch wenn Buttgereit hier oftmals schwarzhumorig arbeitete, bleibt NEKROMANTIK ein Tabubruch.

nekromantik


AFTERMATH

Ebenfalls Nekrophilie beinhaltet der Kurzfilm von Nacho Cerdà, der aufgrund seiner schonungslosen Bilder längst Kultstatus unter Horrorfans besitzt. Im Gegensatz zu NEKROMANTIK (der ebenfalls Kultstatus genießt) wird hier nicht versucht, eine Liebesgeschichte zu erzählen, oder romantische Aspekte einfließen zu lassen. AFTERMATH ist kalt, das Licht so gewählt, dass sich Blut und Organe, so wie die Handlung, in voller Farbe und Intensität aufdrängen.

Gezeigt wird uns ein Rechtsmediziner, der die Leiche einer jungen Frau mit einem Messer verstümmelt, vergewaltigt und dies auf Fotos von der Tat verewigt.

aftermath


HANA TO HEBI (FLOWER AND SNAKE)

Mit BDSM finden wir hier wohl einen der verbreitetsten und breit gefächerten Fetische. Der Begriff umfasst eine Gruppe von sexuellen Verhaltensweisen, die unter anderem mit Dominanz, Unterwerfung, Bestrafung, Schmerzen und Fesselspielen einhergehen.

HANA TO HEBI ist der erste Teil einer Filmreihe, die sich zudem den Umhang eines Thrillers anzieht und sowohl bei Fetischisten als auch Horrorfans beliebt ist.

Die Handlung folgt Makoto. Er glaubt, als Kind einen Mann erschossen zu haben, und leidet seit dem an einem Trauma und Erektionsproblemen. Nach einem Vorfall an Makotos Arbeitsplatz entspringen Vergewaltigung und Folter, aus der sich eine Liebesbeziehung formt.

hana to hebi


CRASH

Unfall-Fetischisten? Ja, auch diese gibt es. Der Reiz besteht darin, die Kraft eines Unfalls als Antrieb für die eigene Lust zu nutzen. Den höchsten Lustgewinn erfahren Fetischisten dieser Art, wenn es dabei Opfer zu beklagen gibt.

In dem Thriller CRASH wird dieser Fetisch besonders ausführlich gezeigt und beschrieben. Hier wird eine Gruppe von Menschen gezeigt, die nach einer Kollision sexuelle Lust aus Autounfällen gewinnen. Da dienen Crashtest-Videos oder das planen von dem nachstellen der Unfälle, bei dem jemand zu Tode kam, als Porno.

crash


THE FETIST

Ein Eldorado für Fetischfans, denn hier gibt es sowohl Sadomasochismus, was die sexuelle Befriedigung durch das Zufügung oder Erleben von Schmerz oder auch Demütigung bezeichnet, als auch Voyeurismus, wo der Fetisch darin besteht, heimlich andere Menschen zu betrachten.

Die Story ist schwierig zu greifen, da an jeder Ecke eine neue Fetisch-Geschichte auftaucht, die zwar für Fetischisten gut sein mag, den gemeinen Horrorfan aber etwas im Regen stehen lässt.

In dem japanischen Thriller-Drama geht es um einen jungen Mann, der in einer missbräuchlichen schwulen Beziehung lebt, langsam aber sicher den Verstand verliert und zum Serienmörder wird.

the fetist


Die Liste seltsamer, gefährlicher und/oder ekelhafter Fetische ist lang. Es ist zudem fast sicher, dass es zu nahezu jedem Fetisch einen Film gibt, fraglich bleibt nur die Legalität. Zwischen Filmkunst, die ein Tabu thematisiert und gefilmten Selbstzweck sollte man unterscheiden, nicht jeder Film ist Kunst, aber auch nicht jeder ein ekelhaftes Machwerk.

 

 

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