Special: Horror zum 2. Advent – Tomte

horror zum 2. advent

Heute durften wir die zweite Kerze entzünden und ihr habt hoffentlich neben Kohle, Holz und Einlegesohlen, eine netten Auswahl an Süßkram oder auch den ein oder anderen Horrorstreifen in euren Stiefeln gefunden.

Für den Fall, dass ihr leer ausgegangen seid, haben wir einen kleinen Trost. Unsere Advents-Specials beschäftigen sich mit Mythen, Legenden und Sagen von Weihnachtkreaturen, die weniger friedliebend sind. Also besuchen wir den Tomte in seiner Heimat Skandinavien.

Zunächst einmal hat der Tomte viele Namen. Wir beschränken uns heute auf die norwegische und schwedische Folklore. Am bekanntesten ist unsere Kreatur dort unter den Namen Tomte oder Nisse. Entstanden ist das mythologische Monster aus der nordischen Folklore, die sich bis ca. ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Wie so oft, wird die Legende typischerweise mit der Wintersonnenwende und Weihnachten in Verbindung gebracht wird.

tomte

Das Aussehen des Tomte oder Nisse wird oft als Miniatur eines Weihnachtsmannes beschrieben. Seine Körperlänge gleicht der eines zehnjährigen Kindes, dafür trägt er einen langen weißen Bart und eine rote Zipfelmütze. Sein Körper kleidet sich in ein traditionelles Bauerngewand, bestehend aus einem Pullover, einer Wolltunika mit Gürtel in der Taille und einer Kniehose mit Strümpfen. Dies war im 17. Jahrhundert, im ländlichen Skandinavien, immer noch die übliche männliche Kleidung.

Diese Erscheinung ist allerdings auch nur jene, die man den Kindern auftischt. In anderen Ausführungen ist Tomte weniger reizend dargestellt, denn dort tritt er als Gestaltwandler, der seinen Körper in beliebige Größe verändert kann, in Erscheinung. In seinem Gesicht trägt er ein zyklopisches Auge und besitzt weder Haare noch Bart. Die norwegische Folklore besagt, dass er vier Finger und spitze Ohren hat. Seine bzw. sein Auge, das Licht im Dunkeln reflektiert, so wie man es von Katzen kennt.

Die eigentliche Aufgabe des Tomte oder Nisse ist das Helfen und Beschützen des Hofes, auf dem sie leben. In jedem Haus lebt eine dieser Kreaturen als körperliche Manifestation der Seele des Hauses. Zu seinen Aufgaben gehört es, im Haushalt zu helfen, die Tiere des Hofes zu pflegen und die Bewohner zu schützen. Seine Bezahlung erhält er, in dem ihm am Abend eine Schüssel Brei mit Butter vor die Tür gestellt wird.

troll

Nun könnte man meinen, der kleine Kerl ist eigentlich wenig böse und hilft sogar… richtig, aber dies tut er nur, solange es nach seiner Nase geht. Der Tomte hat viel Temperament, dafür aber wenig Geduld und ist dafür bekannt, dass er sich rächt, sollte der Bogen überspannt werden. Dazu reichte schon das Fluchen der Bauern auf dem Hof, ein Dreckfleck auf dem Fußboden, aber auch das Quälen von Tieren oder Kindern macht ihn wütend. Für Tomte ist allerdings das schlimmste Vergehen, wenn man vergisst seinen Brei vor die Tür zustellen.

Sobald Tomte erzürnt, sollte man flüchten, so schnell man kann. Je nachdem, wie schlimm das Vergehen ist, welches er bestrafen möchte, reicht seine Rache von kleinen Schikanen wie Dinge verstecken oder Speisen bis hin zur Ernte verderben lassen. Wenn er so richtig in Fahrt kommt, lässt er die Bauersfrau tanzen, bis sie tot umfällt, zerkratzt die Gesichter der Kinder im Haus oder beißt die Bewohner mit seinen giftigen Zähnen, was zum Tod führt.

trollhunter

Der Tomte oder Nisse ist eine der bekanntesten Kreaturen der skandinavischen Folklore und hat viele Bücher der skandinavischen Literatur beeinflusst. Im Horrorfilmbereich gibt es leider weniger Einfluss, da haben Gnome, Kobolde, Trolle oder ähnliche Kreaturen die Oberhand. Ein Teil von euch erinnert sich sicher noch an LEPRECHAUN – DER KILLERKOBOLD und TROLL. Sehenswerte Kandidaten sind zum Beispiel TROLLHUNTER (2010) und BORDER (2018).

Und nun habt ihr sicher Lust auf Weihnachten in Skandinavien… denkt aber unbedingt daran, den Brei vor die Tür zustellen.

Hier könnt ihr euch noch die fürchterliche Frau Perchta aus dem letzten Jahr anschauen …

… und hier kommt ihr zum diesjährigen 1. Advents-Special mit Kallikantzaroi.

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