Review: THE WOMAN IN THE HOUSE ACROSS THE STREET FROM THE GIRL IN THE WINDOW (Serie) (2022)

The Woman in the House Across the Street from the Girl in the Window: Cover
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Redaktion: 5.0

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8/10 (2)

Darsteller: u.a. Kristen Bell, Tom Riley, Mary Holland, Michael Ealy
Regie: Michael Lehmann
Drehbuch: Hugh Davidson, Larry Dorf, Rachel Ramras
Länge: ca 25 Minuten
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 28.01.22
Verleih/ Vertrieb: Netflix
FSK: ab 16

THE WOMAN IN THE HOUSE ACROSS THE STREET FROM THE GIRL IN THE WINDOW. Ein Titel mit dem man auf den ersten Blick nichts anfangen kann. Erinnert stark an THE WOMAN IN THE WINDOW, einem Netflix-Thriller und damit liegt man gar nicht so daneben: Der zeilenfüllende Titel gehört zu einer Netflix-Serie, die das beliebte Genre der Domestic Thriller auf den Arm nehmen will, deswegen wohl die übertriebene Länge. Domestic Thriller sind die Thriller, die hauptsächlich in augenscheinlich sichereren Nachbarschaften und im eigenen Zuhause spielen. Dazu gehören beispielsweise auch GONE GIRL, THE GIRL ON THE TRAIN und die Verfilmungen von den Geschichten des Autors Harlan Coben. Häufig sieht die Protagonistin eine grausige Tat, es glaubt ihr aber erstmal niemand, eine Story mindestens so alt wie der Klassiker DAS FENSTER ZUM HOF von Alfred Hitchcock.

Die Mini-Serie THE WOMAN IN THE HOUSE ACROSS THE STREET FROM THE GIRL IN THE WINDOW (wir „kürzen“ im Text fortan mit TWITHATSFTGITW ab) ist also eine Parodie, ein Genre deren Zeit eigentlich seit Filmen wie SCARY MOVIE und MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH abgelaufen scheint. Die Frage ist: Schafft TWITHATSFTGITW was die Macher*innen Hugh Davidson, Larry Dorf und Rachel Ramras, die bereits für NOBODIES zusammen gearbeitet haben, sich vorgenommen haben?

The Woman in the House Across the Street from the Girl in the Window: Es fängt an zu regnen

Inhalt von THE WOMAN IN THE HOUSE ACROSS THE STREET FROM THE GIRL IN THE WINDOW

Anna lebt seit dem tragischen Tod ihrer Tochter und der bald darauf folgenden Scheidung von ihrem Mann allein in dem perfekten Haus in dem perfektem Vorort. Perfekt ist allerdings nichts. Anna trinkt gern und viel Rotwein und beobachtet dann die Leute in der Nachbarschaft, während sie auf den Rausch wartet. Als in das Haus gegenüber ein neuer Nachbar samt Tochter einzieht, wittert Anna ihre Chance auf eine neue Liebesbeziehung. Bei ihrer abendlichen Flasche Rotwein beobachtet sie jedoch einen brutalen Mord. Das Problem: Niemand glaubt ihr. Anna beginnt selbst zu recherchieren.

Resümee zu THE WOMAN IN THE HOUSE ACROSS THE STREET FROM THE GIRL IN THE WINDOW

TWITHATSFTGITW versucht eine bestimmtet Art von Film auf’s Korn zu nehmen und ist dabei über lange Strecken den Vorbildern zu ähnlich. Anna bricht beispielsweise auf der Straße zusammen, da sie eine Regenphobie hat und es natürlich gerade regnet. Eine ganz ähnliche Szene gibt es bei THE WOMAN IN THE WINDOW, nur dass diese Anna eine generelle Phobie vor dem Draußensein hat. In TWITHATSFTGITW wird an dieser Stelle nichts weiter auf die Spitze getrieben, so dass es im Grunde nur eine Wiederholung ist. Es gibt die Momente, die eindeutig übertreiben, beispielsweise, wenn das Weinglas eine komplette Weinflasche fasst und dieses dann auch ausgetrunken wird – mehrmals. Allerdings sind selbst dann die Übertreibungen teils subtil, wenn man einmal von dem Tod der Tochter absieht.
Ganz zum Schluss der Serie geht es endlich in die richtige Richtung, aber das ist beinahe schon zu spät. Vorher hat man bereits etwa drei Stunden einer recht simplen Serie gesehen, die zwar hier und da ein Schmunzeln oder Augenbrauenheben hervorruft, aber sonst nicht viel erreicht. Die Handlung ist nicht absurd und überzeichnet genug, um als Parodie erkannt zu werden. Und so wirkt TWITHATSFTGITW über einen langen Zeitraum wie ein weiterer Domestic Thriller, wo ab und an kleine Absurditäten eingebaut wurden.

The Woman in the House Across the Street from the Girl in the Window: Ana giesst sich Wein ein

Die Machart von TWITHATSFTGITW ist gut und erinnert stark an die Vorbilder. Es ist eindeutig erkennbar, welches Genre eigentlich parodiert werden soll und die dabei entstehenden Szenen wirken immer stimmig – vom Bild her.
Kristen Bell spielt die alkoholsüchtige und verzweifelte Frau sehr gut und schafft es in den insgesamt acht Episoden die zunehmende Verwirrung zu mimen.

Am Ende scheint es ein wenig als wäre die grundsätzliche Idee zu THE WOMAN IN THE HOUSE ACROSS THE STREET FROM THE GIRL IN THE WINDOW zwar interessant, sie wird aber nicht konsequent genug umgesetzt. Es gibt ein paar Szenen die das eigentliche Potential an Absurdität zeigen, für den größten Teil bleibt die Serie aber zu nah an den eigentlich zu parodierenden Werken. Wer knapp 3 ½ Stunden mit recht seichter Unterhaltung totschlagen möchte, ist mit TWITHATSFTGITW gut bedient, wer mehr erwartet sollte lieber etwas anderen anschalten.

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