Undergrounders: ILL – FINAL CONTAGIUM

ILL-Final Contagium

Vor längerer Zeit berichteten wir über Lucio A. Rojas Film TRAUMA und hatten die Gelegenheit mit ihm und einer der Schauspielerinnen, Ximena del Solar, zu sprechen.
Im Gespräch mit den beiden wurde ein damals noch neues Projekt angesprochen, welches sich um ein Virus dreht… dabei rausgekommen ist eine Anthologie, die zwar weniger Terror, dafür aber viel Horror bereithält.
Vier Regisseure aus Deutschland, Italien und Chile, vier Episoden ergeben ILL – FINAL CONTAGIUM.

Handlung:
Die vier Kurzgeschichten behandeln allesamt das Thema Virus, Geld, sowie körperlichen Zerfall und die weltweiten Folgen auf die Menschen.

In Lucio Rojas Segment CONTAGIUM sind es experimentelle Viren, die auf Geld haftend, zur Verbreitung führen. Hier treffen wir auf bekannten Cast aus TRAUMA (Ximena del Sol-Co. Autorin des Segments).

Lorenzo Zanonis Geschichte namens GULLY erzählt von einem Mann, dessen Erscheinungsbild sich dramatisch verändert, nachdem er von einem unbekannten Geld gestohlen hat.

Das dritte Segment stammt von Domiziano Christopharo und hat den Titel THE BODY. Um Geld zu sparen, will sich ein Transgender einer zweifelhaften Brustoperation unterziehen. Die Folgen sind verheerend.

Mit Kai Bogatzkis (SCARS OF XAVIER) THE CABIN schließt ILL – FINAL CONTAGIUM an L. Rojas erster Story an und gleichzeitig mit ihr ab. Ein postapokalyptisches Szenario überfällt uns, während ein Vater versucht, seinen infizierten Sohn am Leben zu erhalten.

ill - final contagium

Was wir vor allem in jeder einzelnen Episode sehen, ist die Hingabe und die Verneigung vor dem Bodyhorror à la Cronenberg. Groteske Verletzungen, die schon mal dafür sorgen können, dass man als Zuschauer die Mundwinkel verzieht, inklusive. Das Thema Geld und Virus passen in dieses und die Jahre davor, wie kaum ein anderes. Schließlich sind wir immer noch mitten in einer Pandemie und auch das Geld, welches wir alle benötigten, scheint viele Menschen kopflos zu machen. Was also, wenn sich jemand diese Gier zu Nutze macht, und die Welt innerhalb weniger Tage ins Verderben stürzt? Zugegeben, so absurd klingt es nicht… leider.

Wenn ihr aber nun zombiehafte Verwandlungen oder dumme schlurfende Halbtote erwartet, liegt ihr falsch. Das Virus wirkt langsam und ist unter den Menschen verschieden stark ausgeprägt. Angenehm fällt auf, dass zwar ab und an Effekte genutzt wurden, die keine reine Handarbeit sind, diese aber punktuell und sparsam die jeweilige Szene aufwerten, hier sei zum Beispiel gesagt, dass sich das Virus sichtbar in den Blutkreislauf mischt, und für einen unerwarteten Schauer über den Rücken sorgt.

Die Tage, bis das Virus die Welt umringt, werden uns vor Augen geführt, ebenso, aus welchen Beweggründen Menschen alles für Geld tun. Man könnte von Karma sprechen, letztlich ist es aber ein Spiegel, der uns zeigt, dass sich selbst der Nächste zu sein, keine gute Art ist, sein Leben zu führen.

Eine Moral ist also auch in einem Horrorfilm zu finden, der vor Blut und anderen Körperflüssigkeiten nur so trieft. Das Regie-Team um Lucio Rojas hat hier klar eine Message verfolgt und gleichzeitig eine stimmige Horror-Anthologie hervorgebracht.

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