NÄHRBODEN von Sebastian Zeglarski | Undergrounder

naehrboden - untergrund-horror mit pilz

Man muss gar keine großen Wortspiele bemühen, um festzustellen, dass Untergrund-Kino und Pilze eigentlich perfekt zusammenpassen. Denn die Fungi, die in über 100.000 Arten vorkommen, verbindet man entweder mit ekligem Schimmelpilz auf alter Marmelade, schwarzen Raumecken oder feuchter Erde.

NÄHRBODEN bedient sich des Themas und nimmt uns mit in eine Welt, die schon so aussieht, als würden Pilze hier gut gedeihen. Das hat allerdings Methode, denn im Film will ein Mann unter Zuhilfenahme einer eigenwilligen Pilzzucht eine tote Frau ins Leben zurückholen. Dafür braucht er allerdings verschiedene weitere Frauen, die als lebende Wirtinnen dienen und (damit das alles gelingt) zuerst mit Allerlei Ekelzeug gefüttert und dann ausgeweidet werden.

Obwohl Pilze im Horror in der Vergangenheit hier und da auftauchten (z.B. in THE GIRL WITH ALL THE GIFTS oder THE LAST OF US) ist der Ansatz relativ unverbraucht und NÄHRBODEN geht auch anders an das Thema heran.
Zugegeben, das Wiederbeleben der Toten ist dann doch ein klassisches (Horror-)Thema und auch die Filmlocation, nämlich ein alter Natursteinkeller in einem heruntergekommenen Einfamilienhaus, der aussieht als würde dort unten viel Unerfreuliches wachsen, ist eine traditionsreiche Kulisse des Amateurfilms.

Viele Worte verliert NÄHRBODEN nicht, was nicht tragisch ist, da das Schauspiel nicht zu den Stärken gehört und lässt uns dementsprechend über die Zeit selbst Rückschlüsse ziehen, was in dem heruntergekommenen Gemäuer vor sich geht, wer der Mann und die Frauen sind und was die sinistren Intentionen sind.

NÄHRBODEN (2026) – Szenenbild aus dem deutschen Pilz-Horror von Sebastian Zeglarski

Vom Keller auf den Tisch: NÄHRBODEN serviert ungewöhnliche Kost

Und somit werden wir Zeuge, wie der Mann (in den Credits schlicht „der Typ“ genannt), in Büchern mit fragwürdigen Lehren liest, blutige Operationen durchführt, an den herausgenommenen Innereien nascht, die unwillige Probandin mit einem Fäkalien-und-Allerlei-Cocktail füttert, mit der verstorbenen Herzensdame kuschelt oder einfach in ein Glas wichst.
Was man eben so macht, damit die Geliebte bald wieder da ist.

NÄHRBODEN ist selbstredend kein Film geworden, der sich durch hohes Tempo oder ausgefeilte Plottwists auszeichnet, es geht vor allem um die Effekte, die sind dann aber handgemacht und bodenständig wie ein gemeiner Rotfußröhrling. Die Kamera hält erwartungsgemäß drauf und für einen Schuss besonderen Schmodder sorgt die Rotten-Version, die man anfangs auf der Disc auswählen kann und sich in fast monochromen Farben mit einigen roten Tupfern zeigt.

NÄHRBODEN (2026) – Dr. Kalt als der Typ nascht an Innereien im Keller

Hauptverantwortlich für den Film sind Sebastian Zeglarski (A FUCKING CRUEL NIGHTMARE), der hier neben der Regie nahezu jede andere Funktion hinter der Kamera übernommen hat, sowie Dr. Kalt (DER KÖNIG DER KANNIBALEN) als Co-Autor und Hauptdarsteller.

Da wir gerade über die Beteiligten sprechen:
Unsere Kollegin Rizi ist in einer kleineren Rolle im Film zu sehen, was aber auch der Grund ist, warum sie ihn nicht selbst vorstellt. Um diesbezüglich transparent zu bleiben, solltet ihr das wissen. 

Nach rund 40 Minuten ist das kleine Ekelpaket dann schon vorbei und man eines ist klar: Pizza Funghi gibt’s wann anders.

Zu beziehen ist NÄHRBODEN im Black Lava- Store

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert