Undergrounders: INTERIMERE – Düsterer Kurzfilm im 80er-Stil

Interimere moloch„Pretty“ Jack ist ein Privatdetektiv und Problemlöser.
Nun soll er mit Hilfe eines alten Tonbands die verschwundene Pia finden. Das verstörende Tape führt ihn zu Pias Elternhaus, doch dort wartet nicht nur die junge Frau auf ihn.

Der etwa 15minütige Kurzfilm INTERIMERE, ein lateinischer Begriff, der soviel wie „aus dem Weg räumen“, „ein Ende machen“ oder auch einfach „töten“ bedeutet, nimmt uns mindestens 30 Jahre zurück durch die Zeit. Nicht nur das Tonband, das sich Jack anhört ist gezielt altmodisch, auch ins Bild wurden Alterseffekte eingebaut.
Kernstück ist aber die Musik, die von Carpenter-artigen Synthesizerklängen beeinflusst ist und zusammen mit anderen Schrägen Tönen für eine bedrohliche Stimmung sorgt.

In dunklen Bildern eingefangen, macht der vierte Kurzfilm von Rene Zhang vieles richtig und hält das was der Trailer verspricht. Allerdings wirkt INTERIMERE selbst wie ein überlanger Trailer und bleibt viele Antworten schuldig. Wer Jack überhaupt ist; wer das erste Opfer ist; wer der Typ ist, der Jack zum Schauplatz fährt und warum dieser Typ permanent lacht, lässt sich nicht durch den Film selbst, sondern nur durch Lesen von Begleitinfos verstehen.

In einer erläuternden Einblendung wird außerdem von Pias Tod in Zusammenhang mit einem Massenselbstmord einer Sekte berichtet. Hier ist (trotz mehrfacher Sichtung) leider kein Zusammenhang zur restlichen Handlung zu erkennen.

Achtet man aber nicht zu sehr auf fehlende Infos und Zusammenhang, sondern betrachtet INTERIMERE als einen stimmungsvollen Videoclip, verfehlt der Film seine Wirkung nicht: Der maskierte Mörder im finsteren Kellergewölbe,  mit Dennis Madaus, der Jack spielt, ein anständiger Hauptdarsteller und all das untermalt von den rauschigen Stimmen des Tonbands…
Alleine aufgrund des gelungenen Sounddesigns würde ich mir einen Langfilm wünschen, der dann auch offene Fragen beseitigt.

Zu sehen gibt es INTERIMERE derzeit über Vimeo On Demand.

Interimere from Treehauz Media Official on Vimeo.

 

 

Facebook Comments