Undergrounders: NOCTA – Blutiges aus dem Partykeller

nocta

Wenn man einen Blockbuster für viele Millionen $ dreht, darf man nicht zu sehr über die Stränge schlagen, muss ein Auge auf die Jugendschützer haben und muss einen möglichst breiten Geschmack treffen, um die mühsam verpulverten Scheine wieder einzuspielen.

All diese Zwänge bestehen für Amateurfilme nicht, weswegen es wundert, dass sich viele Laien-Filmemacher dennoch in ein Korsett zwängen, das ihnen nicht passt.
Und dann sind da Filme wie NOCTA, der einfach mal die Handbremse löst und Vollgas gibt.

Story:
Ernst wird bald 40 Jahre alt, aber seinen Geburtstag hat der anständige, gläubige Junggeselle noch nie gefeiert. Das wollen seine Freunde ändern und starten im Keller eine fette Fete. Schnaps, Gras und laute Musik sind da, ein buntes Publikum auch, und als Nocta vorbeischaut ist Ernst direkt verliebt.
Doch die Dame verträgt keinen Alkohol und als man ihr heimlich was vom hochprozentigen Fusel unterjubelt, nimmt der Schrecken seinen Lauf.

Feingeister sollten vor die Tür gehen, solange NOCTA läuft, denn hier wird gekotzt, gekackt und aus allen Körperöffnungen geblutet.
Der Humor ist auch nicht eben sensibel und die Figur des Ernst so plakativ dargestellt, dass er auch in alten SKETCHUP-Folgen hätte stattfinden können. Anderenorts scheint Absurdität a la Helge Schneider Pate gestanden zu haben.nocta jim aal

Was NOCTA aber ausmacht, ist die völlige Gleichgültigkeit, mit der der Film seine Zoten raushaut, dabei oft ein gutes Timing besitzt und (etwas, das vielen kleinen Produktionen fehlt) sich nie ernst nimmt.
Daraus entsteht eine Leichtigkeit, bei der man sich gut vorstellen kann, dass hier einfach ein paar Kumpel zusammenkamen, die Bock hatten einen Film zu drehen. Bezeichnenderweise hat man die üblichen Akteure, die so tun, als hätten sie eine große Karriere im Ausland, gar nicht erst eingeladen, verspricht auch selbst keine große weite Welt, sondern drehte konsequent in einem alten Keller (der danach einen neuen Anstrich brauchte).

Wie schon erwähnt, mit Körperflüssigkeiten geizt NOCTA nicht und alleine was hier an Menstruationsblut rausgeschossen (anders kann man es nicht bezeichnen) wird, hätte der Firma OB einen dicken Gewinn gebracht. Der Begriff „Scheiß die Wand an“ ist auch mal wörtlich zu verstehen und ansonsten gibt es einfache, aber effektive Masken.nocta review

Natürlich erfindet man auch im Splatter das Rad nicht mehr neu und der Gag jemanden mit seinen eigenen Gedärmen zu würgen ist wirklich durch, aber da hier von allem etwas gezeigt wird, zwischendurch sogar ein paar Nazis plattgemacht werden oder eine Karaoke-Einlage dargeboten wird, kommt zwischen Vampiren, Zombies und Saufgelage keine Langeweile auf.

NOCTA ist wahrlich nicht perfekt und über manche Schauspielperformance hüllt man besser den Mantel des Schweigens, Perfektion ist hier aber auch nie der Anspruch und dank eines guten Tempos und einem Übermaß an Gewalt, funktioniert der Schinken erstaunlich gut.

Mehr Infos zum Film findet ihr unter der Facebook-Seite von P.S.Y.C.H.O. Productions

 

 

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