Undergrounders: NOIR von Ralf Möllenhoff

noir Ralf Möllenhoff

Als wir uns vor einiger Zeit in einem satirischen Artikel über die Eigenheiten überambitionierter Filmemacher ausließen, erwähnten wir das wenig zeitgemäße Drehen mit einer Super 8 – Kamera, wohlwissend, dass wir dabei natürlich übertreiben.
Doch es gibt tatsächlich noch Super 8 – Filmer und der daraus entstehende Look ist zwar eigen, muss sich aber gar nicht verstecken.

Alek Wahning ist Kunstmaler und Vater eines blinden Sohnes. Seine Ehe liegt in den letzten Zügen und er hat sich aufs Land zurückgezogen. Als er eines Tages einem mysteriösen Mann begegnet, der unweit des eigenen Hauses lebt, verspürt Alek plötzlich den Drang ein Gemälde zu malen, das schwarz sein soll. Nur schwarz!
Doch der Fremde und sein Haus haben Geheimnisse und die Wahnings schweben in Gefahr.

In Ralf Möllenhoffs Film geht es um Kunst und so sollte man das Werk auch betrachten. Während der Einsatz der Super 8 – Cam sicher ein bewusster Schritt war (und zur heutigen Zeit sicher nicht der billigste) steht Production Value nicht im Vordergrund, sondern das Vermitteln von Zeitgeist und Atmosphäre.
Dass aufgrund er eigenwilligen Machart komplett nachsynchronisiert wurde, ist zwar zu hören, allerdings musste man sich als Fan schon durch weit schlechtere Synchros in größeren Produktionen kämpfen.

Super 8 hat Stil

Optisch wirkt NOIR häufiger so, als wäre er den 70ern entliehen und auch das liegt zum Teil natürlich auch an den technischen Voraussetzungen, aber mutmaßlich auch an einer gewissen Vorliebe der Macher für die Filme dieser Ära.

Dass NOIR ab einem gewissen Punkt nur noch in Schwarzweiß läuft, ergibt aufgrund seiner Thematik natürlich ebenfalls Sinn und schickt den Film zudem noch weiter in der Zeit zurück.

Den mysteriös-betörenden Eindruck, den der Trailer vermittelt, kann Noir zwar nicht über die Gesamtlaufzeit halten, dafür ist er nicht nur zu lang, sondern wirkt in den brutalen Momenten zu unbeholfen. In einer Strangulationsszene hat man beinahe den Eindruck, dass das Opfer dem Täter helfen möchte.

Diese aufgesetzt wirkenden Kills hätte NOIR gar nicht nötig, ist er doch in den experimentellen Augenblicken ein sehenswerter Untergrundstreifen, der mit knackigerer Schnittfassung noch gelungener wäre.

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