Undergrounders: OUST aus Deutschland

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Die Macher von OUST sind für Thrill & Kill keine Unbekannten. Vor etwa zwei Jahren überraschte das Team, bestehend aus Tim Herbst und Heiko Wagner, uns schon mit ihrem handwerklich soliden und mit starken  Einfällen gespickten SARDON. Dieses Jahr trat OUST an den Start und bekam einen Platz im Thrill & Kill-Festival. Mit einer Laufzeit von zwölf Minuten ist OUST ein Kurzfilm.

OUST nimmt uns mit zu Jonas und Hanna, das noch junge Paar erwartet in Kürze das erste Kind und Hanna schlägt sich mit den typischen Schwangerschaftsproblemen rum. Auch Jonas hat so seine Sorgen, denn die Situation überfordert den werdenden Vater und er sucht ständig nach Gründen, dem Alltag und somit auch Hanna zu endfliehen.

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Nach einem Streit des Paars flüchtet sich Jonas in die wohltuenden Arme eines kalten Biers und Erinnerungen an gute Tage mit den Kumpels. Was folgt ist ein unangenehmer und schmerzhafter Flashback der dazu führt, dass sich Jonas an dem Ort seiner Erinnerung widerfindet.

Was eigentlich fast romantisch klingt, wird zu einem waschechten Albtraum, denn Jonas ist nicht mehr der, der er vorher war. Nun zerstört er auch noch den Wochenendausflug der beiden Brüder Chris und Jens und läutet damit eine psychische Abwärtsspirale ein.

OUST ist anders als das erste Werk SARDON. Es gibt mehr Story, mehr Figuren, um die es geht und etwas schauspielerisches Talent ist ebenfalls gefragt, wenn eine der Figuren eine absolute Meltdown-Situation erfährt. Eine Weiterentwicklung der Macher ist hier also durchaus zu erkennen.

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Das Schlüpfen in einen anderen Körper wirkt nicht gekünstelt, was es dem Zuschauer leicht macht, die Geschichte richtig zu erfassen und dem Glauben zu schenken, was da auf dem Bildschirm passiert. Technisch kann man den Jungs bei ihrer Arbeit keine Nachlässigkeit vorwerfen.

Man merkt OUST an, dass Tim Herbst, Heiko Wagner und dem Team, welches involviert ist, ihre Sache ernst nehmen und vor allem Spaß daran haben, ihre Geschichten zum Leben zu erwecken. Der Anspruch, einen Hochglanzfilm mit schauspielerischer Glanzleistung zu sehen, sollte im Undergroundbereich keine übergeordnete Rolle spielen, so ist es auch kein Problem, dass mancher Einsatz der Darsteller nicht auf den Punkt ist. Sicher ist wohl, dass wir in Zukunft weitere verfilmte Ideen von dem Team um Tim Herbst zu sehen bekommen und das begrüßen wir.

Ein kleines Easter Egg gibt es auch noch, wenn Jonas entrüstet eine Szene verlässt. Dies ist für Leute, die SARDON gesehen haben und mochten, eine nette Erinnerung an jenen Film vor zwei Jahren.

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