Undergrounders: SIREN aus der USA

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Ein weiterer Kurzfilm bei unserem Thrill & Kill-Festival, mit einer Laufzeit von zwölf Minuten, war SIREN. Der Regisseur Jeremiah Kipp ist nicht neu in der Filmbranche. Seit über zehn Jahren arbeitet er als Regisseur, Produzent und Autor in New York City an Werbe- und Spielfilmen. Letztes Jahr zum Beispiel konnten wir seinen Langfilm SLAPFACE, der auf einer von Kipps Kurzgeschichten basiert, begutachten.

SIREN beginnt mit einer Szene im Haus eines Vaters. Der offensichtlich verstörte Mann sitzt starr in seinem Tv-Sessel und hat wohl schon den ein oder anderen Drink intus. Der Fernseher zeigt ein Störbild. Dann geht alles ganz schnell, Der Vater greift zum Telefon und ruft seine Tochter mit den Worten: komm nicht hier her, an. In den darauffolgenden Sekunden richtet sich der Mann selbst.

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Ungeachtet der Worte des Vaters treffen die Tochter samt Partner und ihr Bruder, der ein paar Minuten später eintrifft, im Haus ein und müssen feststellen, dass sie schon viel zu lange nicht mehr dort waren. Nachdem die Zimmeraufteilung klar ist, möchte die Tochter ins Schlafzimmer gehen und bekommt einen Schock, vor ihr steht eine junge Dame, die felsenfest davon überzeugt ist, in diesem Haus zu wohnen.

Bruder und Schwester überlegen nun, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen und Mark, der Freund der Tochter begleitet die Fremde nach draußen… jetzt zeigt die fremde Schönheit ihr wahres Gesicht und betört Mark mit einem Singsang. Von eben diesem Gesang wird Kelly (Tochter) in der Nacht geweckt, sie schaut nach, woher die Melodie kommt und findet ihren Freund Mark in der selben Situation wider, wie ihr Vater verstorben ist… was in den darauffolgenden Minuten passiert, konnte sich keiner der Drei auch nur vorstellen… wird diese Nacht Jemand überleben?

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SIREN baut von Beginn an stetige Spannung auf, und konzentriert sich auf das Geschehen. Auch die Schauspieler geben in diesen kurzen zwölf Minuten ein gutes Bild ab, vor allem, als die Fremde Mark in sein Ohr säuselt.

Die Story erinnert stark an den Mythos der Sirenen. Diese weiblichen Geschöpfe entstammen der griechischen Mythologie und wurden verschieden dargestellt. Manchmal als Fabelwesen aus Mensch und Fisch, meist aber als wunderschöne Frauen, die auf den Klippen standen und mit ihrem betörenden Gesang die vorbeifahrenden Schiffer anlockt, um sie dann zu töten. SIREN ist also im Grunde eine moderne Geschichten-Idee über diese Sage. Und diese funktioniert.

So langsam wie SIREN startet, so viel mehr Gas gibt sie am Ende und auch ein blutiger Anteil kommt unerwartet, aber gut gemacht dazu.

Jeremiah Kipp hat die wenigen Minuten gut genutzt und inszeniert, wer weiß, vielleicht gibt es in der Zukunft weitere vorhaben von Kipp, einen seiner Kurzfilme in eine lange Fassung zu verwandeln. Das Potenzial Kipps ist definitiv vorhanden.

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