Undergrounders: THE DEER HOUSE aus Dänemark

the deer house thrill and kill festival

Ein bekannter Name im Underground-Bereich ist Kasper Juhl. Seine Art Filme zu drehen ist fast unberechenbar, so lässt sich nie voraussagen, welches Subgenre er sich für den nächsten Streifen aussucht. Für unser Thrill & Kill-Festival schickte Kasper Juhl seinen Found Footage-Film THE DEER HOUSE ins Rennen und bietet damit den einzigen Langfilm, neben den übrigen acht Shorts.

THE DEER HOUSE nimmt uns mit auf die Fahrt zu dem titelgebenden Deer House. Mit dabei sind Mette, Esben, Julius und die Schwester von Mette, Astrid. Der Plan: Mette möchte einen Film drehen, über was genau, oder welches Genre sie bedienen möchte, soll noch entschieden werden. Esben und Julius sind Freunde von Mette und unterstützen sie gern bei ihrem Vorhaben, allerdings nicht ganz selbstlos, denn Esben erhofft sich ein paar ruhige Minuten um Mette zu sagen, dass er mehr Sympathie für die Dame hegt.

Alles ist gepackt und auch Astrid begleitet die kleine Gruppe. Ungleicher könnten Schwestern kaum sein. Während Mette aufgeschlossen und frech ist, scheint Astrid die introvertierte, ein Mauerblümchen zu sein. Julius nimmt sich der schüchternen jungen Dame an und bindet sie in Gespräche ein, schlau wird aber auch er nicht aus ihr. (Was der Gruppe noch teuer zu stehen kommen wird)

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Schon auf halber Strecke, an der Tankstelle, kommt es zur ersten unangenehmen Situation. Esben und Mette lümmeln an der Zapfsäule, während sich ein Kerl nähert und die beiden nur anstarrt. Auch auf die Frage, ob sie ihm helfen können, kommt keine klare Antwort. Erst als ausgerechnet Astrid klar ausspricht, dass er verschwinden soll, geht er schließlich.

Im Deer House angekommen beginnt die Arbeit an einem Drehbuch und der Umsetzung. Die Entscheidung, in welchem Genre gearbeitet werden soll, fällt auf das Horrorgenre. Ganz zum Leidwesen von Esben, der sich etwas romantisches erhofft hatte. Ein paar Tage vergehen und die Freunde versuchen mehr oder weniger etwas zustande zu bringen und dann… nur so viel: Die gute Stimmung hält bis zur 31. Minute an, dann bricht das Chaos los und der Albtraum beginnt.

Kasper Juhl hat in THE DEER HOUSE einmal mehr Frederik Carlsen (Esben) besetzt. Frederik ist ein Stammschauspieler in Juhls Filmen und konnte in KAKERLAK oder YOUR FLESH YOUR CURSE zeigen, dass er sich gut in Rollen versetzen kann. Marie-Louise Damgaard (Mette) stand ebenfalls schon für Kasper vor der Kamera. Mie Gren, hier spielt sie Astrid, schrieb das Drehbuch zu THE DEER HOUSE mit Kasper gemeinsam. Julius, der Kameramann im Film, ist nie zu sehen, allerdings hat das einen Grund, denn Kasper Juhl selbst spielt Julius, wie man ganz zu Anfang kurz in eine Autoszene sehen kann. Das Spiel der Charaktere funktioniert, jede Figur hat ihre Eigenheiten und Seltsamkeiten.

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Kasper Juhl drehte THE DEER HOUSE als No Budget – Found Footage-Horrorfilm. In nur vier Tagen drehte Juhl 2019, mit einem 30-seitigen Drehbuch und teilweise improvisiert. Seine Intension von THE DEER HOUSE war, dass Jeder einen Film machen kann, unabhängig von Geld, Ausrüstung und Ausbildung. Mit Licht und Schatten zu spielen liegt Kasper ohnehin, aber auch ohne jegliche großartige Trickserei mit Technik schafft es THE DEER HOUSE eine unangenehme Stimmung zu erzeugen ohne dabei unglaubwürdig zu werden. Ebenso bleiben nervige typische Found Footage Szenen aus, die meist nur Jump Scare-Schocker sind. Dennoch erleidet man als Zuschauer die ein oder andere Schrecksekunde.

THE DEER HOUSE muss sich als No Budget Horrorfilm hinter keiner Underground-Produktion verstecken, die Geld gekostet hat. Kasper Juhl wird noch viele Filme drehen, die uns so manchen Abgrund zeigen werden. Das ist sicher und wir sind gespannt.

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