Undergrounders: VIRUS aus Deutschland

Virus thrill & kill festival

Krankheiten und Virusvarianten sind mittlerweile ein rotes Tuch für viele Leute, aber auch die Filmbranche hat sich in den letzten Monaten viel mit der Materie beschäftigt und Streifen über Seuchen oder ganz offensichtlich Corona veröffentlicht. Auch Julien Klink nutzte dies für seinen Kurzfilm VIRUS, den er bei unserem Thrill & Kill-Festival einreichte und damit in der Auswahl der besten 9 Filme landete.

VIRUS hat als Kurzfilm eine Laufzeit von sieben Minuten und erzählt von der Schwierigkeit, während einer Pandemie Leute, bessergesagt, ein Date zu finden. Die Handlung findet irgendwo in Würzburg statt und macht uns mit Franzi bekannt. Die junge hübsche Frau trifft sich während des ersten Lockdowns mit Vincent in einem Park. Die beiden unterhalten sich über die Dinge die sie tagtäglich tun. Beide sind gelangweilt von diesem Trott und sehnen ein Ende der Pandemie herbei.

Virus

Dennoch läuft es super bei Franzi und Vincent, bis ein Mann in roter Lederjacke und Munschschutz durch den Park läuft und Vincent in ihm seinen besten Kumpel erkennt. Seltsamerweise reagiert Jules, so sein Name, nicht auf Vincents Rufe. Auch wenn dies etwas Verwunderung hervorruft, tut es Vincent damit ab, dass Jules wohl einfach genervt von der gesamten Situation in der Pandemie ist. Jules verhalten ist wohl schon seit einiger Zeit etwas seltsam. Und da sich Jules am Abend bei Vincent meldet, scheint alles in Ordnung zu sein, er fragt sogar nach der hübschen Begleitung am Nachmittag im Park.

Wie Vincent richtig erkannt hat, ist Jules genervt von dem Lockdown und sucht Ablenkung, die beiden Jungs verabreden sich für später am Abend und als die Klingel läutet, öffnet Vincent seinem Besuch, wundert sich aber, warum Jules in dieser vertrauten Umgebung einen Mund-Nasenschutz trägt… die Antwort darauf wird Vincent aber nicht mehr erfahren, denn dies ist der Punkt in der Story, ab dem es steil bergab geht.

virus 2

Julien Klink hat das Lockdown-Thema genutzt, um auf eine Schwierigkeit hinzudeuten. Dass es fast unmöglich ist, Jemanden im Lockdown kennen zu lernen, ist klar. Aber was ist, wenn wir nicht mehr sicher sein können, ob der beste Freund oder die Geliebte tatsächlich noch sie selbst sind? Was ist, wenn sich Fremde durch den Schutz von Masken Straftaten erlauben? Oder gar zu Mördern werden? Können wir überhaupt noch vertrauen?

Gleichwohl ist dieses Szenario in VIRUS fiktiv, nicht aber undenkbar. Julien Klink hat in sieben Minuten eine komplette Handlung aufbauen können, die keine Fragen offen lässt. Auch die kleine blutige Einlage ist auf dem Punkt und überraschend. VIRUS ist ein runder kleiner Horrorkurzfim geworden, der Spaß macht.

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