Wir müssen reden: Warum wir einen Zombieausbruch nicht überleben würden

warum wir einen zombieausbruch nicht überleben würden

Habt ihr euch mal gefragt, wie realistisch die Zombieapokalypse ist?

Es fiel mir früher schwer zu glauben, dass wandelnde Kadaver, wie sie uns Romero brachte oder auch die schnellen Infizierten, wie man sie aus 28 TAGE SPÄTER kennt, die Weltherrschaft an sich reißen könnten.
Vor allem die lahmen Zombies sind doch keine Bedrohung. Schaut nur wie viele von ihnen jeder einzelne Protagonist aus THE WALKING DEAD tötet…und das meist im Nahkampf. Zu langsam, aber vor allem zu dumm, zu unorganisiert und zu unbewaffnet sind die Toten. OK, es sind viele…aber wie sollen es überhaupt viele werden, wenn man ihnen konsequent den Schädel spaltet?

Nein, mir war klar, selbst die schnellen Infizierten können nur lokal Schaden anrichten. Es würde Opfer geben, logisch. Vielleicht hunderte, aber spätestens, wenn der erste Panzer anrückt, wird die Menschheit siegen, weil die Toten davorstehen, wie ich, wenn ich eine Dose Ravioli ohne Büchsenöffner öffnen möchte.

Das war vor Corona und seitdem hat sich einiges geändert. Zombies und Infizierte sind in meinem Weltbild nicht intelligenter oder schneller geworden, aber die Menschheit hat bewiesen, dass sie zwar halbwegs mit einer Normalsituation umgehen kann, aber beim kleinsten Schluckauf durchdreht.

Wenn die Zombies kommen, wird es auf kühle Köpfe, rasches und konsequentes Handeln ankommen und das könnte in die Hose gehen.
Schauen wir mal, woran das liegt.

Die Bevölkerung

Was tun, wenn die Zombies anrücken und die Äxte, Messer und Schwerter knapp sind?
Man kann sich also den Run auf die Baumärkte vorstellen, bei dem die Obi-Mitarbeiter Probleme haben zu unterscheiden, ob es sich um mürrische Untote handelt, die schon vor Ladenöffnung gegen die Scheibe klopfen…oder doch um zahlende Kunden.
Wer sich erinnert, wie die Emotionen hochkochen können, wenn sich zwei Herren mittleren Alters mit Stirnglatze und karierten Kurzarmhemden um feuchtes Klopapier streiten, weiß auch, dass man die Typen nicht erleben will, wenn sie sich um die gleiche Axt bemühen.

zombie - dawn of the dead rezension

Neulich, beim Black Friday

Wir sprechen hier über Leute, die verrückt wurden, weil Klopapier knapp wurde. Klopapier! Und das nicht, weil es wirklich knapp wurde, sondern der eigene kleingeistige Hortungswahn kurze Zeit zu leeren Regalen führte.
Und was passiert nun, wenn die gleichen Leute nicht nur mit schmutzigen Unterhosen rumlaufen müssen, sondern der aus dem Grab gestiegene Nachbar vorbeischaut?

Vielleicht nichts. Da nichts sein kann, was der eigenen Ideologie nicht entspricht, ist es wichtig die Lage zu ignorieren. Ganz klar, Weihnachtsmärkte und Fasching müssen stattfinden. Wie viel Zivilisation wäre denn noch übrig, wenn man uns das Recht nimmt, über Bernd Stelter zu lachen, während wir uns unrhythmisch zu Ballermannhits bewegen?
Ich kann Sätze wie: „Ein Zombiebiss ist doch nichts gegen eine Grippe“, „Die meisten Toten hatten aber Vorerkrankungen“ oder „Onkel Klaus war gegen Tetanus geimpft, trotzdem hat er seine Familie aufgefressen“ jetzt schon hören.

Thrillandkill (Horrorfilme und Thriller): 28 days later

Tante Uschi

Interessant wird es, wenn die ersten Demos gegen den Zombie-Lockdown stattfinden und sich die Gesamtsituation auf wundersame Weise nicht verbessert, dafür aber Uschi mit dem Diddl-Rucksack nicht nur anwesende Journalisten der Lügenpresse bespuckt, sondern auf dem Rückweg im AfD-Charterbus auch Blut kotzt und danach dem Fahrer ein Ohr abbeißt?
Oder kommt es ganz anders, weil Zombies nun mal Hirne mögen und eine solche Demo für sie nicht interessant ist?

Politik / Regierung

Wir sind uns also einig, dass man eine solch prekäre Situation von den Regierungen und Fachleuten lösen lassen muss.
Aber wie soll das gehen? Denkt irgendwer, dass es einen geheimen staatlichen Vorrat an Hieb- und Stichwaffen gibt? Sicher, man wird versuchen welche zu kaufen, aber natürlich nur, wenn sich irgendein Angehöriger eines ranghohen Politikers eine goldene Nase daran verdienen kann.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob irgendwer im Bundestag Max Brooks großartiges Buch „Der Zombie Survival Guide“ gelesen hat.
Gerne helfen wir in wissenschaftlicher Funktion mit einigen Zombie-Specials (hier oder hier), wir können es aber kurz machen: in fast allen Filmen dieser Art sind die Lebenden die größte Gefahr für die Lebenden.

Wie das in der Praxis aussieht, merkt man, wenn in China bewohnte Stadtteile mit Napalm bombadiert werden, nachdem dort ein einzelner Fall bekannt wird. Sicher ist sicher.

Warum wir einen Zombie-Ausbruch nicht überleben würden

Zombiebekämpfung in China

Hierzulande kommt natürlich die Rechtsstaatlichkeit ins Spiel. Leute, man kann nicht einfach Menschen wegballern, nur weil die tot sind. Störung der Totenruhe nach §168 StGB wäre wohl eine denkbare Anklage, wenn ich ohne absolute Notwehr Tante Uschi (ihr wisst schon, die mit dem Diddl-Rucksack) das Hirn perforiere. Mehr noch, wer wann tot ist, wird gänzlich neu zu bewerten sein und interessant wird es, wenn mal jemand eine Nahtoderfahrung mit kurzzeitigem Herzstillstand hatte? Mensch oder Zombie? Die Klagewelle wird rollen und bevor das nicht geklärt ist, die Zombiewelle auch.

Thrillandkill (Horrorfilme und Thriller): piqsels.com id onwld

Zombiebekämpfung in Deutschland

 

Bevor man sich also versieht, wird die Trägheit des Staatsapparats die Lage verschlimmern und da kann man nur hoffen, dass nicht auch Wahlen anstehen, in deren Vorfeld man Probleme gerne ignoriert und auf gar keinen Fall einen Zombie-Lockdown verhängen möchte.
Statt Taten werden wir blinden Aktionismus und ausuferndes Palaver erleben, als hätten die Drehbuchautoren von THE WALKING DEAD einen Sitz im Bundestag.
Eingreifen? Nur wenn erst einmal jede Warnung mehrfach missachtet wurde und bereits die ersten faulig-aggressiven Leichen durchs Bundeskabinett stolpern.

 

Fazit: Wenn sich Opa durch die feuchte Friedhofserde zurück ins Leben wühlt, ist es bereits zu spät.
Dummheit und Ignoranz auf der einen, Bürokratie, mangelnde Weitsicht und Korruption auf der anderen, machen uns zum leichten Futter für die Toten.

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