Review: 7TH FLOOR – JEDE SEKUNDE ZÄHLT (2013)

7th floor
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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3.3/10 (12)

Darsteller: Ricardo Darín, Belén Rueda, Abel Dolz Doval
Regie: Patxi Amezcua
Drehbuch: Patxi Amezcua, Alejo Flah
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Genre:

Wie mag es sich für einen Vater anfühlen, wenn die eigenen Kinder plötzlich in einer alltäglichen Situation spurlos verschwinden? Diese simple Frage ist die Ausgangssituation für 7TH FLOOR wo Anwalt und Familienvater Sebastián seine beiden Kinder bei der frisch geschiedenen Ex-Frau abholt.
Auf dem Weg vom 7. Stock nach unten nehmen die Kids die Treppe, der Vater den Aufzug, doch als er im Erdgeschoss ankommt, tauchen Luna und Luca nicht auf.

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Der Portier hat die beiden nicht gesehen und als er bei verschiedenen Nachbarn klingelt, wissen die von nichts. Auch ein Polizist, der im Haus wohnt ist keine Hilfe, aber kann man wirklich wissen, was die Menschen hinter ihren Türen treiben?

Bei 7TH FLOOR handelt es sich um eine spanisch-argentinische Produktion, die in Buenos Aires angesiedelt ist, aber Schauspieler aus beiden Ländern zeigt. Vor allem Spanierin Belén Rueda (JULIA’S EYES, THE BODY), die die Mutter der Kinder spielt, dürfte auch deutschen Filmfans ein Begriff sein.
Vater Sebastián wird vom Argentinier Ricardo Darin verkörpert und der gibt den biederen Schlipsträger, der den schlimmsten Tag seines Lebens erlebt, glaubhaft.

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Aus der anfänglichen Sorge der Eltern wird Panik und schließlich klammern sie sich an jeden Strohhalm, was dazu führt, dass sie jede Person verdächtigen, die in ihre Nähe kommt.

Bis etwa zur Mitte des Films bleiben Eltern und Zuschauer völlig im Unklaren, was mit den Kindern geschehen sein könnte, bevor sich eine Wendung einstellt, die zunächst enttäuscht, weil sie zu vorhersehbar wäre, aber durch einen weiteren Twist wird die Handlung wieder in die richtige Bahn gelenkt.
Klingt kryptisch? Mag sein, aber natürlich soll an dieser Stelle nicht unnötig gespoilert werden. Im Film ergeben sich die Ereignisse hingegen flüssig und nachvollziehbar.

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Trotzdem bleibt 7TH FLOOR manchmal blass. So greifbar die Angst der Eltern ist, so ungewiss ist sie auch. Wir als Beobachter rechnen nicht unbedingt mit dem Schlimmsten, wie es ein liebender Vater tut, für uns wäre es wahrscheinlich, dass die beiden Kids nur Verstecken spielen und auch das Ende bietet mehr Drama als eiskalten Thrill. Ein Umstand, den die FSK mit einer Freigabe ab 12 würdigte.

Spannend ist 7TH FLOOR trotzdem, aber eben nicht gruslig, unheimlich oder gar brutal.
Wer also darauf hofft, dass der Vater seine Kids aus einem bluttriefenden Folterkeller befreit, sollte den Film meiden.

Fazit: Die Trademarks des spanischen Kinos werden auch hier aufgegriffen, aber nicht so konsequent zu Ende geführt, wie man das von den besten Filmen kennt und zu wenige zwingende Momente mitbringt.

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