Review: HIDE AND SEEK – KEIN ENTKOMMEN (2013)

Hide and seek
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7

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6.5/10 (32)

Darsteller: Mi-seon Jeon, Jung-Hee Moon, Hyeon-ju Son
Regie: Jung Huh
Drehbuch: Jung Huh
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Egal, was ihr über Korea wisst, wirklich wissenswert ist vor allem, dass man nie an einem (süd-)koreanischen Thriller vorbeigehen sollte, ohne einen langen Blick zu riskieren.
Die bringen zwar oft ein paar fernöstliche Eigenheiten mit, die für mitteleuropäische Augen mitunter befremdlich anmuten, sind aber meist professionelle und packende Streifen.

HIDE AND SEEK, der natürlich nichts mit dem amerikanischen Robert De Niro – Film gemein hat, bildet da keine Ausnahme. Allerdings hat der Film, anders als südkoreanische Großtaten der Marke OLDBOY oder I SAW THE DEVIL wenig mit Rache zu tun.

Hide and seek

Stattdessen wird die Geschichte von Seong-soo, einem erfolgreichen Geschäftsmann und Familienvater erzählt, der in einer luxuriösen Wohnung lebt, aber unter Kontrollzwängen und einer Schuld seiner eigenen Vergangenheit leidet, die mit seinem Bruder zu tun hat.
Als der Bruder eines Tages verschwindet, macht sich Seong-soo auf die Suche nach ihm. Dabei stößt er auf eine Frau, die den Bruder kennt, einen heruntergekommenen Apartment-Komplex, seltsame Zeichen und einen mit Motorradhelm maskierten Mörder, der nun auch Seong-soo und seiner Familie gefährlich wird.

Hide and seek

HIDE & SEEK ist das Debüt für Autor/Regisseur Jung Huh und wie das am Beginn einer Karriere oft so ist, nicht alles greift nahtlos ineinander. Das Talent ist zweifelsohne da und man darf sich auf kommende Werke freuen, aber HIDE & SEEK ist noch nicht ganz rund.
Dabei verfügt der Film über sehr starke Einzelszenen, wie die gleich zu Beginn, als eine Frau bemerkt, dass sie nicht alleine in ihrer Wohnung ist; eine weitere in der Seong-soos Kinder alleine Zuhause sind, während der Unbekannte dort eindringen will oder verschiedene Sequenzen in denen der Familienvater mit dem Maskierten kämpft.
Der hat keine abgefahrenen Waffen, sondern eine schlichte Eisenstange, keine kreative Maske, sondern einen einfachen Motorradhelm und wirkt damit weniger wie eine Kunstfigur sondern tatsächlich bedrohlich und realistisch.

Brutal geht es übrigens durchaus zu, ACHTUNG SPOILER aber obwohl Teile der Handlung an DREAM HOME erinnern, geht es in HIDE AND SEEK nie derart splattrig zu.

Hide and seek

Seltsame Zeichen an den Türen, Seong-soos Angstzustände und Flashbacks sorgen für den nötigen Mystery-Touch, dies sind aber auch die Bereiche, die zwar angerissen werden, aber entweder zu kurz kommen oder über das Ende hinaus mit Fragezeichen behaftet bleiben.
Vielleicht wäre es daher sinnvoller gewesen, einige der Subplots außen vor zu lassen, denn die stehen sich teilweise im Weg.

Auch wenn HIDE AND SEEK kein perfekter Film ist, gibt es aber auch schlechter erzählte Geschichten und man muss ihm zugestehen, dass Kamera, Dialoge, Schauspiel, Timing…also alles handwerkliche passen. Daher können sich insbesondere Freunde des Asia-Kinos getrost heranwagen.

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