Undergrounders: WEAKNESS OF A SICK MIND

Der Name Dominik Heit dürfte wohl auch für Independent Film-affineres Publikum ein noch eher unbeschriebenes Blatt sein. Erstmalig im Jahr 2017 mit seinem Kurzfilm „Schatten über Franken“, der zunächst nur auf YouTube verfügbar war und es nun immerhin im Rahmen des P.S.Y.C.H.O Productions-Filmfestivals auf eine etwas größere Leinwand geschafft hat, in Erscheinung getreten, versucht sich der Hobbyfilmer nun mit WEAKNESS OF A SICK MIND an seinem ersten längeren Kurzfilm, kürzeren Langfilm oder wie auch immer man Filme mit einer Spieldauer von rund 50 Minuten ins Filmvokabular einzuordnen vermag.

SCHATTEN ÜBER FRANKEN könnte man wohl am besten als Wochenendprojekt unter Freunden beschreiben. Kamera sowie besten Kumpel ins Auto gepackt und dann halt einfach mal drauf losgefilmt, nach der Devise „mach amol und dann basst des scho“ (bitte mit schlechtem fränkischen Dialekt lesen). Heraus kam dann ein charmanter Kurzfilm, der, zumindest mich, über die kurze Spieldauer zwar halbwegs unterhalten, aber sicherlich nicht begeistern konnte.
Mit entsprechend eher reservierter Erwartungshaltung ging ich daher an WEAKNESS OF A SICK MIND heran und was soll ich sagen…? Gar nicht mal übel, Herr Heit.

Warum WEAKNESS OF A SICK MIND, der ab jetzt mit einem knackigen WEAKNESS abgekürzt werden soll, im Vergleich zu SCHATTEN ÜBER FRANKEN einen Fortschritt darstellt und woran es vielleicht dennoch etwas hapert, klären wir im Folgenden.

„Das ist die Geschichte eines Mannes, der das Gefühl hat, alles verloren zu haben und sich nach dem Ende seines Leides seht. Jedes Ende bedeutet jedoch auch einen Neuanfang. Das hier ist meine Geschichte…“

Eins vorneweg: WEAKNESS ist der Debütfilm, eines Autors, für den das Filmemachen wohl hauptsächlich eine Verlängerung des Hobbys darstellt. Soll heißen: Wer immer ganz genau hinschaut, der findet sicherlich einiges, was man bemängeln kann, oder teilweise vielleicht auch bemängeln sollte. Das beginnt bei der Laufzeit, die man gut und gerne um 1/5 hätte straffen können, geht dann über ein paar technische Macken, die sich insbesondere im Schnitt bemerkbar machen und endet mit der einen oder anderen unfreiwillig komischen Szene. Wenn beispielsweise der aufgebrachte Hauptcharakter über fast eine Minute einen Mann verfolgt, nur um ihn dann gleich wieder mit den Worten „Fuck, lass gut sein, bevor ich es mir anders überlege. Verpiss dich!“ zu entlassen, dann ist das viel mehr unfreiwillig komisch, als ein cooler Spruch.

Hat man sich das bewusst gemacht, dann kann man mit WEAKNESS durchaus eine gute Zeit haben. Abseits technischer Schwächen, bietet der Film auch einige schöne Einstellungen. Die beiden Filmer haben, auch wenn es sicherlich noch etwas am Knowhow fehlt, durchaus ein Auge für ihre Umgebung und wissen diese zu nutzen. Neben vereinzelt komischen Dialogen, gibt es auch einige, durchaus coole Dialogzeilen zu hören, die zwar etwas bedeutungsschwangerer sein wollen, als sie es wohl sind, sich aber angenehm von den oftmals doch recht holprigen Amateurdialogen des Genres abheben. Die Grundidee der Geschichte (Job weg, Frau weg, ich setze dem ganzen jetzt ein Ende) ist sicherlich nicht neu, aber auch nicht uneffektiv und schafft in Tateinheit mit einem stimmigen Score und der Voice-Over-Erzählstruktur eine gute Atmosphäre. Ein paar blutigere Szenen gibt es auch zu sehen. Diese werden zwar meistens nur angedeutet, aber dem geneigten Genrefan mangelts ja bekanntlich nicht an blutiger Fantasie.

Alles in allem hatte ich mit WEAKNESS OF A SICK MIND über weite Teile des Films durchaus meinen Spaß. Für das, was er ist und was er sein möchte, kann sich der Streifen sehen lassen und Fans dieser Art von Film machen sicherlich nichts falsch.

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