ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST (1997)

Ein Horrorklassiker, der in den Fahrwassern von „Scream“ Ende der 90er-Jahre veröffentlich wurde. Nachdem Drehbuchautor Kevin Williamson mit Wes Craven zusammen ein Meisterwerk abgeliefert hatte, widmete er sich dem nächsten Horror-Franchise, das deutlich klassischer daherkam. Bleibenden Eindruck hinterließ der Mann mit dem Fischerhaken jedoch ebenfalls!

Der Boom der 90er-Jahre-Horrorfilme brachte eine ganze Reihe an ausgezeichneten und weniger guten Genre-Vertretern mit sich, die das verstaubte Nischendasein mit voller Wucht in das Mainstream-Rampenlicht zog. Mit „Scream“ und der neuen Definition des Bösen markierte Regisseur Wes Craven (bekannt für Filme wie „The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen“) einen Wendepunkt, den er seinem Mitstreiter und Drehbuchautoren Kevin Williamson zu verdanken hat. Aus seiner Feder stammte die Story, die weder von Untoten noch von rachsüchtigen Dämonen erzählte, sondern einzig und allein auf die grausame Psyche des Menschen abzielte.

Der weltweite Erfolg gab dem Duo recht und ließ die Alarmglocken bei den Produzenten klingeln. Geringes Budget? Günstige Schauspieler, die besonders bei den jungen Zuschauern angesagt sind? Großer Gewinn? Es dauerte nicht lange, bis weitere Filme gleicher Art die Kinos fluteten. Mit „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“, der am 19. März 1998 in Deutschland anlief, kam der erste Nachfolger nur ein halbes Jahr nach „Scream“ auf die Leinwände. Dass sich Kevin Williamson für beide Filme als Autor verantwortet, ist kein Wunder: Bevor „Scream“ produziert wurde, schrieb der Drehbuchautor das Skript zum Sommer-Horror. Allerdings wollte keine Produktionsfirma die Idee kaufen und wies die Story ab. Erst nachdem sich Wes Cravens Maskenmann als profitabler Erfolg erwiesen hatte, schlug das Filmstudio Sony zu und sicherte sich Williamsons Nachfolgeprojekt.

 

Mit Jennifer Love Hewitt („Heartbreakers – Achtung: Scharfe Kurven“), Sarah Michelle Gellar („Eiskalte Engel“), Freddy Prinze Jr. („Eine wie keine“) und Ryan Phillippe („Studio 54“) besetzte Regisseur Jim Gillespie („D-Tox – Im Auge der Angst“) den Cast mit bekannten Namen, die sich zielsicher an die Zielgruppe der Anfang 20-Jährigen richtet und ließ sie den Alptraum ihres Lebens durchstehen.

Die Rache trägt Fischerhut

Die Geschichte um die Freunde Julie (Hewitt), Helen (Gellar), Ray (Prinze Jr.) und Barry (Phillippe) ist schnell erzählt: Ausgelassen feiern die Vier ihren letzten gemeinsamen Sommer, bevor die Zukunft mit neuen Jobs und Unis fern der Heimat auf sie wartet. Doch der letzte Abend eskaliert, als sie auf der Küstenstraße einen Mann in Fischermontur anfahren. Schockiert und planlos, wie sie mit der Situation umgehen sollen, beschließen sie das Opfer im Meer zu versenken und für immer über den Vorfall zu schweigen. Niemand war dabei, niemand hat etwas gesehen, es ist nie passiert!

Zu dumm, dass sich die Vergangenheit nicht begraben lässt und immer einen Weg zurück in die Gegenwart findet. Ein Jahr später, als sich Barry und seine Truppe wieder trifft, müssen sie erkennen, dass sie ungewöhnliche Nachrichten erhalten, die alle gleich lauten: Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast. Die Drohungen sind allerdings erst der Anfang einer schaurigen Mordserie, deren Einschläge immer näher an Julie, Ray, Barry und Helen kommen. Langsam dämmert es ihnen, dass ihr Geheimnis von den Toten auferstanden ist.

 

Jedem seine Schablone

Während sich bei „Scream“ die Frage nach dem Mörder durch das gesamte Drehbuch zieht, wird in Gillespies Horrorstreifen schnell klar, wer für den blutroten Sommer verantwortlich ist. Die Suche nach dem Killer spielt keine Rolle. Eher beschränkt sich der Spannungsbogen auf den Überlebenskampf, der durch Julie vorangetrieben wird. Sicherlich mag die Vorstellung wenig erfreulich sein, wenn man von einem Mann in öliger Fischerkutte durch den Ort gejagt wird, aber Jennifer Love Hewitt legte ihre Rolle zwischen Verfolgungswahn und Hysterie an, die mit der Zeit nervig erscheint. Im Gegensatz dazu muss sich Freddy Prinze Jr. als naiver Schönling hergeben, während – noch heute unterschätzte Schauspieler Ryan Phillippe – als Bad Boy mit Aggressionsproblem inszenierte. Für Sarah Michelle Gellar blieb lediglich die Rolle der winkenden Schönheitskönigin übrig. Die plakative Zusammenstellung der Charaktere ist das größte Manko des Films, der sich kaum Mühe gibt ein abwechslungsreiches Figurenbild zu schaffen. Glücklicherweise bietet der gesamte Film ausreichend Spannungspotenzial und Jump Scares, die zu seiner Zeit als Must-have und effektives Mittel für Nervenkitzel galten.

 

Kein Ende in Sicht

Was Ende der 1990er-Jahre anrollte, hat seinen Reiz bisher nicht verloren. Die Lust am Grusel ist in Filmen, Serien und Computerspielen beliebter denn je. Mit der Gaming-Version von „Blair Witch“ adaptierten die Entwickler von Bloober Team den Horror von der Leinwand auf die Konsolen. Auch Automatenspiele bedienen sich dem Grusel-Genre und setzen auf Klassiker wie „Dracula“ oder fantasievolle Eigenerfindungen, die als Slot Games oder in Form von Rubbellosen zu den beliebtesten Casino Spielen zählen und für Begeisterung sorgen. Neben Baccarat und Roulette haben sich die kreativen Rubbellose zu einem echten Renner entwickelt, die durch ihre einfache Mechanik überzeugen. Drei gleiche Symbole reichen aus, um den möglichen Gewinn aufzudecken. Unterschiedliche Preiskategorien steigern sogar die Chance auf den Jackpot. Je höher der Einsatz, umso größer die Chancen. Hier gilt pures Glück statt blankem Horror.

Die Filmschaffenden setzen ebenfalls auf ihre erprobte Glückssträhne und pokern mit Horrorfilmen auf hohe Zuschauerzahlen. Die kommenden Neuerscheinungen auf Netflix wie die Serie „Echoes“ oder der aktuell viel besprochene „Blood Red Sky“ beweisen, dass die Lust am modernen Horror lange nicht vorbei ist. Auch der Mann mit dem Fischerhaken macht sich bereit für sein Comeback: „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ wird im Oktober 2021 auf Amazon als Serie zurückkehren. Nichts bleibt vergraben!

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