Interview mit Paul Hyett (HOWL, THE SEASONING HOUSE)

Auch wenn euch der Name Paul Hyett noch kein Begriff ist, ihr habt mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal einen Film gesehen, an dem der Brite mitgewirkt hat. Paul ist seit Jahren ein wichtiger Name, wenn es um Effekte geht und übt

THRILL & KILL: Paul, du hast in der Vergangenheit Spezialeffekte und Makeup für bekannte Horrorfilme wie ATTACK THE BLOCK, EDEN LAKE und THE DESCENT gemacht und erst vor einigen Jahren angefangen als Regisseur zu arbeiten, als du THE SEASONING HOUSE gedreht hast. Wie kam es zu diesem Kurswechsel?

PAUL HYETT: I hatte im Bereich der Makeup-Effekte über 20 Jahre gearbeitet und langsam war schon vor THE SEASONING HOUSE das Bedürfnis in mir gewachsen selbst Regie zu führen. Ich wollte wirklich meine eigenen Geschichten mit meiner eigenen Vision erzählen. I hatte für lange Zeit die Filme anderer Leute unterstützt und viel Zeit und Energie investiert, was manchmal mit einer angenehmen Überraschung endete, aber noch häufiger mit einer unschönen. Irgendwann kam der Punkt, wo ich was machen musste. Meine Erfahrung mit über 70 Filmen hatten mich in in eine gute Position gebracht, um zu verstehen wie Filme gemacht werden und ich hatte das Glück, dass mein erster Film, THE SEASONING HOUSE, finanziert wurde.

T & K: THE SEASONING HOUSE und HOWL sind beides Horrorfilme, aber sehr unterschiedlich. SEASONING HOUSE war eine semi-realistische Geschichte, die zur Zeit des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien spielt. HOWL ist eindeutig eine fiktive Geschichte mit Werwölfen, was vermutlich leichter zu ertragen und für Zuschauer spaßiger ist. Welche Art von Horror bevorzugst du?

Paul Hyett: Ich liebe beide. Für mich ist jede Geschichte, in jedem Skript so unterschiedlich, wie du es aufnimmst, die Sicht, die Ästhetik, die Reise der Charaktere. Wenn ich Filme für mich selbst schaue, entscheide ich mich vermutlich für die leichteren, entertainenden Filme. So sehr ich auch brutale, kompromisslosen Horror mag, man kann das nur in der richtigen Dosis sehen. Das gleiche gilt fürs Drehen dieser Filme. THE SEASONING HOUSE war etwas, das die Leute auf eine qualvolle Reise geschickt hat. Würde ich noch einmal einen solch peinigenden Film drehen? Vielleicht irgendwann.
Aber das war was mir Spaß am Dreh von HOWL machte, einfach ein guter, Retro-Popcorn-Film.

T & K: Du hattest vermutlich ein paar Einflüße oder Werwolf-Filme, die du magst. Kannst du ein oder zwei davon nennen?

Paul Hyett: Ich liebe AMERICAN WERWOLF und DAS TIER, die beide schwarzen Humor enthalten (was sie noch grusliger macht), aber großartige Filme sind. Beide sind unterschiedlich, sowohl in ihrer Ästhetik, als auch in ihrem Ton. Ich liebte AMERICAN WERWOLF für den dunklen Humor und die beängstigenden Alptraum-Sequenzen und DAS TIER war einfach aufregend mit einem dunklen Ton.
Beide sind Klasse Filme.

T & K: Werwölfe (und Vampire) sind vermutlich die typischsten Schreckgestalten. Fiel es dir schwer etwas neues zu HOWL hinzuzufügen, das nicht schon ein Duzend Mal gezeigt wurde? Oder war das gar nicht deine Absicht.

Paul Hyett: Es war gar nicht die Absicht etwas Neues oder Innovatives zu zeigen. Es machte mehr Spaß einen Retro-Popcorn-Film zu drehen. Was ich wirklich mochte, war dass die Charaktere in einem Zug gefangen waren. Ich liebe die Katastrophenfilme der 70er wie ERDBEBEN, DIE HÖLLENFAHRT DER POSEIDON und FLAMMENDES INFERNO. Und das mit dem Werwolfthema zu vermengen, war eine Menge Spaß.

T & K: Du hast einen weiteren Film gedreht, der dieses Jahr erscheint, sich HERETIKS nennt und im 17. Jahrhundert spielt. Kannst du uns dazu etwas sagen?

Paul Hyett: Richtig, er spielt am Ende des 17. Jahrhunderts. Ein junges Mädchen, das der Totenbeschwörung angeklagt wird, wird von einer mysteriösen Frau gerettet und in ein Kloster gebracht, um Buße zu tun und sich um die Kranken zu kümmern. Dort begegnet sie aber einem noch viel dunkleren Bösen.

 

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