Review: I’LL NEVER DIE ALONE (2008)

I'll never die alone
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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4.6/10 (17)

Darsteller: Gimena Blesa, Marisol Tur, Magdalena De Santo
Regie: Adrián García Bogliano
Drehbuch: Adrián García Bogliano, Ramon García Bogliano
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Regisseur Adrián García Bogliano stammt aus Argentinien, was wohl einer der Gründe ist, warum er international bislang wenig Aufsehen erregte, obwohl er sich voll und ganz dem Horrorfilm verschrieben und schon zehn Spielfilme (+diverse Shorts) gedreht hat. Seit seinem Beitrag zu THE ABCS OF DEATH, scheint sich dies allmählich zu ändern und dieses Jahr werden wenigstens zwei ältere Filme in Deutschland veröffentlicht. Unterstützung bietet übrigens oft Bruder Ramiro, der mal als Co-Regisseur, mal so wie hier als Co-Autor auftritt.

Im Falle von I’LL NEVER DIE ALONE haben wir es mit einem lupenreinen Rape & Revenge-Film zu tun, der noch vor dem I SPIT ON YOUR GRAVE-Remake abgedreht wurde. Die Story wird aber wie immer fast schon durch die Subgenre-Zugehörigkeit erzählt.
Vier Freundinnen fahren im Auto durch eine ländliche Gegend. Als sie eine schwer verletzte Frau am Straßenrand finden, bringen sie die im Sterben liegende Frau zur Polizei, geraten aber selbst in den Fokus der Täter.

I'll never die alone

Mehr muss man nicht wissen, Innovatives sollte man nicht erwarten, die Frage ist daher fast ausschließlich wie das Ganze in Szene gesetzt wurde.
Hier lässt sich anerkennend vermerken, dass Bogliano offenbar nicht nur die Vergewaltigungsfilme der 70er Jahre studiert hat, sondern seinem Film auch einen vergleichbaren Look verpasst, ohne dass das abgekupfert aussähe.

Mit anderen Worten: es sind die Imperfektionen die I’LL NEVER DIE ALONE einen authentischen Look verleihen. Wacklige Kamera oder grobkörniges Bild wirken hier nicht bemüht auf alt/unprofessionell getrimmt, sondern wirken wie die heruntergekommenen Kulissen echt.

I'll never die alone

Überhaupt drängen sich Regisseur oder Autor nie in den Vordergrund und wo beispielsweise der Rachefeldzug im neuen I SPIT ON YOUR GRAVE auf den jeweiligen Täter abgestimmt war, ist I’LL NEVER DIE ALONE simpler.
Simpel und effektiv ist auch die Erzählweise. Statt sich in langen Geschichten zu verlieren, die letztlich zur Story nichts beitragen, zeigt uns der Regisseur hin und wieder kurze Sequenzen, die den Job mindestens ebenso gut erledigen.

Problematischer ist da mal wieder die deutsche Zensur. Auch wenn wir trotz einer viertelstündigen (!) Schnittorgie immer noch erahnen können, dass soeben eine brutale Vergewaltigung stattgefunden hat, darf man sich doch fragen, ob es noch Sinn macht einen Film auf den Markt zu bringen, dessen Kernszene fast komplett entfällt.

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Die übrig gebliebenen Gewaltszenen sind hart, aber technisch nicht immer erste Sahne.

Fazit: I’LL NEVER DIE ALONE ist lupenreines Exploitation-Kino und Adrián García Bogliano beweist Talent, das Lust auf mehr von ihm macht. Dass der Film trotzdem an dieser Stelle die 5-Punkte-Hürde nicht knackt, liegt schlichtweg an den extremen Schnitten.

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