Review: THE WALKING DEATH / ATTACK OF THE UNDEAD (2011)

attack of the undead horrorfilme
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Redaktion: 7

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7.2/10 (52)

Darsteller: Jay Hayden, Andy Stahl, Tori White
Regie: Turner Clay
Drehbuch: Turner Clay
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THE WALKING DEATH? Kann man den noch ideenloser zu verstehen geben, dass man auf eigene Identität pfeift und stattdessen ganz und gar auf die Erfolgsserie THE WALKING DEAD setzt? Sogar bei einer Google-Suche wird man gefragt, ob man nicht doch eher „dead“ statt „death“ meine.
Wer sich so vorstellt, darf sich nicht wundern, wenn man ihn nicht freundlich empfängt. Das dachten sich offenbar auch die Verantwortlichen bei Tiberius Film, die den Titel in letzter Sekunde zu ATTACK OF THE UNDEAD änderten.
Um die Verwirrung komplett zu machen, sei erwähnt, dass der im Original mit STATE OF EMERGENCY einen vernünftigen Titel trägt.

attack of the undead / the walking death

Als in einer ländlichen Gegend eine Chemiefabrik explodiert, sehen sich die Bewohner dem puren Chaos ausgesetzt. Die meisten werden zu bösartigen Wesen und die wenigen, die immun sind, sind auf sich allein gestellt, denn das Militär zieht sich schnell aus der Zone zurück.
Jim, der seine Verlobte auf der Flucht verlor, verschanzt sich in einem leerstehenden Gebäude, doch kann er alleine gegen die Bestien überleben?

attack of the undead the walking death

Schaut man in den Film rein, wird bald deutlich, dass das „walk“ im alten Titel irreführend war, denn die Zombies sind schnell und erinnern auch aufgrund ihrer roten Augen an 28 DAYS LATER. Vielleicht wäre 28 HOURS LATER also ein geschickterer Titeldiebstahl.
Andererseits gibt es Momente aus vielen bekannten Filmen. Der Chemieunfall hat Parallelen von THE CRAZIES, hier und da denkt man an DAWN OF THE DEAD und im Finale findet sich eine Szene, die es in ähnlicher Form im Urfilm NIGHT OF THE LIVING DEAD gab.
Dass THE WALKING DEATH trotzdem überraschend eigenständig erscheint, wirkt schon wie ein Wunder.

Ein High-End-Werk ist der Film dabei sicher nicht. Wenn der Himmel voller Militärhubschrauber ist, sieht man deutlich, dass hier mit begrenzten Mitteln getrickst wurde und anderenorts umgeht man allzu klare Effekte gleich ganz. Letzteres ist aber ein probates Mittel und es ist nicht so, als ginge dadurch jegliche Härte verloren.

attack of the undead

Wie es sich für einen Indie-Film gehört, hat der Kameramann hier und da etwas zittrige Finger, arbeitet ansonsten aber mit wenig Tiefenschärfe und schafft dadurch ansehnliche Bilder.
Auch die Dialoge und Schauspieler sind überdurchschnittlich und freundlicherweise ist die deutsche Synchronisation ebenfalls gelungen.

Am überraschendsten ist aber vielleicht das Fehlen von (konstruierten) Überraschungen. Wenn Jim im Laufe der Geschichte auf andere Überlebende trifft, rechnet man fest mit Konflikten, Twists, Wendungen, hier behält Autor/Regisseur Turner Clay aber die Ruhe und erzählt von einem glaubwürdigen Zusammenleben im Ausnahmezustand. Das bedeutet nicht, dass alles unproblematisch liefe und wir der Gruppe beim Langweilen zuschauen müssten, aber das Verhältnis zwischen Dialogen und Action ist ausgewogen und stimmig.

Moment mal, eine Zombiestory mit charakterlastiger Handlung? Das war doch mal das, was Frank Darabont mit THE WALKING DEAD vorhatte. Eine entfernte Verwandtschaft mag man also doch entdecken, aber den wankelmütigen Sheriff, fancy Samuraischwerter und das ganze Hin und Her der Serie fehlt in dieser reduzierten Version…und je nach Sichtweise ist das Fluch oder Segen.
Auf jeden Fall darf man ATTACK OF THE UNDEAD / THE WALKING DEATH / STATE OF EMERGENCY als überraschend gelungen bezeichnen.

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