Review: HIMMELSTAL (2019)

himmelstal
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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Darsteller: Josefin Asplund, Lorenzo Richelmy, Barbara Marten
Regie: Enrico Maria Artale, Óskar Thór Axelsson
Länge: 366 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 02. Oktober 2020 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Leonine
FSK: ab 16

Für viele Menschen ist der Gedanke, mal vorübergehend die Identität eines anderen anzunehmen, durchaus attraktiv. Vor allem, wenn damit ein paar Vorteile verbunden sind.
Die Protagonistin in HIMMELSTAL merkt leider allzu schnell, dass damit aber auch Gefahren einhergehen, wenn die Rückkehr ins eigene Leben nicht mehr möglich ist.

HIMMELSTAL nimmt Psychologie ernst

Story:
Besonders nahe standen sich die eineiigen Zwillinge Helena und Siri noch nie, aber als Helena die Einladung erhält, ihre Schwester in einem Sanatorium zu besuchen, nimmt sie trotzdem an.
Siris Einladung ist jedoch nicht uneigennützig, denn sie beabsichtigt das Sanatorium für einen Tag zu verlassen. Das kann sie aber nur mit Hilfe ihrer Schwester, die sich für sie ausgibt, denn die Einrichtung darf davon nichts erfahren.
Nach einigem Zögern, willigt Helena ein und merkt bald, dass das Sanatorium nicht ist, was es vorgibt zu sein und ihre Schwester nicht vorhat, je zurück zu kommen.himmelstal rezension

Die Idee ist als klassische Was-wäre-wenn-Geschichte wirklich gelungen und könnte von hier an in jede Richtung gelenkt werden. Die Macher von Himmelstal entschieden sich für eine psychologische Mystery-Serie.

Der psychologische Ansatz erklärt sich, wenn wir erfahren, dass die Einrichtung in Wirklichkeit Psychopathen untersucht und die „Gäste“ als solche zu betrachten sind.
Mit anderen Worten: Helena ist die einzige Nicht-Psychopatin, was naturgemäß für ein ungutes Gefühl sorgt.

Vor allem ist sie aber in Himmelstal gefangen und dass der Ort landschaftlich ein Idyll ist, macht ihre Situation nicht besser. Da Psychopathen notorische Lügner sind, die ihr Umfeld manipulieren (also genau, was Siri mit ihrer Schwester tut), glaubt Helena niemand, dass sie jemand anders als Siri ist.
Schlimmer noch, aufgrund des plötzlichen Leugnens der eigenen Person, sehen die Psychologen ein neues Krankheitsbild in der vermeintlichen Siri.himmelstal review

Psychologie findet nicht nur auf dem Papier statt, wir wohnen als Zuschauer verschiedenen Therapiesitzungen bei und während andere Filme und Serien das Thema gerne lax angehen, wirkt HIMMELSTAL gut recherchiert und näher am Leben, als beispielsweise der Kerker-Talk zwischen Hannibal Lecter und Clarice Starling.
Allerdings ist nicht jeder therapeutische Gespräch für Außenstehende interessant und manchmal drehen sich Psychologe und Patient im Kreis. Genau das ist hier das Problem und nachdem die Ausgangslage geklärt ist, tut sich zu wenig, um daraus 8 Folgen mit rund 6 Stunden Laufzeit zu generieren.

Nach einer starken Grundidee kommt nicht mehr viel

Natürlich erfahren wir mehr über die anderen Insassen/Patienten und auch die Machenschaften der Angestellten, aber die Handlung vermag nur selten zu fesseln.
Ein längerer Spielfilm oder eine Miniserie wäre wohl die bessere Herangehensweise gewesen.
Achtung SPOILER: Dass das Ende der 8. Episode als Cliffhanger ausgebildet ist, wirkt angesichts dieser jetzt schon vorhandenen Längen, unerhört optimistisch. Spoilerende.himmelstal kritik

Schauspielerisch geht HIMMELSTAL in Ordnung. Bekanntestes Genre-Gesicht ist wohl Richard Brake (PERFECT SKIN, 3 FROM HELL), der mal wieder einen undurchsichtigen Typen mit fiesem Lächeln spielt.

HIMMELSTAL ist eine schwedische Serie mit englischem Originalton, die in Italien gedreht wurde. Erwähnenswert ist das aber eigentlich nur, weil die Konstellation ungewöhnlich ist und die Location Lust auf Urlaub macht. Die Serie muss man hingegen nicht unbedingt gesehen haben.

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