Der Independent-Horrorfilm PSYCHOTICA (2006) erscheint in einer Neuauflage inklusive längerer Schnittfassung und umfangreichem Bonus-Paket über das österreichische Label Blacklava Entertainment. Wir haben einen Blick riskiert und stellen euch die Blu-Ray genauer vor.
Regie führte der deutsche Filmemacher Sebastian Radtke, der zugleich das Drehbuch schrieb. Anfang der 2000er produzierte er Kurzfilme wie WENN ES NACHT WIRD… und TRÄNEN DER ROSE über das Label JS-Movies. Den Film SADISTICUM, den ihr ebenfalls im Shop finden könnt, veröffentlichte er 2009.
Wovon handelt PSYCHOTICA?
Die offizielle Synopsis lautet: „Ein fanatischer Medizinstudent hat ein Serum entwickelt, das extrem realistische Visionen hervorruft. Als eine junge Frau, die zu seinen Versuchspersonen gehört, das Serum einnimmt, hat sie furchtbare Visionen ihres eigenen Todes.“
Insgesamt ist die Beschreibung etwas beschönigend: Die Frau macht von Anfang an klar, dass sie sich nicht freiwillig dort aufhält und auch das Serum nimmt sie keineswegs aus eigenem Antrieb ein. Es erfolgt dann die Folterung durch erzwungene Visionen, in denen die Frau sehr realistisch erlebt, wie sie auf unterschiedliche Weise stirbt.
Der Cast ist klein gehalten: Vor der Kamera stehen Carolin Meyer, Kay Petzold und Sebastian Radtke selbst. Einige Szenen sind musikalisch unterlegt; der Soundtrack stammt von Alexander M. Loitsch.
Was bietet die Blu-Ray?
Die Neuauflage enthält den Hauptfilm im Extended Cut. Die rund vier Minuten längere Fassung kommt somit auf 64 Minuten Spielzeit. Neben der deutschen ist auch eine englische Tonspur enthalten. Zudem wurde der Film digital überarbeitet.
Außerdem bietet die Blu-Ray ein umfangreiches Bonus-Paket von über 90 Minuten. Neben diversen Trailern und Fotogalerien gibt es auch Videoblogs sowie Behind the Scenes Material, wie B-Roll und Outtakes. Ergänzt wird das Ganze durch zwei frühe Kurzfilme von Sebastian Radtke: DAS GRAB (7 Min.) und BLOODY DAWN (13 Min.).
Fazit:
Die Geschichte von PSYCHOTICA erinnert auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen an AMERICAN GUINEA PIG: BLOODSHOCK, biegt jedoch in eine andere Richtung ab. Der Film hat einige harte Momente und lässt sich definitiv im Exploitation-Subgenre verorten, doch wer eine durchgehende Aneinanderreihung expliziter „Body Destruction“ erwartet, wird hier eher nicht fündig. Dennoch sind die Tötungsszenen abwechslungsreich und zeigen solide Effekte.
Carolin Meyer passt gut in die Rolle der Hauptfigur, weil sie etwas Zartes und Zerbrechliches mitbringt, das einen spannenden Kontrast zur gezeigten Brutalität bildet. Die Crew inszeniert unangenehme Szenarien und zeigt Vielfältigkeit in der Kulissengestaltung. Natürlich wirkt nicht jede Szene vollkommen ausgereift, doch angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Settings ist die Umsetzung für eine Independent-Produktion ziemlich gut.
Insgesamt war der Film unterhaltsam und hatte mit knapp 60 Minuten eine gute Länge. Das umfangreiche Bonusmaterial vermittelt zudem einen sympathischen Eindruck der Crew und bietet interessante Einblicke hinter die Kulissen. Die Bildqualität wurde zwar überarbeitet, dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Film Anfang der 2000er entstanden ist – zu einer Zeit, in der Indie-Horror-Filmemachern deutlich weniger technische Mittel zur Verfügung standen. Gemessen an Budget und Produktionsbedingungen ist das Ergebnis jedoch gut gelungen und unterstreicht, wie viel Engagement und Kreativität in dem Projekt stecken.
Wer neugierig geworden ist, kann sich sein Exemplar im Shop von Blacklava Entertainment sichern.
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