Undergrounders: GRIMMS KINDER – DIE BOTEN DES TODES

grimms kinder - die boten des todes

Die Gebrüder Grimm gehören wohl zu den wichtigsten deutschen Exporten. Ihre Märchen kennt nicht nur hierzulande jedes Kind, sondern zumindest dank Hollywood auch international.
Dass diese Geschichten von Verstümmelung (Aschenputtel), Mord (Schneewittchen) und Kannibalismus (Hänsel & Gretel) handeln, macht sie eigentlich seit jeher auch zu dankbaren Horrorstorys. Doch auch bei diesen Adaptionen hatte meist Hollywood die Finger im Spiel, während man in Deutschland nur zusah.

Mit GRIMMS KINDER – DIE BOTEN DES TODES hat sich nun Thomas Pill (STORIES OF THE DEAD) der Sache angenommen und schickt Hans durch den Märchenwald, wo er etliche bekannte Figuren aus eben jenen Märchen wieder trifft.

GRIMMS KINDER – DIE BOTEN DES TODES kann für sich beanspruchen an Orten gedreht worden zu sein, für die man Geld zahlen möchte und die für gewöhnlich als deutsche Werbeschilder dienen. Schloss Neuschwanstein, das allerdings nur im Hintergrund auftaucht, ist da wohl als bekannteste Location zu nennen, doch auch sonst gab man sich Mühe, hübsche Plätzchen zu finden.

grimms kinder - die boten des todes kritik

Wer sich neben Postkartenidylle einen hohen Horroranteil erhoffte, könnte hingegen enttäuscht sein. Sicher, für Kleinkinder ist der Film nichts und wenn in der Rahmenhandlung eine Tante ihrer Nichte zum Einschlafen aus einem speziellen Buch vorliest, wird die Kleine (oder zuschauende Kinder) womöglich schlecht schlafen.
Ein paar blutige Szenen gibt es auch. So reißt sich das Rumpelstilzchen ein Bein aus und das tapfere Schneiderlein endet mit einer Schere im Kopf. Da nichts davon sonderlich ernst vorgeführt wird, dürften größere Kids damit keine Sorgen haben.
Für eine FSK 16 – Freigabe hat es dennoch gereicht (den 18er-Aufkleber gabs nur fürs Bonusmaterial auf der Disc).

Die Zoten des Todes

Und selbst diese 16er-Einstufung dürfte ein gutes Stück weit auf die frivolen Witzchen zurückzuführen sein, denn in dieser Version geht Rotkäppchen anschaffen und wenn Held Hans einen Ständer kriegt, wird das mit funny Musik unterlegt. Darüber hat wohl seit UNTERM DIRNDL WIRD GEJODELT keiner mehr gelacht. Nacktheit ist ein Thema, wer davon geil wird, muss sich aber Fragen gefallen lassen….

grimms kinder - die boten des todes 2022

GRIMMS KINDER – DIE BOTEN DES TODES entstand über einen längeren Zeitraum

Hans‘ Begegnungen sind größtenteils austauschbar und eine zusammenhängende Story findet sich in GRIMMS KINDER – DIE BOTEN DES TODES nicht. Vielleicht war das auch gar nicht das Ziel.
Der Film wurde über Jahre gedreht, was alleine daran zu erkennen ist, dass Mika Metz, der hier Tod und Teufel in Doppelrolle spielt, leider bereits vor 5 Jahren verstarb.
Der Streifen ist also kaum „in einem Rutsch“ entstanden, sondern wie es sich Cast und Crew einteilen konnten.

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Wem der Amateur- und Untergrundfilm lieb und teuer ist, wird dafür einige bekannte Gesichter wiedertreffen, auch wenn sich die Liste liest wie 2 Wochen Dschungelcamp.
Micaela Schäfer, Anouschka Renzi, Martin und Dustin Semmelrogge, Sonya Kraus kennt man aus dem „normalen“ TV. Olaf Ittenbach oder Annika Strauss natürlich durch diverse deutschsprachige Horrorfilme.
Man könnte GRIMMS KINDER – DIE BOTEN DES TODES auch als Schaulauf der Szene bezeichnen, bei dem nicht Grusel oder Story im Vordergrund standen, sondern die Absicht mit ein paar Freunden mal wieder einen Film zu drehen.

Und so wirkt GRIMMS KINDER – DIE BOTEN DES TODES wie die Figur des Hans. Einfach gestrickt mit extrem künstlicher Perücke, aber immer gut gelaunt.
Für die Masse ist das dementsprechend nichts (was sicher auch allen Beteiligten klar ist), wer sich aber im Untergrund auskennt, kann aber im Minutentakt Wiedersehen feiern.

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