Review: BACKCOUNTRY (2014)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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7.4/10 (20)

Darsteller: Missy Peregrym, Eric Balfour, Nicholas Campbell
Regie: Adam MacDonald
Drehbuch: Adam MacDonald
Land:
Genre: ,
FSK: ab 16

Erst vor kurzem haben wir über PRESERVATION gesprochen, einen Film, der wie diverse vor ihm versucht, uns den Spaß am Campen in der Wildnis zu nehmen, dabei aber so holprig vorgeht, dass man ihn nicht ernst nehmen kann.
BACKCOUNTRY schlägt in eine ähnliche Kerbe, aber wie schon das Cover verrät, ist es in diesem Fall kein Mensch, sondern die Natur selbst, die in Form eines hungrigen Bären den Urlaub versaut.

backcountry film

Die Geschichte ist denkbar simpel: Jenn und Alex, ein junges Paar, wollen im herbstlichen Kanada den berühmten Blackfoot Trail durchwandern. Alex war in seiner Kindheit schon öfters dort und kennt sich gut aus, doch diesmal ist alles anders: erst taucht in der Nacht ein unheimlicher Fremder auf, dann verirren sich die beiden doch und zuletzt werden sie von einem Schwarzbären angegriffen.

BACKCOUNTRY ist mal wieder ein Film, der von sich behauptet auf wahren Begebenheiten zu beruhen. Sagen wir es mal so: es gibt kanadische Nationalparks in denen es zu Bärenangriffen kam, aber schon der Nibookaazo Provincial Park und der Blackfoot Trail sind Fiktion. Einen konkreten „Alex und Jenn-Fall“ scheint es also nicht gegeben zu haben. Man muss dem Film aber lassen, dass er insgesamt einen authentischen Eindruck macht.

BACKCOUNTRY 2

Sicher, unsere beiden Helden treffen einige falsche Entscheidungen, aber ihr wisst wie Männer sind: wir brauchen keine Landkarten, wir fragen nicht nach dem Weg und jeder von uns ist McGyver. Das heißt aber nicht, dass Jenn und Alex lächerliche Entscheidungen treffen, die uns von der Couch aus völlig idiotisch erscheinen.

Außerdem gibt BACKCOUNTRY eben so viel von den Protagonisten preis, dass sie stellvertretend für jedes Paar stehen könnten, dass je in den Wäldern von einem Bär attackiert wurde. Je nach Geschmack vielleicht sogar zu wenig, zumindest wenn man bedenkt, dass der Film in der ersten Hälfte nicht eben mit Action glänzt. Andererseits, warum sollten wir uns mit öden Geschichtchen aus dem Alltag der beiden herumärgern, die im Kontext des Films doch keine Bedeutung haben?

backcountry

Regisseur / Autor Adam McDonald setzt stattdessen auf schöne Aufnahmen der wilden Natur und etabliert einen Score, der zusammen mit der Kameraführung mal sanft, mal wütend Atmosphäre generiert.
Anfangs werden noch ein paar falsche Fährten ausgelegt, aber wirklich zur Sache geht es in dem Moment, als der Bär auftaucht. Erwartet bitte keinen 7,50m hohen, mutierten Monsterbär, wie uns der Film äußerst glaubhaft vermittelt, kann aber auch ein gewöhnlicher Schwarzbär massiven Schaden anrichten.

Die brutalen Effekte sind 1a, werden aber akzentuiert gesetzt, statt in einem Splatteroverkill unterzugehen. Logisch, bei dem Mini-Cast darf man nicht mit einem hohen Bodycount rechnen. Stattdessen fiebert man mit den beiden Hauptfiguren und da kann ein unheimliches Knacken nachts im Wald ebenso effektiv sein, wie ein direkter Angriff.

Horrorfilme mit Bären sind vergleichsweise selten, schon alleine das macht BACKCOUNTRY zu einer interessanten Angelegenheit. Ich kann mir aber vorstellen, dass Leute, die Kills im Minutentakt, erzwungen originelles Sterben oder viel Screentime des Bären brauchen, hier nicht glücklich werden.
Wer aber einen reduzierten Survivalthriller zu schätzen weiß, ist mit BACKCOUNTRY gut bedient.

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