Review: THE ALIENIST (Serie) (2018)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 9.0

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10/10 (1)

Darsteller: Daniel Brühl, Dakota Fanning, Luke Evans, David Wilmot, Brian Geraghty
Regie: Jacob Verbruggen, James Hawes, Paco Cabezas, David Petrarca, Jamie Payne
Drehbuch: Hossein Amini, E. Max Frye, John Sayles
Länge: 40 Minuten
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 19.04.2018
Verleih/ Vertrieb: Netflix
FSK: ab 16

New York im Jahr 1896. Die Stadt ist dreckig, voller Armut und soll durch einen Haufen korrupter Polizisten zu einem sicheren Ort werden. Das sind die Voraussetzungen mit denen der Psychologe Laszlo Kreizler, gespielt von Daniel Brühl, konfrontiert wird, als er zusammen mit John Moore und Sara Howard versucht einen gefährlichen Serienmörder zu stellen.
THE ALIENIST, in deutschem mit dem Zusatz DIE EINKREISUNG, wurde für den amerikanischen Sender TNT produziert und ab dem 19. April 2018 durch Netflix international veröffentlicht.

Inhalt von THE ALIENIST

In New York werden die Leichen von mehreren minderjährigen Prostituierten gefunden. Es handelt sich um sogenannte Knabenhuren – Jungs im Alter von 8 – 14, die sich Frauenkleider anziehen und in Bordellen anschaffen. Die Leichen werden grauenhaft zugerichtet und die Polizei ist ratlos.
Der gerade neu ernannte Polizeichef Roosevelt, der später der 26. Präsident der USA werden würde, zieht im Geheimen den Psychologen Kreizler hinzu. Kreizler versucht gemeinsam mit dem Journalisten Moore und Howard, der ersten Frau bei der Polizei – wenn offiziell auch nur als Sekretärin eingestellt – das Muster des Serienmörders zu durchschauen und diesen zu entlarven.

Resümee zu THE ALIENIST

Das Setting von THE ALIENIST erinnert an diverse Filme, die sich mit Jack the Ripper beschäftigen, was sicher an dem Handlungszeitraum des viktorianischen Zeitalters liegt. Kleidung, Aussehen der Häuser und sicherlich auch einige Verhaltensweisen sind Parallelen, die eindeutig auf die Zeit zurückzuführen sind. Der Mord an Prostituierten ist eine Parallele, die in der Handlungsebene angesiedelt ist. Aber trotz der augenscheinlichen Ähnlichkeiten, ist THE ALIENIST eine sehr eigenständige Serie.

Die Serie hat insgesamt zehn Folgen, die im Durchschnitt etwa 40 Minuten dauern. Die drei Hauptcharaktere, Kreizler, Moore und Howard, werden alle gut charakterisiert. Auf diese Weise kann man ihre verschiedenen Beweggründe sehr gut nachvollziehen. Hierbei sind die drei nicht immer heroisch und perfekt dargestellt, sondern habe alle mit ihren eignen Makeln und Problemen zu kämpfen. So ist Kreizler durch einen Vorfall in seiner Kindheit körperlich eingeschränkt und neigt zu unfairen Anschuldigen. Moore hat nicht verarbeitet, dass seine Verlobte sich von ihm getrennt hat und sucht in Alkohol und Bordellbesuchen Ablenkung. Howard raucht, trinkt und flucht, was für eine Frau in dieser Zeit nicht als angemessen gesehen wurde. Die Charaktere in THE ALIENIST sind alle mehrschichtig und wirken dadurch rund und lebensnah.

Die Geschichte, die THE ALIENIST erzählt ist spannend und hat mehrere Facetten. Im Vordergrund wird natürlich der Mörder der Kinder gesucht, nebenbei werden aber auch andere Dinge behandelt. So ist beispielsweise die Problematik der Kinderprostitution immer wieder im Vordergrund, wie auch die Korruption innerhalb der New Yorker Polizei. An mehreren Stellen wird betont, dass die reichen Familien der Stadt nicht behelligt werden sollen, auch wenn Mitglieder in Verdacht stehen mit den Morden zu tun zu haben. Ein ebenfalls wiederkehrendes Thema ist die Rolle von Sara Howard bei der Polizei. Sie ist die erste Frau, die dort arbeiten darf und ist regelmäßig unangebrachtem (und manchmal anzüglichem) Verhalten ihrer Kollegen ausgesetzt.

Die Handlung von THE ALIENIST ist intelligent erzählt und versucht immer wieder die Zuschauer*innen in die Irre zu führen. Da die Geschichte aus Perspektive der Ermittelnden erzählt wird, bekommt man deren Hoffnungen und Fehlschläge zu spüren. Einige Male gibt es die Hoffnung, dass der Mörder gefunden wurde, nur um kurz danach die Hoffnung wieder zu zerschlagen. Entweder weil es doch der Falsche war oder er bereits geflohen ist.

An den handwerklichen Aspekten gibt es nichts auszusetzen. Ton und Bild sind sehr gut und auch die einzelnen Szenen sind immer passend aufeinander abgestimmt.
Die schauspielerischen Leistungen sind ebenfalls hervorragend auf allen Seiten. Dies überrascht aber wenig, da es sich zum größten Teil um renommierte Schauspieler*innen handelt.

Insgesamt ist THE ALIENIST eine sehr gelungene Serie, die dank der Produktion von TNT auch nicht das typische Netflix-Cliffhanger-Ende hat, sondern eine abgeschlossene Geschichte erzählt. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Caleb Carr, zu dem es eine Fortsetzung gibt. Eine zweite Staffel von THE ALIENIST ist also möglich und sehr wünschenswert.

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