Review: WHAT HAPPENED TO MONDAY (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 9.5

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7/10 (2)

Darsteller: Noomi Rapace, Glenn Close, Willem Dafoe
Regie: Tommy Wirkola
Drehbuch: Max Botkin, Kerry Williamson
Genre: Action Alien/Sci-Fi Thriller
Land: Belgien,Frankreich,Großbritannien,
FSK: ab 16

Darf es mal was Originelles sein? Dann schau dir WHAT HAPPENED TO MONDAY AN!
Der ist nicht nur ein Sci-Fi-Action-Thriller-Genrebastard, nicht nur französisch-britisch-belgische Koproduktion aus amerikanischer Feder, umgesetzt von einem norwegischen Regisseur mit schwedischer Hauptdarstellerin, einem Supportcast mit 9 Oscarnomminierungen, sondern ist auch darüber hinaus eine abwechslungsreiche Wundertüte.

In der nicht allzu weit entfernten Zukunft, wird Überbevölkerung dadurch reguliert, dass pro Paar nur noch ein Kind erlaubt ist. Verstößt jemand dagegen, werden die Kinder eingefroren.
Als eine Frau Siebenlinge zur Welt bringt, scheint das Schicksal der Kleinen vorbestimmt, doch ihr Großvater versteckt sie über Jahre und wendet einen Trick an. Die nach den Wochentagen benannten Mädchen dürfen nur an jeweils einem Tag die Wohnung verlassen.
Jahre später sind die Sieben erwachsen geworden und teilen sich für die Außenwelt eine Identität. Dank strenger Regeln funktioniert das erstaunlich gut, doch dann kehrt Monday eines Tages nicht von der Arbeit zurück…

Allzu viele Details preiszugeben wäre Frevel und trotzdem gibt es vieles über WHAT HAPPENED TO MONDAY zu sagen. Zum Beispiel, dass Noomi Rapace (RUPTURE, MILLENIUM – TRILOGIE) in einer siebenfach-Rolle auftritt und jeder Figur ein leicht unterschiedliches Aussehen und verschiedene Charakterzüge verleiht (wobei letzteres zugegebenermaßen nicht gerade im Vordergrund steht).

Während Rapace, die zuletzt etwas schwächelte eine starke Leistung abliefert, sind die immer guten Glenn Close und Willem Dafoe in Nebenrollen zu sehen.
Zweifelsohne wurden die Szenen, in denen die Hauptfigur gleich sieben Mal im Bild ist, digital bearbeitet. Das fällt aber nicht auf und auch in anderen Szenen wird auf übertriebenen CGI-Einsatz entweder verzichtet oder es geschieht so dezent, dass kaum Spielraum für Gejammer ist.

Die Ausgangslage des Films erinnert an zwei allzu reale Szenarien: die Ein-Kind-Politik Chinas und dem perversen Versteckspiel aus DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK. Im Hintergrund steht also durchaus eine gewisse Ernsthaftigkeit, davon abgesehen ist das Werk aber vor allem spannend inszeniert.
Steht anfangs noch die Frage im Raum, was mit Monday geschah, entblättert sich die Story Stück für Stück, bringt neue Rätsel und Wendungen ins Spiel und nimmt in Sachen Action gewaltig Fahrt auf.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass Regisseur Tommy Wirkola mit DEAD SNOW auf der großen Bühne aufschlug, also durchaus weiß, wie man eine brutale Party feiert und während WHAT HAPPENED TO MONDAY kein Horror-/Splatterfilm ist, verfügt er doch über eine Reihe deftiger Szenen, die man in großen Produktionen sonst nicht oft sieht.
Da werden nicht nur Kinder verstümmelt, Wirkola lässt seine Heldinnen auch mit allen erdenklichen Mitteln (ich sag nur: Bügeleisen) ums nackte Leben kämpfen.

Natürlich wird dabei auch mal übertrieben, aber der Film sprengt nicht die Grenzen der physikalischen Möglichkeiten. Hier gibt es keine Superhelden, niemand ist in der Lage Pistolenkugeln auszuweichen oder alleine eine Armee auszuschalten. Aber gerade weil diese comichafte Überzeichnung ausbleibt, fiebert und leidet man mit den Figuren…und trotzdem darf gelegentlich auch gelacht werden.

Ein paar kleine Logiklöcher bleiben offen, der Großteil der Geschichte ist aber so dicht erzählt, dass man darüber hinweg sehen kann. Teilweise laufen sogar zwei starke Szenen parallel. Echter Luxus also.

Fazit:
Es gibt noch smarte Actionfilme. Dies ist einer.

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