Review: DRACULA UNTOLD (2014)

 
dracula untold
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Overview
 

Darsteller: Luke Evans, Dominic Cooper, Sarah Gadon
 
Regie: Gary Shore
 
Drehbuch: Matt Sazama, Burk Sharpless
 
Länge: 88 min
 
Land: USA
 
Veröffentlichung: 12.02.2015 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Universal
 
Genre: ,
 
Bewertung
6.0
6.0/ 10


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1
Posted 12. Februar 2015 by

Viele Mythen ranken sich um Vlad III. Drăculea, auch besser bekannt als Vlad Tepes, Vlad der Pfähler oder natürlich Graf Dracula. Heute kennen wir vor allem den Vampir, den uns Bram Stoker schenkte und wissen wenig über die die reale Figur. Nun schickt sich DRACULA UNTOLD an, die Geschichte des Herrschers der Walachei zu erzählen, bevor er zur zum Vampir wurde und was ihn dazu machte.

Inhalt:
Einst wurde Vlad von den Türken aufgezogen, später bekämpfte er sie auf grausame Weise, doch nun ist er Vater und des Krieges überdrüssig. Als sich das osmanische Reich erneut in Europa ausbreitet, fordert Sultan Mehmed Vlads Sohn als Sklaven. Vlad wehrt sich, aber er weiß, dass sein Volk nicht gegen die Übermacht bestehen kann. Als keine Hoffnung mehr in Sicht ist, macht er einen Handel mit einer dunklen Macht und zahlt dafür einen hohen Preis.

luke evans dracula untold

Als die ersten Nachrichten über DRACULA UNTOLD die Runde machten, klang es so, als wolle man tatsächlich biographisch und historisch korrekt zu Werke gehen und die von Bram Stoker erfundenen Zutaten außer Acht lassen. Genügend Stoff hätte das Leben des echten Vlad geliefert, doch letztlich ist der Film eine Vermischung aus Fakt, der Fiktion Stokers und weiteren neuen fiktiven Bestandteilen geworden.

Schon BRAM STOKER’S DRACULA bot in seinem Prolog eine Vorgeschichte, die der Film in wenigen Minuten erzählte. DRACULA UNTOLD lässt sich mehr Zeit, ist entsprechend ausführlicher und tut sich an den Übergängen zwischen Geschichtsstunde und Blutsaugersaga schwer.

dracula untold

Das beginnt schon damit, dass Blut erstaunlich selten ist. Anders gesagt, wir haben es nur zu einem Bruchteil mit einem Horrorfilm zu tun. Manche Schlacht hätte im Auenland stattfinden können, die Kostüme kämen auch in GAME OF THRONES gut an und die Kulissen sind so sauber, wie sie sein müssen, um eine FSK ab 12 Freigabe zu erhalten.
Bösewicht Mehmed II. hat eine Föhnfrisur wie ein türkischer Friseur-Azubi und auch wenn Vlad letztlich zur 1-Mann-Pegida mutiert, die das Abendland vom Islamismus sauber halten will und auf dem Weg dahin hunderte tötet, brutal wirkt das selten.

Ich habe Vlad-Darsteller Luke Evans vor etwa einem Jahr den Karrieresprung nach ganz, ganz oben prophezeit. Falsch lag ich damit aus kommerzieller Sicht wohl nicht, aber aus dem geplanten THE CROW-Remake ist Evans inzwischen ausgestiegen und anders als Christopher Lee, Bela Lugosi oder Gary Oldman wird Evans wohl mit diesem Film nicht zum Kultvampir unter Horrorfans.
Zwar spielt der Waliser sehr anständig, aber seine Darstellung als liebender, gutmütiger Familienvater will einfach nicht mit der Überlieferung des Mannes übereinstimmen, der angeblich Zehntausende grausam tötete.

Dracula-Untold fledermaus

Vergisst man hingegen einmal, dass Vampire per se Stoff für Horrorgeschichten bieten sollen (zumindest war das mal so), lässt sich attestieren, dass DRACULA UNTOLD eine gute Superhelden-Verfilmung geworden ist. Hätte Marvel Dracula erfunden, so würde die Verfilmung des Comics aussehen und das ist noch nicht einmal zynisch gemeint. Zwar bin ich grundsätzlich von überflüssigen CGI Effekten genervt, die gerade bei Kleinigkeiten leicht durch echt aussehende Effekte hätten ersetzt werden können, davon abgesehen ist der Film aber eine teure Materialschlacht, die optisch beeindruckt und als Mischung von Action-, Kriegs-, Fantasy-, Horrorfilm und Drama in Ordnung geht.
…und immerhin glitzern Vampire nicht in der Sonne.

Fazit: Wer einen puren Horrorfilm sehen will, braucht nicht einzuschalten. Dies ist Popcorn-Kino, mit allem was dafür und dagegen spricht.

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