Classic-Review: THE CROW (1994)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 10.0

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9/10 (3)

Darsteller: Brandon Lee, Michael Wincott, Rochelle Davis
Regie: Alex Proyas
Drehbuch: David J. Schow, John Shirley
Länge: 97 min
Land:
Genre: , , ,
Verleih/ Vertrieb: EuroVideo
FSK: ab 18

Wenn man die 90er Jahre mit einem Film zusammenfassen müsste, wäre THE CROW eine gute Wahl.
Das Werk fängt den Zeitgeist dieser Epoche ein, was sicher auch an einem fabelhaften Soundtrack-Mix aus dunklen Klängen der Alternative-, Grunge- und Elektro/Industrial-Ecke liegt. Er transportiert aber auch modische Eindrücke seiner Zeit, ohne deswegen heute altmodisch zu erscheinen.

THE CROW entstand 1994 und konnte -nicht zuletzt wegen des tragischen Todes von Brandon Lee- schnell eine Fangemeinde anziehen. Mainstream war der Film trotz Fanartikeln wie Postern und Kalendern jedoch nie, was an der Brutalität, vor allem aber der Düsternis liegen könnte.the crow

Inhalt:
Ein Jahr nachdem Eric Draven (Brandon Lee) und seine Verlobte Shelley von einer Gang brutal ermordet wurden, kehrt Eric noch einmal ins Reich der Lebenden zurück. Er ist unverwundbar und eine Krähe zeigt ihm den Weg. Eric will Rache an den Mördern und Vergewaltigern üben.

Rache, Liebe, Trauer und Tod

Die Story ist simpel, aber basieren nicht viele gute Filme auf einer einfachen Begebenheit?
Die Geschichte entstand bereits Jahre vor der Verfilmung als Comic von James O´Barr und kombiniert eine klassische Geistergeschichte mit modernem Racheepos. O’Barr verarbeitete in der Geschichte eine ganz reale persönliche Trauer und diese Authentizität ist auch dem Film ein Stück weit anzumerken.

Die Welt, in die Eric zurückkehrt, ist in allen Belangen unfreundlich. Verfall und Gewalt dominieren das Bild der namenlosen Stadt (es wird nur kurz angedeutet, dass es sich um Detroit handelt; im Comic wird dies klarer) und stetiger Regen und Dunkelheit tun ihr Übriges.
Regisseur Alex Proyas zeichnete eine solch trostlose Umgebung, dass er sich wohl automatisch für den Film mit dem bezeichnenden Titel DARK CITY qualifizierte, den er 4 Jahre später drehte.the crow lee

Obwohl THE CROW viel Action enthält, ist Eric Draven kein stumpfer Racheengel, sondern jemand, der zunächst verstehen muss, was geschehen ist, der unter dem Geschehenen leidet wie ein normaler Mensch, der aber auch anderen Hoffnung gibt und mit bitterem Sarkasmus daherkommt. Da auch die Geschichte von Eric und Shelley erzählt wird,  kratzt der Film an der Grenze zum Kitsch, kriegt aber stets die Kurve und liefert eine fantastische Mischung aus verschiedenen Genres.

Wie oben erwähnt ist der Tod von Brandon Lee unweigerlich mit dem Film verbunden. Der Hauptdarsteller wurde während des Drehs von einer Kugel getötet, die eine Platzpatrone hätte sein sollen. Makaber: wie die Figur Eric Draven, wollte Lee in Kürze heiraten; wie Draven starb auch er erst viel später im Krankenhaus. Dieser Umstand verschaffte dem Film einige Publicity, ändert aber nichts an der Qualität…und die ist hervorragend.

Wenn man überhaupt etwas bemängeln möchte, dann höchstens, dass im Comic die Gewalt noch sinnloser beschrieben und die Geschichte geradliniger erzählt wird, wobei man auf Nebenfiguren wie das Mädchen Sarah und Sergeant Albrecht, die im Film gewissermaßen zu Verbündeten Erics werden, weitestgehend verzichtet und dafür dessen Schmerz mehr Platz einräumt.
Letztlich ist es aber Geschmackssache welche Schwerpunkte man bevorzugt.the crow review

THE CROW und das Remake, das keiner will

Immer wieder geht das Gerücht um, dass der Film ein Remake erhalten soll und gerade mit Hinblick auf eine größere Nähe zum Comic, muss das nicht per se ein schlimmer Gedanke sein.
THE CROW lebt aber auch von der echten Tragödie, die ihn trägt und so passend ist, dass man sie nicht duplizieren könnte.

Aber auch wenn man die tragisch-nostalgische Brille abnimmt, muss man betonen, wie treffend Lee Eric Draven verkörpert. Mal ist es ohnmächtige Trauer, dann lakonische Oneliner (selbst Poes DER RABE wird zitiert) oder kalte Rache. Lee spielt tatsächlich die Rolle seines Lebens, auch wenn diese ihn das Leben kostete.
So gesehen ist es wohl gut, dass alle bisherigen Versuche eines Remakes scheiterten.

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