Review: EXTREMITY (2018)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 2.0

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3.7/10 (3)

Darsteller: Chad Rook, Dana Christina, J. LaRose
Regie: Anthony DiBlasi
Drehbuch: David Bond, Rebecca Swan
Länge: 94 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 02. Mai 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 18

Anthony DiBlasi ist vielleicht nicht der erste Name, der einem einfällt, wenn man an die Horrorfilme des letzten Jahrzehnts denkt, denn sein Schaffen besteht aus kleinen Produktionen, die selten das große Publikum fanden. Trotzdem sind DREAD, CASSADAGA und LAST SHIFT sehenswerte Low Budget – Streifen und daher ist auch von DiBlasis neuestem Streich EXTREMITY etwas zu erwarten.

Story: Allison ist von Horror besessen und wie viele Fans sucht auch sie den nächsten Gruselkick, der auf DVD oder in einer normalen Geisterbahn nicht mehr zu finden ist. Abhilfe soll der Besuch eines besonderen „Spukhauses“ bieten, wo man Allison das Fürchten lehren will. Schon im Vorfeld wird sie nach all ihren Ängsten befragt und muss unterschreiben, dass sie sich hart anfassen lässt…trotzdem hat sie mit der bevorstehenden Erfahrung nicht gerechnet.

Das Wort Spukhaus ist nicht wörtlich zu nehmen, denn EXTREMITY enthält keine übernatürlichen Elemente. Die freiwillige Tortur, die unsere Protagonistin über sich ergehen lässt, erinnert viel mehr an das McKamey Manor in Südkalifornien, jene Horrortour, die selbst harte Soldaten in die Knie zwingt.

Ein guter Ansatz, so wie auch das Spiel mit der Angst an sich, das man von DiBlasis DREAD bereits kennt, dazu passt. Gleichzeitig geht der Film der Frage nach, inwieweit frühere Traumata einen gewissen Einfluss auf den Spaß am Schrecken haben. Kurz: haben Horrorfans einen an der Klatsche? Das mag unter dem Zielpublikum nicht populär sein, sollte aber tatsächlich  gefragt werden dürfen.

Bis hierhin ist alles dufte und dass der Film erneut mit kleinem Budget auskommen muss, ist auch nicht das Problem. Das Problem ist, dass niemand etwas aus den guten Ideen macht. Wir erfahren in ruhigen Rückblenden mehr über Allisons Vergangenheit, was auch noch Sinn ergibt, aber die Gegenwart, in der sich die junge Frau gemeinsam mit einem anderen Grauenstourist durch das verfallene, schmutzige Gebäude schlägt, hat kaum interessante Elemente.

Es wird viel geschrien, nervig viel, und der Schrecken kommt entweder in Form von Typen mit ollen Faschingsmasken (semi-erschreckend) oder aufgetakelten Tussis (gar nicht erschreckend). Eine der „Mitarbeiterinnen“ erinnert an Harley Quinn samt Baseballschläger, der ganze Film erinnert an Rob Zombies 31, zwar mit weniger überzogenem Gefluche, aber weit nervtötenderen Figuren.

Da hilft es auch nicht weiter, dass DiBlasi ein paar Leute auftreten lässt, die man aus anderen Horrorfilmen kennt, wie etwa J. LaRose (ABATTOIR), Nick Principe (LAID TO REST) oder Yoshihiro Nishimura (Regie bei TOKYO GORE POLICE).

Alles an EXTREMITY wirkt unruhig. Die abgewrackte Location, die Beleuchtung, die Schreckgestalten, ihr Auftreten, aber vor allem die Geschichte, die versucht möglichst viel abzudecken und nichts zu Ende bringt. Dabei wechseln sich tröge Vorhersehbarkeit und saudumme Plottwists ab, die nur deswegen überraschen, weil sie keinen Sinn ergeben.

Wenn es DiBlasis Anliegen war, dem Publikum solange auf die Nerven zu gehen, bis dieses aufgibt, ist das Experiment gelungen, denn der Film fühlt sich trotz moderater Laufzeit von 94 Minuten wie eine mehrstündige Wurzelbehandlung an. Selbst wer nun sagt „ich bin nur wegen der Gewalt da“ wird maximal durch eine hübsche Gesichtsabzieh-Szene kurz vor Ende entlohnt. Bis dahin kann man aber getrost vorspulen.

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