Review: MAMA (2013)

Mama
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8

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6.7/10 (81)

Darsteller: Jessica Chastain, Nikolaj Coster-Waldau, Megan Charpentier
Regie: Andrés Muschietti
Drehbuch: Andrés Muschietti, Barbara Muschietti, Neil Cross
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Ein Titel wie MAMA klingt zunächst überhaupt nicht nach einem Horrorfilm, sondern nach mütterlichen Gefühlen und familiärer Wärme. Tatsächlich ist der Film aber beides und genau das gehört zum Konzept des von Guillermo del Toro produzierten Werkes.

5 Jahre sind vergangen, seit der Bruder und die beiden Nichten von Ben verschwanden. Als die beiden Mädchen schließlich in einer verlassenen Waldhütte gefunden werden, sind sie völlig verwildert. Trotzdem nehmen Ben und seine Freundin sie auf und die Kinder machen rasch Fortschritte, berichten aber auch von einer Person namens „Mama“, die sie in der ganzen Zeit bewachte. Was zunächst nach Kinderfantasie klingt, wirft bald Fragen auf und entwickelt sich schließlich zur Gefahr für alle.

Mama

Gerade in der ersten Hälfte erzählt der Film eine in kühlen Bildern präsentierte Geschichte, die den Zuschauer lange im Unklaren lässt, worum es geht und worauf alles hinausläuft. An verschiedenen Stellen glaubt man dabei die nächste Entwicklung zu kennen, kann MAMA aber lange Zeit nicht recht greifen, was durchaus positiv zu verstehen ist.
Nebenbei wird die Spannungsschraube allmählich angezogen und zunehmend Schocks abgeliefert, die sich gewaschen haben. Jeder, der noch etwas Puls hat, kann sich auf Gänsehaut und abgekaute Fingernägel einstellen.

Mama

Das Thema Mutterliebe bzw. mütterliche Liebe wird dabei immer wieder eingearbeitet und nicht nur durch einen Sorgerechtsstreit oder Annabels Angst vor einer Schwangerschaft, sondern natürlich vor allem der Beziehung der Mädchen zu ihren verschiedenen Beschützern dargestellt.

Die Vorlage für MAMA war ein Kurzfilm von Andrés Muschietti, der auch für den Spielfilm am Drehbuch beteiligt war und Regie führte. Dass das Thema dabei „aufgeblasen“ wurde, ist kaum zu vermeiden und fällt in ein paar Szenen der zweiten Filmhälfte, die einander ähneln bzw. austauschbar erscheinen, auf.
Spannend bleibt das Werk auch hier, bringt aber nicht mehr die Liebe zum Detail und die einzigartigen Kameraeinstellungen zum Vorschein, die wir in der ersten Stunde erleben.
Statt finsterer Geschichte dominieren nun Effekte und leider muss man sagen, dass ein paar Elemente wie Rückblenden und Visionen auftauchen, die zwar technisch sauber sind, aber weder logisch noch stilistisch in den Rahmen passen.
ACHTUNG SPOILER: Schlimmer noch, als sich das Geheimnis um MAMA lüftet, stellt sich heraus, dass wir es mit einer recht häufig bemühten Geistergeschichte zu tun haben.

Mama

Die Schlussphase gehört den CGI-Experten. Mit viel Pathos und Pixeln werden die Karten auf den Tisch gelegt und das Wesen, das bis dahin meist nur kurz auftauchte um uns zu ängstigen, verliert rasch an Schrecken. Ohne Not wurde animiert was das Zeug hält und weckt uns damit unsanft aus dem schön-fiesen Alptraum, den wir bis dahin durchleben.

Dass MAMA zum Finale die Luft ausgeht, ist schade, ändert aber nichts an zahlreichen starken Szenen, die Gruselliebhaber mal wieder daran erinnern vorm Schlafengehen unters Bett zu schauen und die Tür des Kleiderschranks zu schließen.

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