Review: SESSION 9 (2001)

session 9
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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7.5/10 (2)

Darsteller: David Caruso, Stephen Gevedon, Paul Guilfoyle
Regie: Brad Anderson
Drehbuch: Brad Anderson, Stephen Gevedon
Länge: 96 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 2003
Verleih/ Vertrieb: Capelight
FSK: ab 16

Ganz selten nur verzichtet ein Horrorfilm auf Gewalt und Schocks und versucht ganz und gar mit psychologischen Terror und dichter Atmosphäre zu punkten.
SESSION 9 ist eine dieser Ausnahmen und genau dieser Umstand macht das Werk seit bald 20 Jahren zu einem Geheimtipp.

Story:
Die Baufirma von Gordon Fleming steht vor dem Aus. Das einzige, was noch helfen kann, ist ein Auftrag zur Asbestsanierung in einer ehemaligen psychiatrischen Klinik.
Während die Truppe verspricht, die Arbeiten in Rekordzeit abzuschließen, müssen die Männer auch dem widerstehen, was sich noch in den Mauern des weitläufigen verfallenen Gebäudes aufhält.session-9-kritik

Wenn man SESSION 9 zum ersten Mal sieht, offenbaren sich einige kleinere Schwächen. Das Bild wirkt eher wie aus einer TV-Serie, denn aus einem Kinofilm und während die fünfköpfige Arbeiterkolonne eigentlich auf Hochdruck schuften sollte, fangen die Szenen die Kerle fast immer beim Reden und/oder Pausieren ein.

Allerdings sollte man den Gesprächen stets gut zuhören, denn SESSION 9 ist kein Werk, das dir so lange eine Neonreklame vors Gesicht hält, bis du die Message kapierst, sondern steckt voller Details und Hinweisen, die es für den Zuschauer ebenso zu ergründen gilt, wie das die Protagonisten tun (müssen).

Mehr Psychohorror geht nicht

Dabei erfahren wir von verschiedenen Problemen der Männer.
Gordons Firma steht nicht nur vor dem erwähnten Aus, auch familiär gibt es Probleme.
Hank ist spielsüchtig und ist mit Phils Ex-Freundin zusammen. Der wiederum tröstet sich mit Marihuana. Der unerfahrene Jeff hat indessen Angst vor der Dunkelheit.

Der fünfte Arbeiter, Mike, hat zwar keine Sorgen, weiß aber einiges über die Geschichte des Sanatoriums und findet zudem ein Paket mit neun Tonbandaufnahmen im Keller, in dem die Patientin Mary Hobbes von einem Therapeuten interviewt wird. Wie sich herausstellt, hat Mary vor Jahren etwas Schlimmes getan und leidet an dissoziativer Persönlichkeitsstörung.

Wer je eine Ton- oder Videoaufnahme einer an gespaltener Persönlichkeit leidenden Person gesehen oder gehört hat, weiß, wie verstörend das ist. Wenn ein solches Tape inmitten geschichtsreicher Mauern abgespielt wird, trägt dies noch weiter zur Verunsicherung bei.session 9 review

Dabei ist zu betonen, dass die psychiatrische Anstalt, die die Kulisse für SESSION 9 stellt, nämlich das Danvers State Hospital, wirklich existierte und wenn man den Aussagen des Filmteams glauben kann, sich am Set einige unheimliche und kaum erklärbare Dinge zutrugen.
Das mag ein PR Gag sein, aber dass sich in dem Gebäude über die Jahrzehnte viel Leid und Wahnsinn ereignete ist klar und schon der Bau alleine wirkt bedrückend.

I live in the weak and the wounded

Was die Tonbandaufnahmen von Mary Hobbes mit den Sanierungsmaßnahmen zu tun haben, erklärt sich nicht sofort. Auch nicht, woher die Stimme kommt, die Gordon im Gebäude hört oder wohin einer der Männer verschwindet, nachdem er im Krematorium des Gebäudes die versteckten Wertsachen verstorbener Patienten findet. So häuft sich vor dem Betrachter ein Berg Fragezeichen auf, der erst spät abgebaut wird, während der Film gleichzeitig eine Stimmung aufbaut, die sich wie ein Stein auf den Brustkorb des Betrachters legt.
session 9 rezension
Wer auf Action hofft, wird das anders sehen und wenn es doch mal brutal zugeht, wird dies nur angedeutet, nicht zelebriert.
Um den Film greifen zu können, hilft es außerdem, sich vorab in das Krankheitsbild der Dissoziativen Persönlichkeitsstörung einzulesen. Lässt man sich aber auf die psychologische Höllentour in gemarterte Gehirne ein, die SESSION 9 anbietet, wird man nicht nur einen wahrlich schrecklichen Bösewicht kennenlernen, sondern vielleicht danach anders auf gewisse psychologische Krankheitsbilder schauen.

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