Review: SONGBIRD (2020)

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Redaktion: 4.5

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5/10 (1)

Darsteller: K.J. Apa, Sofia Carson, Craig Robinson
Regie: Adam Mason
Drehbuch: Adam Mason, Simon Boyes
Länge: 85 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 25. Juni 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: LEONINE
FSK: ab 16

SONGBIRD ist nicht nur ein Seuchen-/Pandemiefilm, sondern der erste COVID-Streifen.
Es war klar, dass Filmemacher das aktuelle Geschehen irgendwann aufgreifen würden, aber machen wir uns nichts vor, die letzten Jahre waren für die meisten Menschen nicht sonderlich packend und ein Film über Netflix-schauende Home Office-Jammerlappen, die sich selbst leidtun, weil sie immer fetter werden und ihre Lieblingskneipe dicht hat, bietet keinen guten Filmstoff.

Daher wird SONGBIRD in die nahe Zukunft verlegt, wo statt COVID-19 die Mutante COVID-23 zur größeren Katastrophe beiträgt und jeder, der nicht immun ist, vom Militär zum Daheimbleiben verdammt wird. Wer sich dennoch infiziert, wird in ein Internierungslager gesteckt.
In dieser Welt ist Fahrradkurier Nico unterwegs, ein Immuner, der reiche Menschen in L.A. beliefert.
Nico ist außerdem in einer Beziehung mit Künstlerin Sara, die Quarantäne verbietet ihnen jedoch jeden physischen Kontakt.songbird covid 23

SONGBIRD bereitet uns schon mal auf COVID 23 vor

Die beiden wollen zusammen mit Saras Großmutter Lita die Stadt verlassen, doch als die Lita krank wird, schwebt auch Sara in Gefahr. Nico versucht auf dem Schwarzmarkt zwei jener gelben Armbänder aufzutreiben, die zeigen, dass Menschen immun sind, doch das ist ein Wettlauf gegen die Zeit, bevor Sara und ihre Oma in ein Lager gesteckt werden.

Auch wenn Nico und Sara im Mittelpunkt stehen, erzählt SONGBIRD die Geschichte einer ganzen Reihe von Menschen. Da wären etwa die Griffins, die eine Tochter mit Autoimmunschwäche haben und illegal mit den begehrten Armbänder handeln. Oder Michael, einem behinderten Kriegsveteranen, der als Drohnenpilot arbeitet. Oder Emmett Harland, dem Leiter des Seuchenschutzamtes.

Wie man das von anderen in Los Angeles angesiedelten Werken (L.A. STORY, GRAND CANYON oder L.A. CRASH) kennt, sind die Schicksale der Protagonisten mal mehr, mal weniger miteinander verknüpft, und auch wenn SONGBIRD eben ein Endzeit-Feeling anhaftet, ist der Film doch auch ein romantisches Drama.songbird kritik

In LA kennt jeder jeden

Die Geschichte zeigt auf, wie Menschen im Umfeld einer Pandemie entweder zusammenfinden oder aber sich gegeneinander wenden können, was zweifelsohne zu den Stärken des Films zählt. Als Beobachter liebt, lebt und leidet man aber zu wenig mit den Figuren, fühlt sich ihnen selten nahe genug.
Auf der anderen Seite ist zu wenig Bedrohung oder Action geboten, um SONGBIRD einfach als gelungenen Sci-Fi-Thriller zu empfinden.

Trotz des apokalyptischen Themas ist die Produktion glatt geworden. Die meisten Menschen sehen schick aus und Los Angeles weist auch im Untergang befindlich noch überraschend viel Lebensqualität auf. Mut zur Hässlichkeit gesteht man -nur wenn es unbedingt sein muss- nur einigen Nebenfiguren zu.
Regisseur Adam Mason war in den letzten Jahren an verschiedenen Musikvideos (u.a. Alice in Chains, Paul Van Dyk) beteiligt, was erklären könnte, warum er mehr Wert auf Ästhetik denn Story legt.songbird rezension

Mit Demi Moore (EINE FRAGE DER EHRE), Alexandra Daddario (TEXAS CHAINSAW) und Peter Stormare (8MM) sind auch kleinere Rollen prominent besetzt, wobei Stormare durch übertriebene Exzentrik gar nicht in seine Rolle passt und unangenehm auffällt.

Ob es klug gewählt war, SONGBIRD zum jetzigen Zeitpunkt auf den Markt zu bringen, soll zwar nicht in die Bewertung einfließen, aber jeder hat 2021 die Nase voll vor COVID-Viren (kein Wortspiel) und so kann sich SONGBIRD zwar auf die Fahne schreiben, am Puls der Zeit zu sein, er kann es aber nur den wenigsten recht machen.
Die einen haben ohnehin genug COVID vor der eigenen Tür, andere werden betonen, dass der Film wenig mit der aktuellen Situation zu tun hat. Lediglich Aluhutträger, die auch schon für 2021 eine komplette Militärbesetzung vorhersagten, werden sich durch die Story bestätigt sehen.

Fazit:
SONGBIRD sieht gut aus und vielleicht wird man in 20 Jahren auf den Film zurückblicken und sagen: ach, so war das damals mit COVID?
Im Moment ist das Werk aber mit dem Prädikat „unauffällig“ zu verabschieden.

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